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Blut-Detektive in Klipphausen

Das Labor Dr. Staber & Kollegen stellt Krankheitserreger fest, analysiert Blut und testet auf Vaterschaft, Alkohol und Drogen.

Der Hightech-Standort in Klipphausen ist nicht nur in Sachsen bekannt. Über 100 Unternehmen im Gewerbegebiet sorgen dafür, dass Klipphausen deutschlandweit und auch im Ausland einen guten Namen hat. Ob nun die Gabelstapler von Jungheinrich oder Faserstrukturen für Airbus und BMW von Hightex, ob Pakete von DHL oder das Bauunternehmen Goldbeck – der Branchenmix im Gewerbegebiet ist vielfältig. Dazu gehört auch das Labor Dr. Staber & Kollegen auf der Bremer Straße 9, das mit zu den Top Ten des Labormarktes in Sachsen gehört. 170 Mitarbeiter, darunter sieben Ärzte verschiedener Fachrichtungen, Chemiker und Biochemiker,  medizinisch-technische und chemisch-technische Assistenten sowie weitere Betriebsangehörige, sorgen hier Tag für Tag für ein umfassendes Spektrum an diagnostischen Labordienstleistungen. Fast 1 000 niedergelassene Arztpraxen aller Fachgebiete, Kliniken, Institute, betriebsmedizinische Dienste, Behörden und weitere Einrichtungen sowie auch Privatpatienten hauptsächlich aus dem Großraum Dresden, aber auch aus Freiberg, Chemnitz, Leipzig, der Lausitz sowie ferner aus Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt nehmen die Dienste dieses Klipphausener Labors in Anspruch.

Da geht es um Blutproben auf Borreliose-Verdacht, die immer mehr zunehmen, um Untersuchungen für Zucker-, Cholesterin-, Leber-, Nieren- und Harnsäurewerte oder um Allergene-Tests. Blutbilder und Wundabstriche werden analysiert oder auch Stühle, ob bakterielle oder virale Krankheitserreger von Durchfällen vorliegen. Urinproben sollen Aufschluss geben, ob Harnwegsinfektionen aufgetreten sind.

Dienstleister für Arztpraxen

„Unser Labor will den Ärzten und weiteren Mitarbeitern in den Praxen, Kliniken und Einrichtungen, die direkt mit den Patienten zu tun haben, zur Seite stehen. Mit unseren Untersuchungen und Befunden wollen wir dazu beitragen, dass die Ärzte präzise Diagnosen stellen können, um so den Patienten mit einer entsprechenden Therapie zu helfen. Oder anders gesagt: Ohne Labor keine Diagnose und Medizin“, bemerkt die Leiterin des Klipphausener Labors Dr. Lucia Staber. In den Bereichen Serologie, Mikrobiologie, Klinische Chemie, Hämatologie und Toxikologie werden im Jahr mehrere Millionen an Einzeluntersuchungen vorgenommen. „Täglich sind es etwa 4 000 Blutbilder, die wir analysieren“, sagte die 44-jährige Fachärztin für Laboratoriumsmedizin weiter.

25 Fahrzeuge bringen morgens in Kühlboxen die Proben nach Klipphausen. Routineuntersuchungen, zum Beispiel auf Durchfall oder Harninfekten, sowie Blutbilder sind meist noch am gleichen Tag fertig. Aufwendigere Analysen würden etwas länger dauern, wie Dr. Staber informierte.

Spezialanalytik erweitert

Neben der „normalen“ Diagnostik haben die Klipphausener in den letzten Jahren vor allem die Spezialanalytik mit neuesten Methoden ausgebaut, um damit auch den Nachfragen und Zukunftsanforderungen in ihrer Branche zu entsprechen. „Dieser Weg war erfolgreich“, so Dr. Staber. So helfen die Klipphausener mit bei der Erforschung neuer Medikamente und bei medizinischen Studien. Aufwendige Untersuchungen erfolgen am Standort auf der Bremer Straße, um zum Beispiel die Wirkung von Medikamenten genau dosieren zu können oder nach Transplantationen bei Patienten mit für einen komplikationslosen Gesundheitsverlauf zu sorgen. Hoch spezialisierte Analyseverfahren werden angewendet, unter anderem im Bereich der Onkogenetik sowie bei PCR-Erregern, die dazu dienen, Infektionskrankheiten zu bekämpfen.

