Mühlentag 2016

Tausende kamen zum  Mühlentag

Es war wieder ein großer Pfingstmontag für die Müllermeister und ihre Teams: Tausende Besucher  kamen  zum diesjährigen Mühlentag.  Die Mühlen im Triebischtal  und anderenorts in der Gemeinde Klipphausen  hatten von 10 bis 18 Uhr ihre Türen geöffnet. Zur Eröffnung in der Mittelmühle Garsebach:  Bürgermeister Gerold Mann (links), Mühlenkater Alfred, Landrat Arndt Steinbach und Mühlenbesitzer Reinhard Müller. Die vielen Gäste, darunter zahlreiche Familien mit ihren Kindern, erlebten das Flair, was eine Mühle ausmacht. Sie schauten sich die faszinierende Technik an, erfuhren Wissenswertes aus der jahrhundertealten  Mühlengeschichte,  ließen sich regionale Köstlichkeiten schmecken und erfreuten sich an Live-Musik und anderen kulturellen Darbietungen. Mit von der Partie war auch  wieder Mühlenkater Alfred, der für gute Stimmung sorgte.

„Ein  großes Dankeschön allen Mühlenbesitzern und ihren Helfern im Landkreis Meißen, die wieder mit viel Liebe und Fleiß den Besuchern  erlebnisreiche Stunden bereitet haben“, sagte Landrat Arndt Steinbach zur Eröffnung  in der Mittelmühle Garsebach.  Er überreichte Mühlenchef Reinhard Müller  stellvertretend für alle Mühlen die Landkreismedaille. Auch Mühlen-Schirmherr, Klipphausens Bürgermeister Gerold Mann, zeigte sich dann versiert beim Lösen einer lustigen Aufgabe, die in Klipphausen schon guter Brauch zum Mühlentag ist. Landrat Arndt Steinbach (links) und Bürgermeister Gerold Mann  lösten zur Eröffnung des Mühlentages eine lustige Aufgabe:  Sie  mussten   sechs Säcke mit Weizenkleie fachgerecht zubinden.Zusammen  mit Landrat Arndt Steinbach musste er sechs Säcke mit Weizenkleie fachgerecht zubinden. „Die Quantität stimmte, an der Ausführung kann man schon noch einige verbessern“, sagte scherzhaft  Müllermeister Martin Müller nach der Begutachtung. Ehe sich die Besucher dann in der denkmalgeschützten Mittelmühle von 1863 umschauten, hatten noch  vorher die zwei Funkengarden vom Karnevalsverein Taubenheim die Gäste bei der doch  kühlen Witterung am Vormittag  mit ihren Präsentationen gut erwärmt.

 Aus dem Staunen kamen viele Gäste  nicht heraus, als sie  in den drei Geschossen  der Mittelmühle die  historische Technik besichtigten, die noch  komplett erhalten ist. Ob  nun  am Mühlgraben das Turbinenhaus  mit der Francis-Turbine, die 1920 eingebaut wurde, oder die Haupttransmission im Erdgeschoss, der Antrieb für die Maschinen, oder auch der Walzenstuhl und der Schrotgang im mittleren Geschoss sowie weiter oben der Sichterboden, wo einst das Mehl und andere  Produkte gesiebt wurden  -  die Mühle mit ihren Holzbalken und Dielen und vor allem auch den originellen historischen Details  erweckte bei nicht wenigen  Besuchern den Einruck, als wären sie in vergangene Zeit zurückversetzt worden.  Martin Müller, 30 Jahre alt, Mühlenbautechniker und Müllermeister, der in der Fichtenmühle in Garsebach arbeitet, war mit seiner Begeisterung und seiner Fachkenntnis  genau der richtige Mann, um  den  Besuchern  diese Produktionsdenkmal zu erläutern.  Noch bis 1972  war diese Kleinmühle in Betrieb gewesen , wo  Familie Müller  über viele Jahrzehnte täglich bis zu 1,5 Tonnen  Roggenmehl  für Meißner Betriebe hergestellt hatte.   Um 1830  war sie  zunächst als Schleifmühle für Werkzeuge der Meißner Manufakturen errichtet   und später zu Getreidemühle umgebaut worden.  Selbst für  Bürgermeister Gerold Mann  war diese  lehrreiche Führung  in der Mittelmühle  etwas Besonderes, so dass er scherzhaft bemerkte, da würde nur noch ein Zertifikat für die Schulung fehlen. Auch für ihn waren  zum Beispiel ein alte Grießputzmaschine oder auch eine Gleichstrommaschine, die  der Uropa der Familie Müller 1905 gebaut hatte, sehr  interessant.

Im Nebengebäude  stellte Reinhard Müller in der Bäckerei von 1937 den alten  Kohlebackofen und andere historische  Maschinen  und Geräte vor. Bis 1947 war die Bäckerei in Betrieb gewesen. Der 61-jährige Mühlenbesitzer, der über 40 Jahre Eisenbahner bei der Deutschen Bahn war und Mitte Juni 2016  zur Mitteldeutschen Regiobahn wechselt, wo er als Lokführer die Strecke von Döbeln nach Leipzig befährt, könnte sich  vorstellen, später mit Unterstützung des Landkreises Meißen diese alte Bäckerei wieder als Denkmal in Betrieb zu nehmen.

 Nicht nur in der Mittelmühle, sondern auch  in den anderen Mühlen in der Gemeinde hatten die Besucher viel Freude, Wissensvermittlung und allerlei Kurzweil. Auch in  der BarthmühleAuch in der Barth-Mühle  herrschte ein reger Besucherandrang.   hatte zum Beispiel Familie Riße  wieder  für einen erlebnisreichen Tag gesorgt, wobei  neben  den Erläuterungen zur  Wasserkraftnutzung der Mühle auch eine Schau von Oldtimern  sowie Live-Musik  und vielfältige kulinarische Angebote ganz nach dem Geschmack der vielen Gäste waren. In der Preiskermühle konnten die Besucher auf dem Teich gondeln, Zum Mühlentag war auch Gondeln auf dem Teich  an der Preiskermühle angesagt. sich am Lagerfeuer erwärmen  oder sich in der Galerie  und im  Mühlen-Areal vom Wiederaufbau  dieser ehemaligen Wassermühle  von 1548 durch Familie Flade informieren. Bürgermeister Gerold Mann: „Die Romantik der Wassermühlen und der  Mühlengehöfte sowie das Engagement der Besitzer haben erneut dazu beigetragen, dass  Klipphausen, die als Gemeinde die meisten Mühlen in Sachsen hat,  wieder  einen erfolgreichen Mühlentag veranstaltet hat.“  

 (Dieter Hanke)