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Hightech-Feuerwehrauto für Klipphausen

Mit modernster Technik werden jetzt Einsätze der Feuerwehren koordiniert

Mirko Knöfel, der Leiter der Klipphausener Feuerwehr, freut sich riesig.Freude über das neue Einsatzleitfahrzeug, in der Mitte Landrat Arndt Steinbach, rechts Bürgermeister Gerold Mann.   In der Fahrzeughalle steht jetzt die neueste Errungenschaft: ein Einsatzleitwagen. Gewissermaßen ist dieser Mercedes-Sprinter eine fahrbare Hightech-Station.  „Für uns Feuerwehrleute in der Gemeinde wird dieses Fahrzeug eine große Hilfe sein“, sagt der 33-Jährige zur offiziellen  Übergabe des neuen ELW 1 am Sonntag, den 18. September.  Denn Feuerwehr-Führungskräfte koordinieren ab sofort in diesem Wagen die Einsätze der Ortswehren bei Bränden, Unfällen und Havarien.  Schnell  kann da zum Beispiel entschieden werden, ob weitere Technik und Leute angefordert werden müssen oder welche Vorgehensweise der Kameraden nötig ist.

Der Klipphausener Wehrleiter zeigt stolz das Herzstück des Einsatzleitwagens – die Funkanlage. Wehrleiter Mirko Knöfel am Laptop im neuen Fahrzeug, im Hintergrund die Anlagen mit den einzelnen Funkkreisen.Drei Funkkreise stehen zur Verfügung, einmal zur Rettungsleitstelle in Dresden, zweitens für den Kontakt zu den Ortswehren und Feuerwehrleuten vor Ort. Der dritte Funkkreis ist Reserve, soll weiteren Einsätzen vorbehalten sein.  Doch der Leitwagen hat noch andere moderne Technik an Bord: Zwei Laptops, mit dem die Einsätze dokumentiert werden, ein Faxgerät, ein großer Schirm fürs Internet, wo beispielsweise auch angezeigt werden kann, welche Pegelstände die Flüsse bei Hochwasser haben. Im Kofferraum befinden sich noch diverse andere Ausrüstungen, so unter anderem Notstromaggregat, Beleuchtungssatz, Atemschutz-Rettungsgerät und anderes.  Vier Führungskräften bietet der Wagen Platz,  der bis zu 150 km/h schnell fährt.

Auf diesem Einsatzleitwagen 1 mit dem Kennzeichen „MEI GK 141“ steht „Retten, Löschen, Bergen, Schützen“. „Genau das ist das Motto der zwölf Ortswehren in unserer Gemeinde Klipphausen“, sagt Bürgermeister Gerold Mann.   Nach eingehender Abwegung hatten sich Gemeinderat und Verwaltung entschieden, dieses neue Fahrzeug anzuschaffen. Es ist nicht gerade billig. 103 000 Euro kostet es. Zwar steuert da der Freistaat Sachsen 39 000 Euro Fördergelder bei. Doch es bleiben so immerhin noch 64 000 Euro Eigenmittel bei der Gemeinde hängen, die aufzubringen sind. „Wir haben uns aber letztlich entschieden, dieses Fahrzeug zu erwerben, um unsere Feuerwehrleute weiter wirksam zu unterstützen“, bemerkt der Bürgermeister zur feierlichen Übergabe des Wagens. In der Gemeinde Klipphausen gibt es insgesamt fast 400 Mitglieder in den Feuerwehren, davon sind  257 Aktive. Hinzu kommen 80 Mädchen und Jungen in sechs Jugendfeuerwehren (Klipphausen, Röhrsdorf, Scharfenberg, Taubenheim, Burkhardswalde und Tanneberg-Rothschönberg).   

Wie gesagt, stationiert wird  das neue Fahrzeug in Klipphausen. Doch es ist ein Einsatzleitwagen der Gemeindewehr, und alle Ortswehren profitieren davon. Das heißt auch,  dass sich die  Führungskräfte der Ortswehren in nächster Zeit  mit dieser anspruchsvollen Technik vertraut machen müssen. Die Klipphausener haben das schon getan. „ Wir hatten mehrere Schulungen“, sagt Hauptfeuerwehrmann Jens Kutzsche.  Eine Software zur Führung und Dokumentation kommt noch in Kürze, was dann die Ausbildung an diesem Fahrzeug erleichtern soll.

