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Das Gebrauchtgeräte-Zentrum ist zehn Jahre alt

Erfolgsstory in Klipphausen

Das Gebrauchtgeräte-Zentrum ist zehn Jahre alt und erobert den Weltmarkt

Europa ist für die Klipphausner zu klein. Das Gebrauchtgeräte-Zentrum des Hamburger Jungheinrich-Konzerns expandiert, will weitere Märkte erschließen. Am Hamburger Ring 3 im Gewerbegebiet Klipphausen werden gebrauchte Gabelstapler industriell aufgearbeitet und fit gemacht für ein zweites Leben. Aufgearbeitete Stapler, die jetzt an Kunden in Europa gehen. Vorrangig aus ganz Europa kommen die Flurförderfahrzeuge vom einfachen Palettenhubwagen bis zum 7,5 Tonnen-Gerät mit Elektroantrieb oder Verbrennungsmotor zu ihrer Rundum-Verjüngungskur in dieses sächsische Werk. Aber die in Premiumqualität mit Original-Ersatzteilen von Jungheinrich aufgearbeiteten Stapler werden auch nach Shanghai, Bangkok und Malaysia in Asien und in die russische Hauptstadt Moskau geschickt. Jetzt will Klipphausen mit den "JungStars" in Fünf-Sterne Qualität unter dem Motto" "Made und Remade in Germany" auch auf dem australischen  Markt Fuß fassen.

Dieser Tage feierte das mittelständische Unternehmen zehnjähriges Jubiläum. "Eine Erfolgsgeschichte. Die vergangenen zehn Jahre waren eine großartige Leistung in Wachstum, Vertriebs- und Innovationskraft. Wir sind stolz auf das Team dieses Unternehmens", sagt Bürgermeister Gerold Mann.Ein Schnappschuss zum Firmenjubiläum: Bürgermeister Gerold Mann (links), mit der CDU-Landtagsabgeordneten Daniela Kuge und Geschäftsführer Ralf Bangert an einem aufgearbeiteten Stapler, der im Außenbereich eingesetzt wird. Es habe sich von einer Werkstatt zu einem Aufarbeitungswerk mit industrieller Fertigung entwickelt, viele neue Arbeitsplätze geschaffen und damit auch zahlreichen Familien in der Region eine Perspektive gegeben", bemerkt der Bürgermeister. Aber auch mit Ausbildungsbörsen oder der Unterstützung ortsansässiger Vereine und Feuerwehren beweise das Gebrauchtgeräte-Zentrum seine enge Verbundenheit zur Gemeinde. "Für uns ist das Unternehmen ein zuverlässiger Partner", so Gerold Mann. Besondere Highlights seien in der Vergangenheit auch die Namensgebung  des Dr.-Jungheinrich-Platzes im Gewerbegebiet Klipphausen oder die Übergabe des 25000.Gabelstaplers an ein englisches Unternehmen im Alten Kalkbergwerk Miltitz gewesen.

 

Vor zehn Jahren ging es dem Gebrauchtgeräte-Zentrum um den zusätzlichen Erwerb  von 3000 Quadratmetern Gewerbefläche sowie um einen Hallenbau. Gerold Mann: "Damals konnte man noch nicht erahnen, welch rasante Entwicklung dieser mittelständische Betrieb einmal nehmen würde." Heute stehen beeindruckende Zahlen zu Buche, die von stetigem Wachstum und steigenden Produktionszahlen künden. So wurde die Produktionsfläche in mehreren Ausbaustufen auf mittlerweile über 13500 Quadratmeter erweitert. In den letzten Ausbau seit 2014 hat das Gebrauchtgeräte-Zentrum über acht Millionen Euro investiert. So entstanden ein neues Versand- und Produktionslager, ebenso ein Zwischenbau,der die bestehenden zwei Produktionshallen verbindet. Allein eine neue Strahl-, Lackier- und Trockenanlage für die Fahrzeuge hat an die zwei Millionen Euro gekostet. Auch ein neues Sozialgebäude kam hinzu.

 

Während im Gründungsjahr 26 Mitarbeiter insgesamt 600 Fahrzeuge aufarbeiteten, sind heute über 190 Betriebsangehörige dabei, der wachsenden Nachfrage nach erneuerten gebrauchten Staplern in der Welt gerecht zu werden und jährlich mehr als 6000 Fahrzeuge auszuliefern. "Wir erweitern jetzt weiter die Produktion", sagt Ralf Bangert, Geschäftsführer des Gebrauchtgeräte-Zentrums. Dazu wurden auch dieses Jahr weitere 20 Arbeitsplätze geschaffen. Seit 2011 bildet übrigens das Unternehmen seine Experten selbst aus. In diesem Jahr werden 16 Auszubildende betreut, darunter fünf kaufmännische Lehrlinge, vier duale Studenten, sechs technische Auszubildende sowie ein Diplomand. "Wir blicken auf eine beispiellose Erfolgsstory zurück. Ich bin stolz, was wir mit so einer tollen Mannschaft   leisten konnten und freue mich auf die nächsten zehn Jahre", bemerkt der 54-jährige Ralf Bangert, der in Klipphausen wohnt, und hebt noch hervor: "Ohne die Unterstützung der Gemeinde Klipphausen  wäre das alles nicht so ohne weiteres möglich gewesen."  Mittlerweile hat das Gebrauchtgeräte-Zentrum seit seinem Bestehen bereits über 40000 aufgearbeitete Stapler an Kunden in aller Welt ausgeliefert. Und die Aufträge boomen.  

