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Munzig

Munzig besteht eigentlich selbst aus mehreren Ortsteilen. MunzigDer älteste Teil gruppiert sich um das frühere Rittergut in Obermunzig und wurde im Jahr 1334 als "Munczig" erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort liegt etwa zwischen 180 m und 230 m Höhe über NN und ist heute bekannt durch das Kulturhaus Triebischtal, in dem vor allem Konzerte und Tanzveranstaltungen stattfinden. Bis 1892 gab es in Munzig an der Großen Triebisch eine Mahlmühle. Diese wurde jedoch 1892 aufgekauft und zur Stromversorgung der Pappenfabrik umgerüstet. 

Im Diebsgrund bei Munzig ließ der Besitzer der früheren Pappenfabrik einen Landschaftspark anlegen. Heute führt ein kurzer Naturlehrpfad hindurch. Oberhalb des Diebsgrundes finden sich noch Reste des Pochwerksteiches, sowie Pingen und Halden als Zeugnisse des Erzbergbaus des 16. bis 19.Jahrhunderts.  Diebsgrund

Bergbau wurde im nördlichen Teil des kleinen Reviers zwischen Aspengrund und Weitzschengrund - zwischen Munzig und Weitzschen gelegen - vermutlich bereits seit 1492 betrieben. Für den Zeitraum von 1710 bis 1744 sind Zahlen in den Bergakten überliefert: In diesen 34 Jahren wurden aus dem "Wildemann- Erbstolln" 16.074 Zentner Erz mit einem Feinsilbergehalt von 2.157 Mark, 14 Loth und 2 Quent gefördert (da die alte Gewichtseinheit  "Mark" ca. 0,24 kg entspricht, also etwa 540 Kilogramm insgesamt). Außerdem wurde Bleiglanz, Kupferkies und Arsenkies und auch erzhaltiger Kalkstein gebrochen und an die Hüttenwerke nach Freiberg geliefert. 

1802 hat man den Abbau schon einmal aufgegeben, jedoch 1831 noch einmal aufgenommen. Zwischen 1838 und 1856 wurde dann der 429 m lange "Hilfe Gottes Stolln" unterhalb der Abbaue der Vorgänger vorgetrieben, aber mangels bauwürdiger Erzvorkommen bereits 1859 endgültig aufgegeben. Erst beim Bau der Miltitzer Schule 1956 entdeckte man den Stolln wieder.

Der Bergbau im südlichen Teil des Erzbergbaugebietes im Munziger Diebsgrund wird 1514 erstmals urkundlich genannt. 1580 ließ Kurfürst August ein Pochwerk und eine Schmelzhütte errichten. 1715 wird in der Grube "Freundlicher Bergmann" im oberen Diebsgrund Erz gefördert, 1759 der "Johanna Erbstolln" auf einem Morgengang vom Eingang des Diebsgrundes her vorgetrieben, um Wasserlösung für die Bergwerke zu schaffen. Erst 1778 erlöste schließlich der "Dürrwiesner Stolln" endlich die oberhalb gelegenen Bergwerke vom Grundwasser. Bis 1802 lieferte die Grube "Freundlicher Bergmann" danach noch Silbererz - zwischen 1719 und 1802 mit einer Silberausbeute von insgesamt 1.528 Mark, 13 Loth und 5 Quent (also etwa 382 Kilogramm Silber).