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Treffer ins Schwarze

Die Mitglieder des Schießklubs „Einigkeit“ Tanneberg haben jetzt eine elektronische Trefferanzeige. Vom 23. bis 25. Juni ist Schützenfest.

Die 25 Mitglieder des Schießklubs „Einigkeit“ Tanneberg freuen sich über ihre neueste Errungenschaft: eine elektronische Trefferanzeige an einem der 10-Meter-Schützenstände für Luftgewehr. „Eine tolle Sache. Präzise, übersichtlich, schnelle Informationen, gute grafische Darstellung des Trefferbildes.  Der Schütze kann am Computer sein Schießverhalten verfolgen.  Wir sind begeistert“, sagt Mitglied und BMSR-Techniker Walter Burkhard.  Mit dem Ultraschall-Messverfahren würde am Schießstand das bisher aufwendigere Auslesen der Ringe sowie der Scheibenwechsel mit einer Seilzugbahn entfallen.  „Super ist weiterhin, dass auch ein zweiter Bildschirm im Vereinsraum anzeigt, welches Resultat der Schütze gerade erzielt. Bis auf eine Stelle nach dem Komma wird die Ringzahl angegeben. Das garantiert exakte Wertungen im Wettbewerb“, meint Klub-Vorsitzender Sven Baumgart, der beruflich Disponent und Lagermeister in einem Baustoffhandel-Unternehmen ist.

Über 2000 Euro hat diese elektronische Trefferanzeige gekostet, die von einem weltweit führenden deutschen Unternehmen auf diesem Gebiet stammt.  Die Tanneberger Schützen haben sich da vorher Rat bei der Schützengilde „Weiß-Grün Deutschenbora“ geholt, die schon mehrere solcher Anlagen hat. „Der erfolgreiche Schütze Torsten Sperling hat mit uns diese Trefferanzeige installiert. Wir sagen ihm ein großes Dankeschön“, bemerkt Sven Baumgart.

Das neue elektronische Scheibensystem für die Tanneberger Schützen ist gewissermaßen Anerkennung für das Wirken dieser Freizeitsportler. „Sie setzen mit Akzente in unserer Gemeinde“, sagt Bürgermeister Gerold Mann. Denn die Mitglieder wetteifern nicht nur jeden Freitagabend beim Schießsport in ihrem Schützenhaus um beste Ergebnisse (neben zwei Luftgewehr-Schießständen gibt es auch einen Stand für Armbrust-Schießen), sondern setzen sich ebenso engagiert für Kultur, Geselligkeit und Zusammenhalt der Bürger in ihrem Gebiet ein. „Das ist vorbildlich. Ehrenamtlich schaffen sie so mit eine Atmosphäre des Wohlfühlens der Bürger und ihrer Identifikation mit dem ländlichen Raum“, bemerkt der Bürgermeister. Die Gemeinde als auch die Autoservice Käseberg GbR in Katzenberg unterstützten deshalb auch finanziell die Anschaffung dieser elektronischen Trefferanzeige.

Vom 23. bis 25. Juni laden die Tanneberger Schützen zum diesjährigen Schützenfest ein,  das wie immer nicht nur sportliche Wettstreite, Geselligkeit und kulturelles Vergnügen,  sondern auch einen Umzug historischer Landtechnik und Fahrzeuge enthält. „Wir wollen den Besuchern wieder schöne Erlebnisse bereiten“, sagt der Vereinsvorsitzende. Ob man mit ihm oder Schlossermeister Gerd Hammermüller, Tischler Ingo Preißner, Werkzeugmacher Mirko Gruhle, Servicetechniker Christoph Tiede oder weiteren Mitgliedern des Schießklubs spricht – sie alle berichten stolz über das  Geschaffene und was sie noch vorhaben. Dabei kommt auch immer wieder zur Sprache, dass vieles zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes organisiert wird. Das ist nicht verwunderlich, denn die übergroße Mehrheit der Schießklub-Mitglieder gehört auch der Feuerwehr an. „Wir sind wie eine große Familie, die zusammenhält, gemeinsam Dinge anpackt, sich über Erfolge freut und sich aber auch nicht unterkriegen lässt, wenn es mal Schwierigkeiten gibt“, sagt der 50-jährige Ortswehrleiter Uwe Krause, der auch Mitglied des Schießklubs ist. 1919 haben Tanneberger den Schießklub „Einigkeit“ gegründet, der bis 1939 bestand. 1999 wurde der Klub wiedergegründet. Aus einem „Eisenschuppen“ der Agrargenossenschaft Burkhardswalde haben sich die Mitglieder ihr Domizil geschaffen. Im Februar 2000 wurde das Schützenhaus eingeweiht. 2013 modernisierten sie das Gebäude in Eigenleistung, also Dach, Fassade, Fußböden, Elektrik und anderes.  „Jetzt haben wir noch vor, die Terrasse zu überdachen“, sagt Vereinsvorsitzender Sven Baumgart (46). Wenn zu den Sponsoren des Vereins vielleicht noch weitere Partner hinzukommen, die den Verein  unterstützen, könnte eventuell auch ihr zweiter 10-Meter-Luftgewehr-Schießstand eine elektronische Trefferanzeige erhalten. „Doch das ist Zukunftsmusik. Wir bleiben realistisch“, so der Vereinsvorsitzende, der stolz darauf ist, dass die Gemeinschaft finanziell auf soliden Füßen steht und dass der Schießklub Gebäude und Grundstück erworben hat und so eigenständig in seinen Entscheidungen ist.

Ihren Vereinsraum haben sich die Mitglieder gemütlich eingerichtet. Dort sind auch die Ergebnisse der Vereinsmeisterschaften 2017 ersichtlich, wo in der Luftgewehr-Disziplin Sven Baumgart und Gerold Gruhle (Senioren) sowie im Armbrust-Vergleich Thomas Krause gewannen. Vielleicht stehen da in den Ergebnislisten später auch mal junge Leute. „Wir brauchen Schützen-Nachwuchs. Unsere elektronische Trefferanzeige könnte da vielleicht Anreiz für Jugendliche sein, bei uns mitzumachen“, sagt der Vereinsvorsitzende. 

Text: Dieter Hanke