Sattelschlepper blockiert Zufahrt nach Klipphausen

Das kam am 24. Mai 2016 einem  ukrainischen Lkw-Fahrer vom polnischen Speditionsunternehmen Ostaszewski aus  Radwanice teuer zu stehen. Gegen 10 Uhr  versackte  er mit seinem querstehender 40-Tonner blockiert die Zufahrtsstraße nach Klipphausen Sattelschlepper im Schlamm am Ufer des Viehteiches an der Meißner Straße vom Abzweig  der S 177 nach  Klipphausen.  Der Fahrer  hatte sich  verfahren  und wollte mit dem 40-Tonner wenden, um wieder zurück auf die Staatsstraße zu kommen. Durch den starken Regen war aber der Boden stark aufgeweicht. „Er hatte sich  die falsche Stelle zum Wenden ausgesucht“, sagte ein Bürgerpolizist vom Revier Meißen, Standort Nossen. Zwei Beamte, die für Klipphausen und Käbschütztal zuständig sind, wollten gerade zur Gemeindeverwaltung Klipphausen fahren, als  sie am Viehteich Halt machen mussten, da der Sattelschlepper quer zur Fahrbahn stand und die Straße blockierte.

 

Die beiden Beamten halfen dem Fahrer, legten Äste unter  die eingesackten vorderen  Räder nach dem Fahrerhaus. Doch auch alles Schaufeln half nichts, die Räder drehten durch, versanken immer  tiefer.  Der Abschleppservice Fröhlich vom ADAC Truck-Service in Wilsdruff  musste gerufen werden. Ein Spezialfahrzeug  zog schließlich den Sattelschlepper aus dem Schlamm.

An die 350 Euro kostet  die Bergung. Die  Kreisstraße war etwa zwei Stunden bis Mittag gesperrt.   Die zwei Bürgerpolizisten hatten eine Menge Arbeit. Denn die Umstände  waren nicht einfach.  Der 35-jährige ukrainische  Fahrer  sprach kein Wort Deutsch, hatte nur polnisches Geld bei sich.  Nach mehreren  Telefonaten  sprang schließlich ein Radebeuler Betrieb ein. Der polnische Sattelschlepper, der leer gefahren war, sollte von dort Fracht übernehmen und zurück Legnica in Polen ansteuern.   Der Abschleppservice Fröhlich  fuhr dann mit dem polnischen  Fahrzeug auf  seinen  Betriebshof nach Wilsdruff.  Der Radebeuler Betrieb bezahlte in der Folge dort die Kosten für den Abschlepp-Einsatz.

Offenbar  wollte der ukrainische Fahrer des polnischen Unternehmens von der Abfahrt Wilsdruff  der A 4 aus  über Hühndorf und Weistropp  zur Brücke in Niederwartha fahren, um nach Radebeul zu gelangen. „Navigationsgeräte zeigen oft noch diese Verbindung an“, sagte ein Polizeibeamter. Dabei  sei der Weistropper Berg in beiden Richtungen für Laster gesperrt.

Dem Fahrer aus der Tarnopoler Region (Westukraine) stand bei dem Malheur der Schweiß auf der Stirn. Er wäre erst seit einem Monat in dem polnischen Speditionsbetrieb beschäftigt,  es wäre sein zweite  Fahrt, sagte er. Dabei hätte der Sattelschlepper  im Gewerbegebiet Klipphausen  problemlos wenden  können.  Das Dilemma am Viehteich wäre ihm so  erspart geblieben. Ob die Gemeindeverwaltung Klipphausen  noch Regressforderungen an das polnische Unternehmen stellt, da das Gelände am Viehteich in Mitleidenschaft gezogen wurde, bleibt abzuwarten. (D. Hanke)