Genetische Untersuchungen, zum Beispiel Vaterschaftstests oder auch Untersuchungen, um Drogen- und Alkoholmissbrauch oder Aids festzustellen, werden ebenfalls in diesem Großlabor vorgenommen. Bei Bürgern, die zum MPT-Test müssen, um den Führerschein für ihr Fahrzeug wiederzuerlangen, wird über einen bestimmten Zeitraum kontrolliert, ob von diesen Personen Drogen oder Alkohol weiter konsumiert werden. Aber auch Trinkwasser-Untersuchungen, um zum Beispiel gefährliche Keime wie Legionellen festzustellen, die bei Menschen zu schweren Lungenentzündungen führen können, gehören genauso zum Spektrum dieses Medizinischen Versorgungszentrums wie auch Blut- und Kotuntersuchungen von Tieren für das Veterinärwesen.

Besonders für neue Technologien und Verfahren in der Spezialanalytik hat das Klipphausener Unternehmen beträchtliche finanzielle Mittel für medizinische Geräte ausgegeben, so unter anderem für Anlagen zur Tandem-Massenspektrometrie, wo zum Beispiel auch Hormone gemessen werden können oder auch Medikamente für eine richtige Dosierung. Dr. Lucia Staber nannte ein weiteres Beispiel: „Das Vitamin D ist das wichtigste Vitamin im Knochenstoffwechsel. Deren Messung mittels Immunoassay ermöglicht eine präzise Diagnostik und damit auch eine frühzeitige Behandlung bei Patienten.“

Wie die Leiterin sagte, würde das Labor zu 80 Prozent kassenärztliche Leistungen erledigen, 20 Prozent seien private Aufträge. Bei letzteren gehe es zum Beispiel auch um Anti-Aging-Prävention, um Alterungsprozessen vorzubeugen.

Seit 1999 in Klipphausen

Der Standort in Klipphausen ist der größte der Laborgruppe Dr. Staber, die insgesamt 14 Niederlassungen und über 1 000 Mitarbeiter in mehreren Bundesländern hat, so in Schleswig-Holstein, Hessen, Berlin-Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg. Alle Laboratorien sind schon seit Jahren nach den hohen DIN-Standards akkreditiert. 1982 hatte Dr. Fritz Staber seine Laborarztpraxis mit damals insgesamt vier Mitarbeitern in München gegründet. Das Familienunternehmen expandierte in den Folgejahren und schuf einen überregionalen Laboratoriumsverbund, der mit führend in Deutschland ist.

Hervorgegangen ist der Standort in Klipphausen im Jahr 1999 aus einem von Dr. Staber seit 1992 geführten Labor in Freiberg und einem in Dresden. Seit 2004 baute Dr. Lucia Staber, die Tochter des Firmengründers, zusammen mit Fachleuten die Niederlassung in Klipphausen weiter auf. Im gleichen Jahr bekam das Labor die bundesweite Akkreditierung als Fachlabor zugesprochen. In den weiteren Jahren setzte sich die erfolgreiche Entwicklung zielgerichtet fort. Vor allem das Untersuchungs-Spektrum des Labors wurde beharrlich erweitert, der Kontakt zu Arztpraxen, Kliniken und anderen Gemeinschaften vertieft. Zählte 2004 das Unternehmen an der Bremer Straße etwa 70 Mitarbeiter, sind es heute weit mehr als das Doppelte. Sehr viele kommen aus der Region. „Der Standort in Klipphausen an der A 4 ist logistisch für uns von großem Vorteil“, bemerkte Dr. Lucia Staber, die besonders das Engagement ihres Teams und das enge Miteinander schätzt. „Das zahlt sich für uns alle aus“, sagte sie. Das Unternehmen will weiter wachsen, sucht noch Mitarbeiter, vor allem medizinisch-technische Assistenten (Interessenten sollten sich unter Telefon 035204 6350 melden).

Bei Laufparty dabei

Für die enge Gemeinsamkeit des Teams spricht zum Beispiel auch, dass sportliche Mitarbeiter des Labors bei der 10. REWE Team Challenge Dresden mit von der Partie sein werden. Gemeinsam mit vielen weiteren Mannschaften aus Unternehmen in Sachsen werden sie bei dieser Laufparty am 23. Mai 2018 in der Innenstadt von Dresden eine fünf Kilometer lange Strecke absolvieren. „Wir freuen uns schon darauf“, sagt Dr. Lucia Staber, die selbst eine begeisterte Freizeitläuferin ist und sich auch für Yoga und Bildende Kunst interessiert und mit ihren drei Kindern (Tochter 16 Jahre, zwei Jungs, sieben und zwölf Jahre) in Dresden lebt.

Für den Klipphausener Bürgermeister Gerold Mann sei dieses Unternehmen ein langjähriger und zuverlässiger Partner im Gewerbegebiet. Es habe sich kontinuierlich entwickelt. „Hier haben viele Leute aus der Region ihren Arbeitsplatz. Das Labor bereichert den Branchenmix im Gewerbegebiet Klipphausen“, sagte der Bürgermeister.

Text und Fotos: Dieter Hanke, 19.01.2018