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Neuer Standort für Oberschule

An der Taubenheimer Straße in Ullendorf soll die Bildungsstätte mit Sporthalle entstehen.

Der neue Standort für die künftige Oberschule in der Gemeinde Klipphausen steht fest. Hinter der Musterhaussiedlung in Ullendorf in Richtung Taubenheim, zwischen zwei Grünstreifen, auf einer etwa vier Hektar großen Fläche soll nun die neue Bildungsstätte entstehen. Eine zweizügige Einrichtung mit einer Zweifeld-Sporthalle, einem Sportplatz und weiteren Anlagen.  Über zehn Millionen werden für das Vorhaben veranschlagt.  Für die Gemeinde Klipphausen eine große Herausforderung und auch finanziell eine schwere Bürde, denn Fördermittel des Freistaates Sachsen gibt es dafür nicht, höchstens für den Bau der Turnhalle und Sportanlagen.

Und Ärger und zusätzlicher Aufwand sind schon jetzt bei diesem Großprojekt ein ständiger Begleiter. Denn ursprünglich wollte die Gemeinde die Oberschule an einem anderen Standort bauen. Das Gelände der großen Zick-Möbelhalle in Taubenheim, die seit mehreren Jahren leer steht, wäre dafür geeignet gewesen.  Zumal auch durch Nutzung dieser Brache wertvolle Landwirtschafts-Böden von der Kommune nicht in Anspruch genommen werden müssen. Doch Klipphausen kam nicht zum Zug. Das Unternehmen mit Sitz in Leipzig, welches das Areal vor einiger Zeit von einer Gesellschaft aus den Altbundesländern erworben hatte, wollte 1,2 Millionen Euro für das Grundstück und noch 600 0000 Euro für den Abriss der großen Möbelhalle. Für die Gemeinde ein völlig überzogener Preis und nicht annehmbar, zumal auch das Leipziger Unternehmen einst bedeutend weniger beim Erwerb bezahlt hatte.

So war ein anderer Standort für die Oberschule, und zwar in der Gemarkung Ullendorf auf Feldern gegenüber dem Gewerbegebiet Röhrsdorf an der S 177 festgelegt worden. Die Gemeinde hatte schon etliche  Gelder für Planungen ausgegeben. Doch  völlig unerwartet kam jetzt der Einspruch des Landratsamtes Meißen. Die Immissionsschutzbehörde  hatte diesen Standort moniert.  Von einem nahen Humuswerk könnten möglicherweise beim Umgang mit organischen Materialien Immissionen erfolgen und eventuell Bakterien oder schädliche Substanzen die menschliche Gesundheit beeinträchtigen.

Damit war auch dieser Standort geplatzt. Für die Gemeinde ist der Einspruch der Immissionsschutzbehörde völlig unverständlich, denn auch der Flächennutzungsplan von Klipphausen war ja von allen Ämtern und Behörden genehmigt worden. Seit 14 Jahren hatte es auch keine Einwände gegeben, dort eine Schule bauen zu wollen.  Ursprünglich war dieser Standort schon mal für eine neue Mittelschule im Territorium ausgewiesen gewesen.  Für die Gemeinde bedeutet nun der Standortwechsel mehrere Wochen Zeitverzug. Doch Klipphausen bleibt beharrlich, zumal der Trägerverein für die neue Oberschule,  der Christliche Schulverein Wilsdruffer Land, und auch viele Eltern an der Seite der Klipphausener Verwaltung stehen und sich Gemeinderäte dafür engagieren.  Grundstückseigentümer der neuen Fläche für die Oberschule haben ihre Bereitschaft zum Verkauf gegeben.    Bürgermeister Gerold Mann schätzt ein, dass der neue Standort an der Taubenheimer Straße nicht teurer werden wird als der ursprüngliche. So seien für die Erschließung  des Areals Trinkwasser- und Abwasseranschlüsse vorhanden und auch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gegeben. Ein Vorteil sei zweifellos auch die ruhige Lage in einer naturnahen Umgebung.

Der Gemeinderat hat nun in seiner Mai-Sitzung die nötigen Planungsschritte beschlossen, die Aufstellung des geänderten Bebauungsplanes sowie des Flächennutzungsplanes.  Mit dem neuen Schuljahr 2017/18 soll wie geplant eine fünfte Klasse der neuen Oberschule vorübergehend bis zur Fertigstellung des Schulneubaus in angemieteten Räumen am Standort der Grundschule in Naustadt starten. 

Text: Dieter Hanke