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Üble Gerüche am Kirchweg

Der voriges Jahr eingeweihte neue Rundweg durch Felder von Klipphausen nach Röhrsdorf und zurück, der Kirchweg, erfreut sich bei Wanderern und Ausflüglern großer Beliebtheit. 

Allein am Wochenende vor dem 1. Mai waren etwa 800 Familien und Bürger dort auf Achse, wie der Röhrsdorfer Pfarrer Christoph Rechenberg sagte.  Doch die schöne Tour durch Felder und Wiesen wurde an diesen Tagen arg getrübt. Denn Begleiter der Wanderlustigen waren nicht nur Vögel mit ihrem Gezwitscher, sondern auch ein penetranter Gülle-Geruch, der den Leuten die Stimmung vermieste.

Verursacher dieses Gestanks war der Biohof Vorwerk Podemus. Diese Gemeinschaft, die eigentlich ein Initiator in Sachsen für eine gesunde Lebensweise ist, griff diesmal völlig daneben. Denn ein Subunternehmer der Bio-Bauern handelte gar nicht im Sinne einer ökologischen Landwirtschaft, die beispielgebend ist. Kurz vor dem Feiertag brachte dieser Betrieb Rinder-Gülle auf Feldern des Biohofes am Kirchweg aus.  Doch nicht nur dort. Auch der betreffende Abschntt des Wanderweges wurde damit getränkt. Hinzu kam, dass dieser Weg vom Subunternehmer aus Zeitersparnis außerdem mit schweren Fahrzeugen befahren und dadurch stark ramponiert wurde. Auch ein Sperrschild für Fahrzeuge am Beginn des Weges in Röhrsdorf musste dran glauben und wurde umgeknickt. „Viele Wanderer, die an diesen Tagen auch die Kirche in Röhrsdorf besichtigten, haben sich über diesen Umweltfrevel beschwert“, bemerkte der Pfarrer. Auch zur Gemeinderatssitzung im Mai kam das Ärgernis zur Sprache.

Bürgermeister Gerold Mann hatte deshalb das Vorwerk Podemus zum klärenden Gespräch geladen. „Der Kirchweg ist ein Wanderweg und kein Wirtschaftsweg. Für Laandwirtschaftsfahrzeuge wurden dort extra geschotterte Übergänge geschaffen“, sagte der Bürgermeister. Die Gemeinde,  ihr Bauhof und auch die Kirchgemeinde Röhrsdorf hätten diesen Weg geschaffen und kümmern sich darum, um damit in Sachen Tourismus und Naturerlebnisse den Bürgern entgegenzukommen.  Das Vorgehen des Subunternehmers sei nicht in Ordnung gewesen.   Pfarrer Rechenberg, der bei diesem Gespräch mit zugegen war, meinte, dass das Düngen von Feldern mit Gülle zwar nicht zu beanstanden sei, doch sollte das nicht gerade kurz vor Feiertagen erfolgen, wo viele Leute Erholung suchen. Das wäre noch seiner Ansicht schon mehrfach vorgekommen.

Der Biohof entschuldigte sich für den Umweltfrevel. Ein guter Ausgleich ist da auch das Angebot vom Vorwerk Podemus, an den eigenen  Feldern nicht mehr unmittelbar bis an den Rand des Kirchweges zu ackern, sondern dort einen Grünstreifen anzulegen, der auch mit Sträuchern bepflanzt werden kann.

Text: Dieter Hanke