Wie wichtig ein solcher neuer Einsatzleitwagen ist, wird auch  daran deutlich, dass die Klipphausener Kameraden verstärkt auch zu Unfällen auf der A 4 ausrücken müssen. „ Dieses Jahr waren es dort schon 20 Einsätze“, sagt Mirko Knöfel, der seit 2008 Ortswehrleiter ist.   Klipphausen betreut hier mit Wilsdruff einmal den Abschnitt  vom Dresdner Tor  bis zum Autobahndreieck Nossen und in der Gegenrichtung den Abschnitt  von der Anschlussstelle Wilsdruff bis zum Dreieck Dresden-West.   

Landrat Arndt Steinbach ist deshalb erfreut, dass die Gemeinde Klipphausen auch  in Sachen Feuerwehren so engagiert zu Werke geht. „Das schafft Sicherheit, vertieft das Vertrauen bei den Bürgern und fördert den Zusammenhalt“, bemerkt er. Bei der offiziellen Übergabe dieses  Einsatzleitwagens dankte er den Kameraden aller Ortswehren der Gemeinde für ihr engagiertes Bemühen, bei Bränden, Unfällen und Havarien Menschenleben zu retten und Schäden zu begrenzen.  Dass  die Ortswehren ein gutes Miteinander pflegen, beweist auch die Tatsache, dass die Burkhardswalder Feuerwehr zu Gunsten des neuen Einsatzleitwagens auf ein eigenes neues Feuerwehrfahrzeug verzichtete und statt dessen einen   Mannschaftstransportwagen der  Klipphausener Wehr übernahm, der schon einige Jahre im Dienst ist.  Das alte Fahrzeug in Burkhardswalde war total verschlissen. „Die Haltung der Burkhardswalder ist anerkennenswert“, sagt Gemeindewehrleiter Manfred Kreißler.

Dieser gute Zusammenhalt der Ortswehren zeigte sich auch  bei der Übergabe des Einsatzleitwagens. Feierliche Eröffnung Alle Wehren kamen, gratulierten, und da an jenem Sonntag die Klipphausener die Fahrzeugübergabe mit ihrem jährlichen Tag der offenen Tür  kombiniert hatten, gab es auch einen guten Anlass, miteinander zu fachsimpeln. Ärgerlich war da zum Beispiel, dass das neue Einsatzleitfahrzeug erst mit erheblicher Verspätung vom Herstellerbetrieb,  der Firma Binz aus Ilmenau (Thüringen),  ausgeliefert wurde. „Wir hätten es schon viel eher benötigt“, so Kreißler.

Dieser Sonntag bot  aber auch  gute Gelegenheit, um zu feiern.   Bier jedenfalls hatten die Feuerwehrleute mitgebracht, und  auch der Landrat und die Gemeindewehrleitung spendierten welches.

Spaß gab es an diesem Tag auch jede Menge.Wehrleiter Mirko Knöfel schmunzelt über eine Schachtel mit Beruhigungstee, die ihm der Röhrsdorfer Feuerwehrchef Rene Drescher (rechts überreicht hatte.     Schon bei der Gratulationscour zur Fahrzeugübergabe. Da  überreichte  der Röhrsdorfer Feuerwehrchef  Rene  Drescher der Klipphausener Wehr eine Schachtel mit Beruhigungstee. Gute Nerven brauchen die Feuerwehrleute schon, denn der neue Einsatzleitwagen muss exakt beherrscht werden. Allerhand Gaudi auch bei anderen Dingen. Mitglieder der Klipphausener Jugendfeuerwehr hatten für  Besucher eine Station aufgebaut, wo es um Zielspritzen mit Wasser ging.  An diesem Tag  interessierten sich aber die meisten Gäste für das neue Einsatzleitfahrzeug und andere Feuerwehrtechnik.  Die Klipphausener Wehr präsentierte sich, warb um Nachwuchs,Anna-Marie, Mascha und Lena von der Jugendfeuerwehr Klipphausen  bereiten das Zielspritzen für die Besucher vor.  eine Einsatzübung wurde demonstriert. Auch das Essen aus der Gulaschkanone und andere Gaumenfreuden kamen an. Ein gelungener Tag.  Kreisbrandmeister Ingo Nestler sprach deshalb der Klipphausener Wehr  und den anderen Feuerwehrleuten seine Anerkennung aus.  Auch dafür, dass Gemeinderat und Verwaltung  den Erfordernissen der Feuerwehren gut Rechnung tragen. So verfügen nahezu alle Feuerwehren in der Gemeinde über neue oder modernisierte Gerätehäuser, und auch die Fahrzeugtechnik wurde entschieden verbessert. Noch bis Ende diesen Jahres soll die Garsebacher Wehr ein neues Gerätehaus in Robschütz erhalten.    

Text und Fotos: Dieter Hanke