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Von Klipphausen in alle Welt

Die Fäth GmbH baute für über sechs Millionen ein neues Produktionsgebäude.

Ein großer Tag: Am Donnerstag, dem 19. Oktober 2017, weihte die Fäth GmbH im Gewerbegebiet Klipphausen ihr neues Produktionsgebäude ein. Über sechs Millionen Euro hat die FäthGroup mit ihrem Hauptsitz in Eschau-Hobbach (Bayern) in ihre Niederlassung auf der Schwabacher Straße investiert. 20 bis 25 weitere Arbeitsplätze werden geschaffen. „Für unsere Kunden und Mitarbeiter ist dieser Neubau mehr als eine sinnvolle Zukunftsinvestition. Es ist auch der Beginn einer neuen Ära in unserer Firmengeschichte“, sagte Eigentümer und Geschäftsführer Michael Fäth zur Einweihung. Mit zusätzlichen  Fertigungshallen, Reinräumen und Büroflächen auf einer Gesamtfläche von

Blick auf das neue Produktionsgebäude.

3 100 Quadratmetern erweitere das Unternehmen seine Kapazitäten im Anlagenbau für Reinstmedien. Neue Marktchancen und Geschäftsfelder werden erschlossen.

Die Fäth GmbH ist in Deutschland und im Ausland Partner für Unternehmen vornehmlich in den Branchen der Halbleiterindustrie und der Pharmazie sowie in der Lebensmittelindustrie und der Photovoltaiktechnik. Die 120 Mitarbeiter in Klipphausen bieten ihren Kunden individuell abgestimmte Lösungen im Standard- und Reinstmedienbereich für Systeme der Gas- und Chemieversorgung sowie Abwasser- und Abwasserrecycling an. Der Umsatz stieg in den letzten Jahren ständig an. 2017 will die Niederlassung knapp 25 Millionen Euro erreichen.

Dank von Landrat und Bürgermeister

Der Meißner Landrat Arndt Steinbach, der mit dem Klipphausener Bürgermeister Gerold Mann bei der Einweihung zugegen war, würdigte die erfolgreiche  Entwicklung: „Ein vorbildliches Unternehmen, das eine Bereicherung für den Gewerbestandort Klipphausen ist.“ Und der Bürgermeister verwies darauf, dass mit durch die enge Partnerschaft zwischen Kommune und Fäth GmbH, die seit 2006 in Klipphausen ansässig ist,  Menschen einen sicheren Arbeitsplatz und ein gutes Umfeld haben.

Das Produktionsgebäude, zu dem auch 23 Fahrzeug-Stellplätze gehören, ist auf seinen drei Etagen mit modernster Technik ausgestattet und voll klimatisiert. Für die partikelfreie Herstellung von hochreinen Versorgungssystemen aus Kunststoff und Edelstahl, wie der 38-jährige Qualitätsmanager Hendrik von der Forst informierte, sind in den Reinräumen dreistufige Filter Tag und Nacht in Betrieb. Photovoltaikanlagen auf dem Dach erzeugen in der Stunde 28 Kilowatt, die in das Stromsystem eingespeist werden. Während sich im Erdgeschoss Lager- und Fertigungsflächen, vor allem für Versorgungssysteme aus Kunststoff, sowie auch eine Teststrecke für fertige Anlagen befinden, werden im ersten Obergeschoss mechanische Fachwerkstätten und Büroräume sein und im zweiten Obergeschoss ein Reinraum sowie Büro- und Sozialräume. Im Erdgeschoss ermöglicht eine große Durchfahrt, dass Sattelauflieger bis 40 Tonnen in das Gebäude fahren können, um so die Hightech-Erzeugnisse geschützt vor Wetterunbilden laden zu können. Ein neues CNC-Fräszentrum und ein neues Drehzentrum sind ebenfalls noch in dem neuen Produktionsgebäude vorgesehen.

