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Oldtimer-Treffen 2016

Tausende kamen zum Oldtimertreffen

 400 Aussteller präsentierten ihre historischen Fahrzeuge

War das ein großer Tag für  Röhrsdorf  und die Gemeinde Klipphausen: Zum 13. Oldtimertreffen des MSV Röhrsdorf am 5. Juni 2016 im Gewerbegebiet  kamen über 2 500 Besucher. Sie bestaunten an die 400 Pkw, Motorräder, Traktoren, landwirtschaftliche Geräte und weitere Fahrzeuge  aus vergangener Zeit.  Historische Motorräder dicht an dicht „Wir sind sehr zufrieden, eine gelungene Veranstaltung“, sagt MSV-Mitorganisator Detlef Klatt.  Die Röhrsdorfer Motorsportfreunde hatten unterstützt von den Mitgliedern der Röhrsdorfer und Soraer Feuerwehren sowie den Gymnastik- und Landfrauen aus Röhrsdorf  mit viel  Engagement und Liebe den Besuchern allerlei  Kurzweil  und interessante Stunden bereitet.

Zum historischen Flair des Treffens gehörte auch, dass  schon MSV-Mitglied Enrico Pietzsch in einer  ABV-Uniform  aus DDR-Zeiten an der Zufahrt den Verkehr  regelte, was mit Schmunzeln der Gäste quittiert wurde.  Akkurat  gab der Hauptmann seine Anweisungen.   Bei den vielen Fahrzeugen kam er schon manchmal ins Schwitzen.  Auf dem weiträumigen Gelände im Röhrsdorfer Gewerbegebiet  nahe der Unternehmen Gessner und Rext  standen dann die historischen Fahrzeuge dicht an dicht. Mit im Blickpunkt war auch ein schwarzer  Mercury, Baujahr 1946, aus den USA.  Mit einem solchen Luxusgefährt von Ford waren einst auch Gangsterboss Al Capone und  reiche amerikanische Geschäftsleute unterwegs gewesen.  1 400 Dollar  hatte damals der Vier-Türer gekostet,  voriges  Jahr blätterte  der neue Besitzer  Jörg Adam aus Bannewitz dafür an die 20 000 Euro hin. „Ich habe mir mit dem Mercury einen Traum erfüllt“, sagt der Oldtimerfan.  Er hatte sich dieses Fahrzeug aus den USA geholt.  „Es war noch im Originalzustand, gut erhalten. Ein Glücksfall für mich“, bemerkt der Bannewitzer, der bei den Oldtimertreffen  in Röhrsdorf  stets  mit dabei ist.  Die Besucher bestaunten die Fahrzeugdetails:  den Flathead-Motor mit den kurzen Zylinderköpfen, das originale Wasserglas für den Scheibenwischer, die Spiegelanlage am Armaturenbrett, auf der die Schaltung von Verkehrsampeln verfolgt werden kann oder auch  die sogenannten „Selbstmördertüren“ am Fahrzeug.   30 Liter Sprit auf 100 Kilometer  verbraucht der Mercury.

Ein roter Dixi stand auch im BlickpunktOldtimerfreund Jörg Adam aus Bannewitz mit seinem MercuryEin Mini-Taxi aus ItalienEin Lanz Bulldog, Baujahr 1941, aus Röhrsdorf

 

 

 

 

Wesentlich  kostengünstiger waren da Fahrgäste früher mit  dem italienischen Mini-Taxi  der Marke Fiat 500 L gekommen, wobei allerdings die Fahrt bei der Raumknappheit sicher da kein Vergnügen war.  Für die Besucher  war es eine Freude, die vielen ausgestellten unterschiedlichen historischen Fahrzeuge von bekannten und weniger gebräuchlichen Firmenmarken zu sehen.  Oldtimerfan Heinz Hoppstock aus Meißen war mit dem Motorrad Imme R 100 , Baujahr 1950, gekommen.  Das Gefährt aus dem Allgäu , ein Zweitakter, Spitze sind 75 km/h, wurde einst vom Unternehmen Norbert Riedel aus Immenstadt hergestellt. „Das Treffen in Röhrsdorf  ist für mich ein Muss. Hierher kommen viele Oldtimerfreunde, da gibt es einen regen Gedankenaustausch“, sagt der 72-jährige ehemalige Maurer, der auch bekannt ist für seine Sammlung von zwölf Fahrrädern mit Hilfsmotoren.

 Auch die alten Traktoren sowie weitere Nutzfahrzeuge, die von den  Besitzern mit viel Liebe und Sachkenntnis  restauriert worden sind,  wurden von den Besuchern  aufmerksam  betrachtet, so auch ein Lanz Bulldog , Baujahr 1941, 25 PS,  von Familie Hofmann aus Röhrsdorf  oder  ein Dumper  mit Krückstockschaltung von IFA Robur „PICCO I“ , Baujahr 1976 . Bis 25 Grad Minus wäre das  Fahrzeug, auch Dreikantfeile genannt, zuverlässig gefahren. Bei noch stärken Minustemperaturen wäre zum Anlassen ein Feuer unter dem Motor empfehlenswert gewesen.

Auch viele Trabis waren ausgestelltHeinz Hoppstock aus Meißen auf seiner Imme  R 100, Baujahr 1950Traktoren bei der AusfahrtDie „Dreikantfeile“ von Robur, Baujahr 1976,  wird präsentiert

 

 

 

„Wieder eine tolle Schau, vor allem interessieren mich die Motorräder“, bemerkt der Niederauer Bürgermeister Steffen Sang, der unter den vielen Besuchern war und  die historischen n Fahrzeuge der 400 Aussteller  mit Interesse betrachtete. Auch das Rahmenprogramm  des Treffens kam bei den Gästen an. Dazu gehörten auch eine Ausfahrt der Oldtimer in die linkselbischen  Täler,  ein großer Fahrzeugteile-Markt, eine Hüpfburg, ein Stand der Jugendfeuerwehr Röhrsdorf-Taubenheim   sowie  Leckereien für die Gaumen der Besucher. Schon zeitig am Morgen hatten zum Beispiel Kameraden  der Röhrsdorfer Feuerwehr  mit den Vorbereitungen für das Kochen einer Gulaschsuppe begonnen.  40 Kilogramm Schwein- und Rindfleisch,  20 Kilo Zwiebeln, 40 Kilo Kartoffeln sowie  Gewürze und weitere Zutaten kamen in die Gulaschkanone der Feuerwehr, wie  Mitglied Maren Drescher bemerkt. Pünktlich 11 Uhr war das schmackhafte Gericht fertig. Feuerwehrleute aus Sora  hatten  dagegen für  Grillspezialitäten gesorgt.

In den Kategorien Motorräder, Pkw und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge  prämierte  der  MSV Röhrsdorf  die besten Fahrzeuge. Die  Besitzer erhielten als Preis eine gedrechselte Zündkerze.  Ausgezeichnet wurden  bei den Autos  das weiße Cabrio JAWA, Baujahr 1939, vom Hersteller Jannosch/Wanderer.  Bei den Motorrädern entschied sich der MSV für das Modell Imme R100 , Baujahr 1950, Hersteller Norbert Riedel, und bei den landwirtschaftlichen Exponaten gewann  der Traktor Utus, Baujahr 1966,  aus dem rumänischen Traktorenwerk Brasov.  (Dieter Hanke)