 

Um den Aufstieg  weiter voranzutreiben und mit dem Gebrauchtgeräte-Zentrum, das in der Welt einmalig ist, neue Akzente zu setzen, will Jungheinrich jetzt in Klipphausen sein Geschäftsfeld komplettieren. "Ab 2017 wollen wir im Betrieb auch Systemgeräte aufarbeiten", sagt Dr. Marc Ehrmann, der seit 2008 Leiter des Jungheinrich-Werkes in Landsberg (Sachsen-Anhalt) ist, wo es um die Neuproduktion von kleineren Gabelstaplern geht, und der seit Januar 2016 ebenfalls Geschäftsführer des Gebrauchtgeräte-Zentrums in Klipphausen ist. Zu den Systemgeräten gehören die Schmalgang-Stapler. Diese Fahrzeuge sind technisch sehr anspruchsvoll, besitzen eine umfangreiche Steuerung. Bei einer Fahrzeugbreite von 1,20 Metern können diese Stapler mit ihren Auslegern bis zu 15 Metern Höhe zum Beispiel Hochregale in Logistikzentren erreichen. Einige solcher Stapler sind auch automatisch - ohne die ständige Bedienung durch einen Fahrer - im Einsatz. "Die Aufarbeitung von Systemgeräten ist eine neue Herausforderung für Klipphausen. Es wird dafür auch eine extra Abteilung gebildet", sagt Dr. Ehrmann, der vor allem auch  dieses neue Arbeitsfeld mit forcieren will.

 

Eine wesentliche Grundlage, um künftig auch mit diesem Erzeugnis auf dem Gebrauchtstaplermarkt in der Welt bestehen zu können, sind dafür das Engagement und der Fleiß aller Mitarbeiter des Gebrauchtgeräte-Zentrums. Seit 2007 gehört zum Beispiel Falk Sauer dem Betrieb an. In der Montagehalle: Teamleiter Falk Sauer an dem Standort, wo die aufgearbeiteten Teile für die Montage eines Elektrostaplers bereitgestellt werden. Als Elektriker, wo er dort einst für den Batteriedienst zuständig war, hat sich der heute 43-Jährige durch Einsatz und Können zum Teamleiter im Bereich Montage qualifiziert und trägt heute Verantwortung für 40 Mitarbeiter. "Ich kann mich im Betrieb einbringen, Ideen und Vorschläge sind gefragt. Offenheit und die große Bereitschaft der Leute, sich für das Unternehmen einzusetzen, haben uns vorangebracht. Auch bei Schwierigkeiten haben wir uns nicht entmutigen lassen. Das zählt und macht uns Mut, dass der Betrieb weiter erfolgreich ist", bemerkt Falk Sauer, der in Neukirch wohnt und täglich einen Arbeitsweg von insgesamt 150 Kilometern hat. Auch er feierte fröhlich mit den anderen beim kürzlichen Sommerfest zum zehnjährigen Jubiläum des Werkes. Mit dabei war da auch David Biedermann aus Röhrsdorf.Eine Fotoschau zum Firmenjubiläum: Mechatroniker-Azubi David Biedermann zeigt auf ein Bild (rechts oben), das ihn während der Ausbildung zeigt. Der 18-Jährige ist Mechatroniker-Azubi im zweiten Lehrjahr. "Die Ausbildung ist sehr abwechslungsreich, uns wird im Betrieb frühzeitig Verantwortung übertragen. Ich hatte als Oberschüler ein Praktikum im Gebrauchtgeräte-Zentrum gemacht. Das hat für mich den Ausschlag gegeben, dort eine Ausbildung zu machen", bemerkt David Biedemann, der da mit einem Notendurchschnitt von etwa 1,5 im zweiten Lehrjahr recht erfolgreich ist.

 

Zum Sommerfest, das ein guter Anlass für die Mitarbeiter war, die zehnjährige erfolgreiche Entwicklung des Betriebes zünftig zu feiern, gehörte auch eine Unterschriften-AKtion. Mitarbeiter Stephan Engel setzt wie andere Belegschaftsangehörige auch seine Unterschrift auf ein Staplerteil, das vom zehnjährigen Firmenjubiläum kündet.Auf dem Kontergewicht eines Staplerhecks setzten die Belegschaftsangehörigen ihren Namenszug anlässlich des Jubiläums. Dieses Staplerteil ist jetzt im Foyer des Gebrauchtgeräte-Zentrums ausgestellt. (Dieter Hanke)