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Kunstwerke werden restauriert

Ostdeutsche Sparkassenstiftung und Sparkasse Meißen unterstützen mit Fördergeldern das Vorhaben in Naustadt

 

Welch eine Freude für die Gemeindemitglieder der Ev.-Luth. St.-Bartholomäus-Kirchgemeinde Röhrsdorf, aber auch für viele weitere Bürger der Gemeinde Klipphausen sowie für Touristen und Ausflügler aus Sachsen und darüber hinaus. In der Naustädter Kirche, die es seit über 850 Jahren gibt und die viele Jahrhunderte die Patronats- und Begräbniskirche der sächsischen Adelsfamilie von Miltitz war, werden jetzt weitere kunstgeschichtlich bedeutsame Exponate restauriert. Es betrifft die Kanzel und den Taufstein. Diese wurden 1597 in der Werkstatt des bekannten Meißner Bildhauers Hans Köhler geschaffen und von der Familie von Miltitz gestiftet.

„Im Laufe der Zeit habe Nässe und Salz die bildhaften Darstellungen geschädigt. Manche sind auch gar nicht mehr erkennbar. Ölfarbenschichten haben sich gelöst, Details gingen verloren, es gibt Fehlstellen. Auch eine gründliche Reinigung ist erforderlich“, sagte Pfarrer Christoph Rechenberg.

Der Taufstein wird rege genutzt. „Im Vorjahr hatten wir 21 Taufen von Kindern und Erwachsenen“, bemerkte der Pfarrer. Der Taufstein aus Sandstein enthält vier bildliche Darstellungen aus dem Alten Testament. Kinder unten am Fuß des Taufsteins tragen die Marterwerkzeuge Christi in den Händen.

Auch die Kanzel enthält die Wappen der Stifterfamilie von Miltitz. Auch hier haben die farbigen Reliefs aus der biblischen Geschichte Schäden erlitten. An Kanzelkorb und Aufgang müssen Ergänzungen vorgenommen werden. „Gerade auch an der Kanzel ist das Wirken der Stifterfamilie von Miltitz gut sichtbar und zeugt von ihrer gesellschaftlichen und heimatgeschichtlichen Bedeutung“, sagte der Pfarrer. So ist zum Beispiel bemerkenswert, dass auf einem Bild die Jünger Jesu mit Maria, der Mutter Jesu, zu sehen ist. Für die damalige Zeit eine Besonderheit, dass eine Frau da in der Mitte des Bildes dargestellt wird. „Parallelen sind unverkennbar, dass einst Barbara, die Ehefrau des Stifters Dietrich von Miltitz, die eine starke Persönlichkeit war, darauf Einfluss genommen hat“, resümierte der Pfarrer.

320 Gemeindemitglieder zählt die Kirche aus dem Naustädter Bereich. Etliche davon haben bereits seit Jahren für die Restaurierung dieser zwei Exponate gespendet. Darunter auch das Mitglied des Vorstandes Hermann Schmick. „Wir freuen uns, dass es jetzt mit der Restaurierung klappt. Unsere Kirche wird dadurch noch schöner. Wir wünschen uns, dass viele Besucher zu uns kommen und die bedeutsamen Kulturgüter besichtigen“, sagte der 61-jährige Landwirt.

Bis zum Schul- und Heimatfest im Mai 2018 sollen Taufstein und Kanzel wieder in voller Schönheit prangen. Der bekannte Diplomrestaurator Michael Lange von der Atelier für Restaurierung Schloss Kaufungen GmbH wird die Arbeiten ausführen. Dieser hat schon in der Region mehrere wertvolle Exponate in Kirchen restauriert, so auch 2005 das historische Kaendler-Epitaph für Alexander von Miltitz in Naustadt.

Da für die Restaurierung von Taufstein und Kanzel keine Gelder aus dem Kirchenhaushalt zur Verfügung gestellt werden können, freut sich die Kirchgemeinde riesig, dass die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Meißen Fördergelder für diese zwei Kunstwerke bereitstellt. Landrat Arndt Steinbach und Rolf Schlagloth, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Meißen, übergaben am 19. Januar die Förderzusage in der Naustädter Kirche. „Wir freuen uns, dass wir damit diese Kulturinitiative der Kirchgemeinde unterstützen können“, sagte Rolf Schlagloth. Es sei schon gute Tradition, dass die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Meißen als Kulturförderer in der Region, so unter anderem auch in den Kirchen Burkhardswalde und Constappel, Projekte finanziell bezuschussen. Die  Restaurierung des Kaendler-Epitaphes in der Naustädter Kirche geschah ebenfalls mit Fördergeldern von Sparkassenstiftung und Sparkasse Meißen. Auch für Taufstein und Altar werden jetzt Mittel aus dem Zweckertrag des PS-Lotterie-Sparens zur Verfügung gestellt.

Landrat Arndt Steinbach verwies u. a. darauf, dass die Fördergelder in Naustadt gut angelegt seien. Er wünscht sich, dass sich künftig noch mehr Besucher diese kulturhistorisch wertvollen Zeugnisse in der schönen Naustädter Kirche ansehen werden. Das ist auch im Sinne von Marlene Schmick, die mit ihrem Mann diese Veranstaltung zur Fördergeld-Zusage in der Naustädter Kirche mit engagiert vorbereitet hatte. „Es sind Gelder für eine gute Sache. Da stehen wir nicht abseits“, meinte sie.

Pfarrer Christoph Rechenberg bedankte sich bei allen Spendern. „Wir kommen wieder ein gutes Stück voran“, bemerkte er. Im Blick hat er da schon neue Vorhaben. So würde es um die Restaurierung von alten Marmorplatten an der Außenfassade der Kirche und auch um die Grabplatte eines Bergmanns am Turmeingang gehen.

 

Text und Fotos: Dieter Hanke, 30.01.2018