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Schloss-Ausbau kommt gut voran

Im Obergeschoss des Ostflügels in diesem historischen Bauwerk in Klipphausen entstehen Verwaltungsräume.

Der Aus- und Umbau im Obergeschoss des Ostflügels im Schloss Klipphausen ist in vollem Gange. „Die Arbeiten verlaufen planmäßig“, sagt Michael Hegenbart vom Bauamt der Gemeindeverwaltung Klipphausen, der für dieses Vorhaben mit zuständig ist. Im Ostflügel sollen weitere Verwaltungsräume für die Gemeinde entstehen. Nach der Fertigstellung, die im zweiten Halbjahr 2018 vorgesehen ist, werden dann die Mitarbeiter der Außenstelle der Gemeindeverwaltung in der ehemaligen Schule in Röhrsdorf in das Klipphausener Schloss ziehen, das sich in Eigentum der Kommune befindet. Das betrifft die Kämmerei und das Bauamt. Das Meldeamt war bereits vor Jahren ins Erdgeschoss des Hauptflügels gezogen, wo es von den Bürgern barrierefrei zu erreichen ist.

Die Gemeinde Klipphausen will so die Verwaltung an einem Ort konzentrieren und verspricht sich damit eine höhere Effektivität, die auch eine Vermeidung von Informationsverlusten und eine schnellere Koordination von kommunalen Aufgaben und Bürgeranliegen einschließt.

Knapp eine Million Euro wird dieses umfangreiche Vorhaben kosten. Davon sind etwa 600 000 Euro Fördergelder von Bund und Freistaat Sachsen aus dem Programm „Brücken in die Zukunft“. Diese Investition beinhaltet auch die Beseitigung von Putzschäden an den Fassaden des Schlosses und einen neuen Farbanstrich. Ferner wird, wie Michael Hegenbart sagt, auch die Außentreppe an der Parkseite des Schlosses neu gemacht.

In diesem historischen Schlossareal aus dem 17. Jahrhundert, wo in der Folgezeit auch im Obergeschoss des Ostflügels Um- und Einbauten vorgenommen worden sind und Räume in den vergangenen Jahren leer standen, müssen die Bauleute mit Umsicht und Kreativität vorgehen, um einmal die Belange des Denkmalschutzes zu beachten und zum anderen moderne Räume zu schaffen, die einer zeitgemäßen Verwaltungsarbeit der Mitarbeiter der Gemeinde angemessen sind. Denn vieles ist in diesem Gebäudeteil verschlissen. So werden unter anderem Fenster, Fußböden, Elektrik, Heizung und Sanitäranlagen neu gemacht. Eine Wärmedämmung kommt  hinzu. Das Dach des Gebäudes war bereits in vergangenen Jahren erneuert worden.

Ein Rundgang in diesen Tagen zeigt den Baufortschritt im Obergeschoss. Maurer, Zimmerleute, Elektriker, Heizungsbauer und weitere Gewerke sind im Einsatz. So wurden zum Beispiel marode Wände abgebrochen und entstanden nach dem jeweiligen Zuschnitt der Räume neu. Zimmerer tauschten verschlissene Balken und anderes aus. Geschossdecken und Fußböden sind in Bereichen neu.

„Der weitgehende Erhalt der historischen Bausubstanz und die notwendige Modernisierung sind handwerklich anspruchsvoll“, bemerkt Michael Hegenbart. Auch die Heizungsbauer Rainer Schumann und Christian Scholz von der Haustechnik Vogt GmbH aus Klipphausen können das gut nachvollziehen. Sie verlegen gerade Heizungsleitungen in den Räumen. „Die alten Decken sind vielfach schief. Da müssen wir ganz schön zirkeln, um alles gut anzupassen“, bemerkt Christian Scholz. Wie beide sagen, werden insgesamt weit über 100 Meter an Heizungsrohren in den Verwaltungsräumen im Obergeschoss installiert.

Auch Naturstein-Restaurator Gert Schirpke von der Firma Wachsmuth Naturstein GmbH aus Fördergersdorf gibt sich viel Mühe, um diesem historischen Bauwerk gerecht zu werden. So setzt er gewissenhaft neu angefertigte Sandstein-Vierungen an den Fenster-Gewänden ein, damit dann später die neuen Fenster installiert werden können.

„Mit dem Denkmalschutz ist zum Beispiel auch abgestimmt, dass ein alter Kamin im hinteren Bereich im Obergeschoss erhalten bleibt“, sagt noch Bauamts-Mitarbeiter Michael Hegenbart.

Mit dem Ausbau der oberen Etage im Ostflügel wird das denkmalgeschützte Schlossensemble weiter aufgewertet. Bereits vor einigen Jahren entstand im Erdgeschoss dieses Flügels aus ehemaligen Stallanlagen und Abstellräumen ein attraktiver Treff für Vereine und Bürger. Historische Baukunst blieb somit auch dort erhalten, ein Denkmal wurde mit Leben erfüllt. Die ausgebauten Räume stehen auch für Feiern von Familien und Gemeinschaften offen. Damals wie auch jetzt für den Ausbau des Obergeschosses hat das Bauplanungsbüro Arcadis aus Freiberg Planung und Baubegleitung des Vorhabens übernommen.

Text und Fotos:  Dieter Hanke, 21.03.2018