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Gute Chancen für Berufswahl

Unternehmen im Gewerbegebiet Klipphausen hatten zur achten Ausbildungsbörse eingeladen

Die Freude war riesengroß: Erster Platz! Das Team vom Radebeuler Gymnasium Luisenstift schnitt beim Lego-Technik-Wettbewerb zur Ausbildungsbörse am 4. März im Gewerbegebiet Klipphausen am Besten ab. „Wir sind glücklich. Unsere Ideen und Beharrlichkeit haben sich ausgezahlt“, sagte der 15-jährige Oliver Püschner. Mit seinen Mitstreitern John Benedix und Erik Andersch und einem weiteren Schüler von der AG Robotics hatte er in den vergangenen Monaten aus Lego-Bausteinen einen Gabestapler gebaut und programmiert. Das Gebrauchtgeräte-Zentrum im Gewerbegebiet hatte zu diesem Wettbewerb aufgerufen, wo sich bei der zweiten Auflage diesmal drei Mannschaften aus Schulen beteiligten. Die Radebeuler Jungs fieberten an jenem Sonnabend in diesem Unternehmen des Hamburger Jungheinrich-Konzerns, als ihr Gabelstapler zur Prüfung antrat und einen vorgegebenen Hindernisparcours bewältigen musste. „Uns fiel ein Stein vom Herzen, als alles klappte“, bemerkte Erik Andersch aus Moritzburg. Auch AG-Leiterin und Fachlehrerin für Mathematik und Informatik Karla Geißler freute sich mit den Schülern: „Sie waren kreativ, haben nach Lösungen gesucht.“ Dieser Lego-Technik-Wettbewerb sei eine gute Sache, weil Jugendliche ihre Kenntnisse in Mathematik und Informatik praxisnah anwenden können. Die Jungs wollen nach ihrem Abitur ein technisches Studium aufnehmen. Nicht ausgeschlossen, dass sie danach in einem Unternehmen im Gewerbegebiet Klipphausen ihre berufliche Zukunft sehen. Als Preis für ihre innovative Arbeit erhielten die Gymnasiasten einen Gutschein vom Gebrauchtgeräte-Zentrum für ein Fußball-Heimspiel von Dynamo Dresden.
Für Bürgermeister Gerold Mann war diese Ausbildungsmesse im Gewerbegebiet, die nunmehr achte, wieder von großem Nutzen. „Jugendliche, die auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind, haben hier die Chance, sich über Karrieremöglichkeiten direkt vor der Haustür zu informieren“, sagte er. Unternehmen hätten so gute Möglichkeiten, sich langfristig nach geeignetem Berufsnachwuchs umzuschauen. Andererseits profitiere die Gemeinde, wenn junge Leute hier bleiben und ihre Identität mit der ländlichen Region bewahren.
Gemeindeverwaltung, Agentur für Arbeit Riesa und Unternehmen hatten wieder diesen Treff organisiert, wobei es am 4. März zwei zentrale Anlaufpunkte für Jugendliche und ihre Eltern gab, einmal die Gebrauchtgeräte-Zentrum GmbH am Hamburger Ring sowie bei HTI Dinger und Hortmann KG auf der Dresdner Straße, einem Handelsunternehmen für Tiefbau und Industrietechnik. An diesen beiden Standorten präsentierten sich an Ständen über 15 Betriebe mit ihren Ausbildungsmöglichkeiten sowie weiterhin die Handwerkskammer Dresden, die Agentur für Arbeit Riesa, die Akademie für berufliche Bildung Dresden, BfW Bau Sachsen und weitere Einrichtungen. Bei Gesprächen mit Fachkräften sowie auch bei Betriebsrundgängen erhielten die Bewerber einen guten Einblick über Ausbildungsstellen und Anforderungen. Die Agentur für Arbeit Riesa bot zudem einen Bewerbungsmappencheck an, und AOK Plus offerierte jungen Leuten die Möglichkeit, kostenfrei vor Ort Bewerbungsfotos machen zu lassen.
„Mich haben einige Betriebe interessiert. Die Berufswahl fällt mir so leichter“, sagte der 14-jährige Simon aus Polenz, der die achte Klasse der Triebischtalschule Meißen besucht und mit seinem Vater gekommen war. Mechatroniker könnte sein Berufsziel sein. Für seinen Vater war die Ausbildungsbörse zugleich eine gute Gelegenheit, mal Unternehmen in der Umgebung näher kennenzulernen.
Die Warmbold Energie und Klima GmbH war das erste Mal auf einer Ausbildungsbörse in Klipphausen dabei. „Wir möchten jetzt ein oder zwei Industrieelektriker ausbilden, um so Nachwuchs für unser Team zu gewinnen“, bemerkte die Kaufmännische Leiterin Krystina Nevoigt. Für junge Leute eine interessante Perspektive, mal internationales Flair zu erleben. Denn Warmbold, seit 2004 im Gewerbegebiet Klipphausen ansässig, ist ein spezialisiertes Dienstleistungsunternehmen für Projektierung und Bereitstellung mobiler Anlagen für Energie, Wasser und Klima bei größeren nationalen und internationalen Kultur- und Sportveranstaltungen sowie weiteren Events. In Deutschland sind da die Vier-Schanzen-Tournee in Oberstdorf, der Biathlon-Weltcup in Oberhof, die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft oder auch die Filmnächte am Dresdner Elbufer einige Beispiele. International sind die Klipphausener unter anderem Partner für die Formel 1.

