^ Nach oben

Neue Bäume für die Pflaumenallee

Beim diesjährigen Pflanzfest in Naustadt machten wieder viele Familien mit.

Schönes Herbstwetter, tolle Stimmung bei Naustädter und Scharfenberger Familien und Einwohnern weiterer Ortsteile und ein Gewinn für die Natur: Das Baumpflanzfest am Sonnabend, dem 21. Oktober, in Naustadt war wieder eine gelungene Aktion. An der Straße zwischen Naustadt und Riemsdorf pflanzten die Bewohner 20 Pflaumenbäume. Damit erhöhte sich dort die Zahl dieser Obstbäume auf 40, denn bereits im Vorjahr hatten die tüchtigen Pflanzfreunde an dieser Strecke Pflaumenbäume alter regionaler Sorten in den Boden gebracht. Die Scharfenberger Ortschaftsratsvorsitzende Steffi Horst: „Wir kommen so unserem Ziel ein gutes Stück näher, die alte Pflaumenallee am Schulweg zur Grundschule nach Naustadt wiederzubeleben.“

Freudig präsentieren die Schüler Lukas, und Luca von der Evangelischen Oberschule Klipphausen und deren Leiterin Daniela Vogt (von links) den neuen Pflaumenbaum der Sorte St. Julien.

Seit nunmehr fast zehn Jahren wird dieser Baumpflanztag Naustädter Bürger vom Ortschaftsrat, der Bio-Baumschule Schäfer, dem Verein Lebensraum Scharfenberg und der Grundschule Naustadt gemeinsam mit vielen engagierten Helfern organisiert. „Wir wollen einmal, dass unsere schöne Natur in der Umgebung mit weiteren Gehölzen bereichert wird und zum anderen, dass mit einer solchen Aktion Natur- und Umweltbewusstsein von Kindern und Erwachsenen gefördert wird“, sagte die Ortschaftsratsvorsitzende.

Eifrig waren an diesem Tag Kinder und Erwachsene wieder bei der Sache. Emsig buddelten sie am Straßenrand Pflanzlöcher in den Lehmboden, setzten akkurat die Bäume ein, die mit Pflanzpfählen gestützt und mit Schilfmatten vor Wildverbiss geschützt werden. Kinder schleppten Gießkannen und wässerten die jungen Bäume. An ihrer Seite hatten die Helfer wie immer ihren Experten: den Naustädter Bio-Baumschulgärtner Christian Schäfer, aus dessen Baumschule zum großen Teil die etwa fünfjährigen Pflaumenbäume stammen.  Der 61-Jährige half mit seiner Frau Marlies den Pflanzfreunden, achtete darauf, dass Baum und Pfahl korrekt mit Kokosstrick verbunden wurden oder dass sich die Veredlungsstelle des Baumes über dem Boden befand. „Ich freue mich sehr, wenn an dieser historischen Pflaumenallee wieder viele heimische Sorten wachsen“, meinte Christian Schäfer. In vergangenen Jahrzehnten waren an dieser einst dicht bewachsenen Strecke immer mehr Obstbäume aus Altersgründen weggefallen.

Auch engagiert dabei: Herr Zimmer aus Naustadt. Tochter Josephina ist aufmerksame Beobachterin.

Mit Neugier und Freude wurden die einzelnen Exemplare begutachtet. Die Hauszwetschge und die Meißner Honigpflaume waren darunter, ebenso mehrere Renekloden, die St. Julien-Pflaume und weitere Sorten. „Die Kinder sind draußen, erleben die Natur. Es ist eine gute Sache, da machen wir mit“, sagte Herr Zimmer aus Naustadt, der mit seiner Tochter Josephina (7), die die erste Klasse in der Grundschule besucht, und dem fünfjährigen Sohn Alexander gekommen war. „Es hat schon Kraft gekostet, für das Pflanzloch erst mal die Grasnarbe abzutragen“, schmunzelte Marcel Kiesewalter aus Constappel.  Die Familie brachte mit den Kindern Sverre Magnus (5. Klasse der Evangelischen Oberschule Klipphausen) und Aimee Maddison (sechs Jahre) die Wangenheims Frühzwetschge, eine sehr süße frühe Sorte in den Boden. Auch Familie Susann und Carl Wagner freuten sich mit der zehnjährigen Lena (Evangelische Oberschule) über ihren Pflaumenbaum – Königin Viktoria, die einmal große aromareiche goldgelbe Früchte tragen wird.

