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Neue Bergmannstracht

Die neue Bergmannstracht des Historischen Scharfenberger Silberbergbau e.V. – eine Wiederbelebung der Tradition nach 100 Jahren

Vereinsmitglieder mit neuer Tracht

 

Der Habit (lat. Habitus – Gestalt, Haltung) ist die traditionelle Kleidung des Bergmanns, welche sich regional, nach Tätigkeiten oder nach Fest- und Arbeitskleidung unterscheidet. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in Sachsen durch den Marienberger Bergmeister von Trebra das schwarze Berghabit eingeführt. Der Begriff Habit
wurde gewählt, um die Kleidung der Bergleute von der militärischen Uniform zu trennen.

Damit sollte das Selbstbewusstsein der Bergleute und des Berufstandes gefördert werden. Im täglichen Leben wurde beim Nichttragen des Habits in dieser Zeit sogar eine
Geldstrafe eingefordert, egal in welchem Rang der Bergmann stand. Bereits 2012 entschloss sich unser Verein, einen eigenen Habit im
Stil der Arbeitskleidung der Bergleute anzuschaffen. Die Mitglieder wählten ihn bewusst, da bei den meisten Bergparaden der Festtagshabit
gezeigt wird. Die Grundlage für die Anfertigung des Habits war das Buch der „Trachten der Berg- und Hüttenleute im Königreich Sachsen“ nach G. E. Rost von 1831.
Unser Habit besteht aus einer schwarzen Kopfbedeckung, einem Hut aus Filz mit breiter Krempe. Den Kittel – ein bis über die Hüften
reichendes, faltiges Gewand aus grobem, schwarzem Leinen mit einem breiten Kragen verzieren zwei Reihen mit je fünf schwarzen
Knöpfen. Der Bergmann trägt dazu eine grobe schwarze Leinenhose. Das Bergleder oder Arschleder hält den Kittel an den Hüften zusammen. Die Fußbekleidung besteht aus schwarzen Lederstiefeln. Die Brust ziert das Grubenlicht, die sogenannte Blende, welches ein hölzerner, mit Blech ausgeschlagener Kasten ist, der
zum Schutz des Lichtes bzw. der Öllampe dient. Die Grubentasche, in der sich das Feuerzeug und kleinere Werkzeuge befinden, sowie zwei Tzscherper (Messer) tragen die Bergleute vorn am Bergleder. Zur Ausstattung gehören zudem verschiedene Werkzeuge, wie Bergeisen mit Schlegel, Kratze mit Keilhaue, sowie
Bohrer mit Zweihandhammer.
Zum Schul- und Heimatfest 2013 führten die Vereinsmitglieder den schwarzen Habit erstmals in Scharfenberg vor. Selbst in Zinnwald
begeisterte er einen alten Bergmann. Mittlerweile ist der Verein bestrebt, den Paradehabit der letzten Gewerkschaft des Hoffnungsschachtes in Scharfenberg zu erforschen,
um ihn anfertigen zu lassen.
Sollten Sie zuhause alte Fotos oder Dokumente von vor 1898 besitzen, würden wir uns über Informationen zu unserer Recherche freuen. Das Rätsel um die Geheimsprache des Habits lüften wir demnächst.
Glück Auf
Kontakt: Falk Hegewald Treue Hilfe 8 in Scharfenberg Tel. 03521
403293 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!