Firma Hightex erweitert sich

Firma  Hightex  baute eine neue Halle und fertigt auch Bauteile für die neue Trägerrakete Ariane 6

Welch großartige Entwicklung: Das  junge  Unternehmen  Hightex Verstärkungsstrukturen GmbH  im Gewerbegebiet Klipphausen ist mit seinen Spitzenprodukten  in der modernen Luft- und Raumfahrt sowie Automobilindustrie  bereits ein anerkannter Partner. Schichtleiter Holm Bahr zeigt eine Hightex-Preform für ein Fenster im Airbus

Durch  seine Produktion von  superleichten Hochleistungskomponenten  aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK)  wird  der Betrieb immer stärker ein Zulieferer für Branchen  der Hightechindustrie, wo Leichtbau  eine dominierende Rolle spielt  und mit jedem Gramm gegeizt wird.

So fertigen die Klipphausener  schon seit einiger Zeit für das neue Langstreckenflugzeug Airbus  A 350  textile Kohlefaser-Halbzeuge für Fensterrahmen  und Fußbodenstrukturen.  Aufträge für  über 700 Flugzeuge gibt es.  Ein Airbus  350-1 000  benötigt zum Beispiel  nahezu 130 Fensterrahmen. Das  macht  die Herausforderungen in den kommenden Jahren für Hightex deutlich.  Ein wichtiger Zulieferer ist das mittelständische Unternehmen  auch für die Automobilindustrie.  Für das  Elektrofahrzeug  BMW i3 stellen die Klipphausener  Teile aus Faserverbundstoffen  für  die Karosserie her.  Auch hier hat Hightex  einen langfristigen Auftrag und ist  mit seinen innovativen Technologien in die  weitere Forschung und Produktion von Elektroautos  der BMW AG eingebunden.  Die Karosserieteile  aus  Faserverbundstoffen sind bedeutend leichter als Stahlkonstruktionen, haben aber gleiche oder sogar noch bessere Eigenschaften  als herkömmliche Materialien. 

Durch  sein Know-how, Qualität und Zuverlässigkeit  kam  Hightex  jetzt auch in der Raumfahrtindustrie zum Zuge. Für die  Ariane 6, die neue europäische Trägerrakete  der ESA-Mitgliedsstaaten,  werden   die Hightex-Mitarbeiter ebenfalls Bauteile fertigen.  „Das ist für uns eine gute Bestätigung, dass wir mit unserer Herangehensweise, mit unseren innovativen Technologien, den Materialien und Anwendungen auf dem richtigen Weg sind. Das schafft für uns wirtschaftliche Stabilität und eine klare Perspektive“, sagt  Hightex-Geschäftsführer Dr. Dirk  Feltin.

Die Technischen Textilien von Hightex finden aber auch in anderen Industriezweigen Verwendung, wo Leichtbaustrukturen aus Carbon eingesetzt werden. So stellt der Betrieb  am Hamburger Ring 9 zum Beispiel  auch für  das oberbayrische Unternehmen Lowa, das Wander- und Bergsteigerschuhe  herstellt,  ein Verstärkungsteil  aus Faserverbundstoffen  für Schuhsohlen her. Das ist genau das Richtige für Klettertouren.

Jeanette Scherf, ebenfalls Geschäftsführerin von Hightex, skizziert  das Vorgehen in der Produktion folgendermaßen: „Wir fixieren zum Beispiel Kohlefaserstränge  mithilfe sehr dünner Nähfäden  auf einem textilen Untergrund  und formen diese dann dreidimensional um. Das spätere Bauteil  entsteht anschließend  durch das Durchtränken von speziellen Kunststoffen bei unseren Kunden.  Bei geringer Dichte sind die Materialien  hochfest  und schwer verformbar.“