Zwei Jahre dauerten Planung und Bau - eine kurze Zeit, wofür  die beiden Eigentümer und Geschäftsführer Michael und Florian Fäth der Firma Goldbeck und weiteren Unternehmen aus der Region für die Qualitätsarbeit und enge Zusammenarbeit herzlich dankten, ebenso den Kollegen des Betriebes Hendrik von der Forst, der für Fäth die Bauleitung hatte sowie den Projektdirektoren Alexander Keßler und Frank Petzold, die sich trotz des täglichen Stresses noch mit um den Innenausbau kümmerten.

An einem Reinraum des Unternehmens: Geschäftsführer Michael Fäth informiert Landrat Arndt Steinbach (Zweiter von rechts) und Bürgermeister Gerold Mann (links) über die Entwicklung des Betriebes.

Schlüssel wiegt fünf Kilo

Großen Beifall der Anwesenden gab es denn auch, als Goldbeck-Verkaufsingenieurin Kerstin Dittmann zur Übergabe des Neubaus den symbolischen Schlüssel an die Bauherren überreichte. Auch in dieser Hinsicht eine gewichtige Sache, denn immerhin besteht der Schlüssel aus fünf Kilogramm Edelstahl. Kerstin Dittmann: „Wir wünschen viele Aufträge zu auskömmlichen Konditionen, damit diese Produktionsstätte immer bestens ausgelastet wird und Ihre Firma, wie auch viele Firmen hier in der Region, ein Leuchtturm bleibt.“

Zünftig feierten dann die 120 Mitarbeiter und Familienangehörigen mit den Gästen. Dem Ereignis entsprechend war auch das Rahmenprogramm: Musik,  Foto-Wand und mehrerlei Belustigungen wie Glücksrad und anderes. Auch die Kinder hatten viel bei Spaß unter anderem bei Hüpfburg, Karussell und Schminken.  Der Cateringservice Näcke aus Meißen verwöhnte die Anwesenden mit lukullischen Dingen.

An den Tischen gab es angeregte Gespräche - oft ging es da auch um die ersten Anfänge des Unternehmens. Niederlassungsleiter Alexander Keßler hatte da in seiner Rede zur Einweihung zum Beispiel berichtet, dass es vor elf Jahren nicht wenige Skeptiker gab, als mit einer Handvoll Leuten die Produktion in den großen Hallen in Klipphausen gestartet wurde. Die Zweifler meinten: Die würden größenwahnsinnig sein, wie sollen die großen Hallen gefüllt werden?

Elf Jahre später verwies Geschäftsführer Michael Fäth (49), Maschinenbauer und seit 15 Jahren Unternehmer, zur Einweihung auch darauf: An 13 Standorten ist die FäthGroup weltweit vertreten, in Singapur ebenso wie im malayischen Penang, in Moskau oder Minsk, in Japan oder China. „Oder hier in Klipphausen. Wir beweisen hier, dass Klipphausen auch weiterhin weltweit mithalten kann.“ Und der 40-jährige Alexander Keßler, der seit all den Jahren jedes Wochenende mit dem Auto 580 Kilometer nach Rheinland-Pfalz zu seiner Familie fährt, knüpfte hier an: „Wir sind mächtig stolz darauf, dass wir die größte Niederlassung der Fäthgruppe sind.“ 2015 wurde die Fäth GmbH mit dem zweiten Platz beim Sächsischen Staatspreis für Innovation ausgezeichnet. 

Diesen Erfolgskurs der Klipphausener würdigte zur Einweihung auch Dr. Matthias Römer, Geschäftsführer der Bürkert Stiftungsbeteiligungs-GmbH in Ingelfingen (Baden-Württemberg). Die Bürkert-Gruppe als ein weltweit führender Hersteller von Mess-, Steuer- und Regelungssystemen für Flüssigkeiten und Gase ist Mitgesellschafter der FäthGroup. „Es war ein guter Entscheid, in Klipphausen zu investieren“, so Dr. Römer.

Text und Fotos: Dieter Hanke; 20.10.2017