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Künftig Schulkabinett oder Herberge für Touristen?

Der Landkreis überlässt der Gemeinde die neuen  Gebäude für Asylbewerber in Ullendorf.

Die vier neuen Gebäude als Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber an der S 177 in Ullendorf/Röhrsdorf sollen in der Perspektive eine andere Nutzung erhalten.  Der Landkreis Meißen  als Eigentümer wird diese der Gemeinde Klipphausen überlassen. Dazu wird der Landkreis mit der Kommune einen entsprechenden Vertrag abschließen. Das  wurde auf der Kreistagssitzung am 8. Dezember beschlossen. „Diese gemeindliche Nutzung, die schrittweise vorgesehen ist,  wird für Klipphausen kostenfrei sein“, sagte Landrat Arndt Steinbach (CDU).

Gegenwärtig sind an diesem Standort in der Gemeinde Klipphausen 15 Asylbewerber untergebracht.  Es ist vorgesehen,  dort noch 50 Asylsuchende  aus der Gemeinschaftsunterkunft  An der Turnhalle 9 in Großenhain für einige Zeit unterzubringen.   Der Landkreis will diese Unterkunft in Großenhain aufgrund ungünstiger Bedingungen aufgeben.

In  Ullendorf/Röhrsdorf an der Wilsdruffer Chaussee 52  ist eine Baracke, das Haus 2,  seit Januar 2016 in Betrieb. Die weiteren Unterkünfte, ebenfalls in Holzbauweise, die Häuser 1,3 und 4  mit einer Kapazität  von insgesamt 71 Plätzen,  stehen dem Landkreis Meißen seit November dieses Jahres zur Verfügung. 

Der deutliche Rückgang der Zahl der Flüchtlinge in den vergangenen Monaten ist der Grund dafür, dass künftig einige Asylunterkünfte im Landkreis Meißen nicht weiter genutzt  oder anderweitig verwendet werden sollen.  Der Kreistag hatte sich am 8. Dezember damit befasst. Für die vier Gebäude an der S 177 in Ullendorf/Röhrsdorf könnte schon 2018  eine andere Nachnutzung möglich sein.

Die Gemeindeverwaltung steht diesem Anliegen offen gegenüber. „Wenn die Sache  konkret wird, werden wir im Gemeinderat darüber beraten“, sagte Bürgermeister Gerold Mann, der auch Kreisrat ist. Der Bürgermeister könnte sich vorstellen, diese Häuser künftig als Domizile  für Vereine und weitere Gemeinschaften zu nutzen. „Auch als Kabinette für Arbeitsgemeinschaften der neuen Oberschule, die in Nachbarschaft des Standortes gebaut werden soll, würden sich diese Unterkünfte eignen.“  Eine Variante wäre auch, dort Räume für Praktika von Schülern einzurichten, die Unternehmen anbieten, um langfristig geeigneten Berufsnachwuchs zu finden.  „Eine weitere Möglichkeit wäre, einige Unterkünfte als  Praxisstandorte für Fachärzte zu nutzen“, so Gerold Mann. Einige Gemeinderäte äußerten auch den Vorschlag, dort eine Herberge für Fahrradtouristen und  Wanderer in den linkselbischen Gebieten einzurichten. 

Dieter Hanke