Wie viele andere Pflanzfreude werden auch die Familien Dirk Wanke und Tony Wagner, die ebenfalls mit ihren Kindern dabei waren, ihre zwei neuen Baumschützlinge auch in Zukunft pflegen, damit diese  gut gedeihen. „Den Nutzen davon haben wir doch alle“, bemerkte der Zimmermann Dirk Wanke aus Scharfenberg, und sein Kumpel Tony Wagner, der als Kfz-Mechatronikermeister bei der VGM in Meißen arbeitet, fügte hinzu: „Wir wollen zu einer schönen, lebenswerten Umwelt beitragen.“

Auch Augenoptikermeister Michael Bornemann, der Meißner Niederlassungsleiter von Fielmann, war bei der Aktion dabei. Das Unternehmen hatte 2017 fast 900 Euro für diese Naustädter Pflanzaktion gespendet, im Vorjahr waren es 500 Euro. „Der Baum ist Symbol des Lebens, Naturschutz eine Investition in die Zukunft. In Naustadt ist unsere Spende gut angelegt“, bemerkte der 60-jährige Meister. Wie in Klipphausen engagiert sich Fielmann bereits seit Jahrzehnten für die Umwelt. So pflanzt das Unternehmen für jeden Mitarbeiter jedes Jahr einen Baum, bis heute mehr als 1,5 Millionen Bäume und Sträucher.

Familie Wagner beim Pflanzen des Pflaumenbaumes der Sorte Königin Viktoria.

Wie Steffi Horst mitteilte, haben noch weitere Bürger und Gemeinschaften für die Pflanzaktion gespendet, so kamen u. a. 200 Euro von der Gemeinde Klipphausen. Der Ortschaftsrat Scharfenberg spendete der neuen Evanglischen Oberschule einen Fliederbaum. Dank sagte die Vorsitzende auch dem Landwirt Herrn Grübler, der landwirtschaftliche Flächen an dieser Straße bewirtschaftet und Verständnis für die Baumpflanzung hat.  

Für den Leiter der Grundschule Naustadt, Lutz Müller, war die diesjährige Aktion wieder ein schöner Erfolg. Seit vielen Jahren engagiert sich diese Einrichtung für das Pflanzfest, nicht nur mit einem abwechslungsreichen Kulturprogramm in der Schule zum Auftakt des Pflanztages. Gerade auch im Sachunterricht würde dieses Thema eine wichtige Rolle spielen, was das Kennenlernen der Obstbäume, ihre Pflege und Bedeutung in der Natur anbelangt. Der Schulleiter hat alle Daten und Orte exakt im Computer vermerkt. „Seit 2009 wurden bei diesen Pflanztagen insgesamt in Naustadt und Umgebung über 130 Bäume, vor allem Obstbäume gepflanzt“, so der 52-Jährige. Auch die Patenschaften von Kindern und Familien zur ständigen Pflege der neuen Bäume hat er gewissenhaft vermerkt.

Die neue Evangelische Oberschule Klipphausen hat sich auch gleich aktiv mit in die Pflanzaktion eingebracht. Mehrere Schüler und Eltern pflanzten mit Bäume. „Diese Aktion passt genau in unser Bildungskonzept“, bemerkte Schulleiterin Daniela Vogt.

Mit Liedern und Tänzen zum Thema Bäume in der Natur erfreuten Schüler der zweiten und dritten Klasse aus der AG „Singen, Tanz und Theater“ sowie der AG „Gemeinsam musizieren“ der Grundschule Naustadt sowie Schüler der fünften Klasse der Evangelischen Oberschule Klipphausen die Anwesenden. Deren einhellige Meinung: Ein wunderbarer Tag. Dazu gehörte auch das gesellige Beisammensein beim Kaffeetrinken nach dem Pflanzen der Bäume.

Text und Fotos: Dieter Hanke, 21.10.2017