Die Sieger beim Lego-Technik-Wettbewerb 2017: John Benedix, Oliver Püschner und Erik Andersch vom Radebeuler Gymnasium Luisenstift (von links).Nicole Barthel und Sophie Penter vom AWO-Pflegewohnheim Taubenheim informierten über die Ausbildung zur Pflegefachkraft.

                                                                                                                                                                                  Auch die Baier GmbH Antriebstechnik-Metallbau aus  Röhrsdorf will Firmennachwuchs ausbilden, so Metallbauer-Konstruktionstechnik, wie Projektleiter Martin Arrenberg sagte. Das Unternehmen stellt unter anderem Alu-Glas-Fassaden, Automatiktüren, Schiebefenster und -läden her. „Wir kamen schon mit einigen Jugendlichen ins Gespräch“, bemerkte der 33-Jährige.
Für Steffen Boden, Geschäftsführer der MEA Metall- und Elektroausbildung gGmbH aus Kesselsdorf, sei die Ausbildungsbörse in Klipphausen stets eine gute Gelegenheit, um mit Unternehmen in der Region den Jugendlichen viele Berufsmöglichkeiten zu offerieren. Zurzeit bildet die MEA als Bildungscenter und Lehrausbildung für Firmen über 500 Lehrlinge aus, davon 250 als Mechatroniker und Elektroniker. „Das Berufsziel als Mechatroniker ist bei Jugendlichen sehr gefragt. Allein für dieses Jahr haben wir schon 60 Anmeldungen“, so der Geschäftsführer. Aber auch für andere Metallberufe wie Industrie- oder Konstruktionsmechaniker gebe es verstärkt Interesse.
Engagiert betreuten Nicole Barthel und Sophie Penter ihren Stand vom AWO-Pflegewohnheim Taubenheim. Die jungen Pflegefachkräfte hatten allerhand Anschauungsmaterial mitgebracht. „Es wäre schön, wenn sich Schulabgänger für eine Ausbildung bei uns entschließen würden. Für ältere Menschen dazusein, ist eine lohnende Aufgabe“, sagt die 23-jährige Nicole aus Schmiedewalde.

Fachverkäuferlehrlinge von Unser Bäcker probten für die Zwischenprüfung, rechts Geschäftsführer Thomas Johne.Sie stellten bei Unser Bäcker Marzipanrosen her, von links Konditorlehrling Julia Böhme, Meisterin Kerstin Haase und Lehrling Jasmin Franke.

Und ihre Kollegin, die 26-jährige Sophie aus Diera-Zehren, ergänzte: „Wir sind ein gutes Team auf der Arbeit, halten zusammen.“ Die beiden jungen Frauen informierten Interessenten über die Inhalte der Ausbildung und darüber, dass auch Praktika, Ferienarbeit oder ein Freiwilligkeitsdienst in der Einrichtung möglich seien. Auch der Christliche Schulverein Wilsdruffer Land kam an diesem Tag zum Stand vom AWO-Pflegewohnheim. „Wir wollen schon jetzt Verbindungen knüpfen, damit Schüler frühzeitig eine gute Berufsorientierung und engen Kontakt zur Praxis haben“, sagte der 48-jährige Martin Herold, Vorsitzender des Schulvereins. Diese Gemeinschaft ist Träger der künftigen Oberschule in der Gemeinde Klipphausen.
Etwas ganz Besonderes hatte sich Unser Bäcker ausgedacht. Für ihre Zwischenprüfungen probten an diesem Sonnabend Konditorlehrlinge sowie künftige Fachverkäuferinnen des Unternehmens. Wer wollte, konnte sich von ihren Leistungen im Betriebsgebäude am Hamburger Ring überzeugen. Unte

r Anleitung von Konditormeisterin Kerstin Haase fertigten da die Azubi im zweiten Lehrjahr Julia Böhme (18) aus Wilsdruff und Jasmin Franke (18) aus Döbeln Marzipanrosen. Die angehenden Fachverkäuferinnen, die mal in den über 30 Filialen von Unser Bäcker tätig sein werden, mussten dagegen einen Brotkorb mit verschiedenen Erzeugnissen zusammenstellen sowie belegte Brötchen herrichten. Geschäftsführer Thomas Johne und weitere Mitarbeiter standen da diesen Lehrlingen sachkundig zur Seite.
Bei HTI Dinger und Hortmann, einem Handelsbetrieb für Tiefbau und Industrietechnik, konnten die Schüler Wissenswertes auch von Marcel Becker, Fachkraft für Lagerlogistik, erfahren. Zurzeit werden in der Klipphausener Niederlassung da zwölf Lehrlinge ausgebildet. Auch der Stand der Sächsischen Haustechnik war gut besucht. „Unsere Lehrlinge haben gute Chancen, nach der Ausbildung von uns übernommen zu werden“, sagte u.a. Ausbildungsverantwortlicher Michael Rossada.
Das Fazit von Berit Kasten, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Riesa, nach Abschluss der Börse: „Die Unternehmen haben sich viel Mühe mit ihren Präsentationen gegeben. Für junge Leute gab es vielfältige Ausbildungsangebote.“

Text und Fotos: Dieter Hanke