Für Bürgermeister Gerold Mann liegt die erfolgreiche Entwicklung  von Hightex  vor allem darin begründet, dass hier ein engagiertes Team eng mit Universitäten und weiteren Forschungseinrichtungen zusammenarbeitet, dass die Wirtschaftsförderung Sachsen und  die Sächsische Aufbaubank die Vorhaben des Unternehmens unterstützen  und auch die Gemeinde Klipphausen  dem Unternehmen zur Seite steht. „Hightex trägt maßgeblich mit zum guten Ruf von Klipphausen bei“,  sagt er.   Das wurde auch bei der kürzlichen offiziellen Übergabe  von Hightex-Erweiterungsbauten deutlich. Das Unternehmen expandierte in den vergangenen zwei  Jahren. Auf seinem  Gelände am Hamburger Ring entstand  eine weitere, 2 000 Quadratmeter große Halle, wo  die Produktion für die Flugzeugteile  konzentriert wurde.   Auch ein großes Sozialgebäude  u. a. mit einer schönen Dachterrasse sowie einem Aufenthalts- und Schulungsraum für die Mitarbeiter kam hinzu. Die neuen Betriebsgebäude von Hightex am Hamburger Ring Das Bauunternehmen Goldbeck, das auch im Gewerbegebiet Klipphausen ansässig ist, errichtete die Bauten. Insgesamt investierte Hightex  vier Millionen Euro in die Erweiterung, wozu auch  neue Anlagen und Maschinen wie  Industriestickautomaten   gehören sowie die Modernisierung bestehender Räume.   Zugleich  richtete Hightex eine leer stehende Halle an der Dresdner Straße, wo früher ein  Büromöbel-Ausstatter seinen Sitz hatte, für  die Produktion  von Komponenten für das BMW-Elektroauto ein.  „Ein großes  Dankeschön allen Beteiligten, vor allem auch den Bauleuten für ihre solide Arbeit“, sagte  Geschäftsführerin Jeanette Scherf zur Einweihung.   Sie  machte auch  die Größenordnungen deutlich, die in den  kommenden  Jahren vor dem Unternehmen und den jetzt über 50 Mitarbeitern stehen, die im Zweischichtsystem tätig sind.  So soll zum Beispiel  in diesem Jahr ein Umsatz  von etwa fünf Millionen Euro erreicht werden, 2017 sollen es sieben und 2018 acht Millionen sein.  Dafür benötigt das Unternehmen noch weitere  Produktionsarbeiter/innen.   In den vergangenen zwei Jahren  wurden bereits 20 neue Arbeitsplätze geschaffen. 

Stefan Brangs, Staatssekretär im sächsischen  Ministerium für Wirtschaft und Arbeit, würdigte die  Entwicklung dieses Hightech-Betriebes,  der mit seinen Schlüsseltechnologien und Spitzenprodukten    Erfolgsgeschichte  geschrieben hat. „Die Zeichen bei den Leichtbautechnologien, die sie gesetzt haben“, stehen auf Zukunft“, sagte er.  Peter G. Nothnagel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH,  bemerkte, dass  das bei Hightex investierte Geld gut  angelegt sei.   Auch Partnerbetriebe wie  die  EFW Elbe Flugzeugwerft GmbH aus Dresden,  ACE  Advanced Composite Engineering GmbH aus Salem-Neufrach (Baden-Württemberg) oder  die BMW AG  sprachen  sich  bei der Einweihung anerkennend  über Hightex aus und lobten vor allem das Top-Management, Zuverlässigkeit und Qualität der Produkte dieses Betriebes, der 1999 aus einer Forschungsgruppe  des Dresdner Instituts für Polymehrforschung  hervorgegangen war und sich Ende 2006 im Gewerbegebiet Klipphausen angesiedelt hatte.  „Klipphausen  fliegt in der Welt immer mit“, meinte  Günther Dressler, Leiter Material  und Prozesse von ACE, mit Sicht auf  die Hightex-Produkte in den Flugzeugen Airbus. Was  das Unternehmen geschaffen habe, sei Weltspitze.

Rundgang zur Einweihung in der neuen Produktionshalle, links  Staatssekretär Stefan BrangsBei einem Rundgang  machten sich  die Gäste  mit der Hightex-Produktion vertraut.   „Wir  sind  ein gutes Team, wo alle  den Ehrgeiz haben, voranzukommen. Das zahlt sich aus“, sagt Holm Bahr, Qualitätsverantwortlicher und  Schichtleiter bei Hightex.  (Dieter Hanke)