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Becken schützt vor Hochwasser und Starkregen

In Reichenbach wird der einstige Speicher künftig für die Wasserrückhaltung genutzt.

Das ehemalige Speicherbecken in Reichenbach hat eine neue Zukunft. Es soll künftig als Rückhaltebecken dienen. „Bei Starkregen oder Hochwasser soll es die überschüssigen Wassermaßen aufnehmen“, sagt Klipphausens Beigeordneter und Bauamtsleiter Dieter Schneider. Damit wolle die Gemeinde vor allem das Rehbocktal schützen. Beim Hochwasser 2013 war der Bach Riemsdorfer Wasser, der durch das Speicherbecken fließt, stark angeschwollen. Die Fluten stürzten durch das enge abschüssige Tal genau auf den internationalen Campingplatz und verwüsteten die Anlagen. „Das soll sich  nicht wiederholen“, bemerkt der Bauamtsleiter.

In den vergangenen drei Jahren erfolgten an diesem Speicherbecken bereits vorbereitende Maßnahmen. So wurden die Fische aus diesem Speicher, der etwa an die fünf Fußballfelder groß ist, in andere Gewässer umgesetzt. Das Wasser im Becken wurde abgelassen. Aus der Vorsperre entfernten Arbeiter tiefe Schlammschichten. Durch das Hochwasser war allerhand Erde von den umliegenden Feldern in das Becken gespült worden. Auch der Zu-  und der Ablauf in der Vorsperre wurden saniert. 120 000 Euro haben diese Arbeiten gekostet“, bemerkt Dieter Schneider.

Jetzt werden die Baumaßnahmen an diesem einstigen Speicher fortgesetzt, um weitere Schäden vom Hochwasser 2013 zu beseitigen. So haben Beschäftigte der Melioration GmbH Meißen im Februar Bäume und Sträucher, die wild unter anderem auf dem Damm des Beckens gewachsen  waren, beseitigt.

Bauamtsleiter Dieter Schneider nannte weitere Vorhaben, die in diesem und im kommenden Jahr erledigt werden sollen. „Der Damm wird abgedichtet. Auf einem Viertel des Speichers vor diesem Bauwerk wird der Schlamm ausgehoben“, so der Amtsleiter. Zugleich würde dort ein etwa 200 Quadratmeter großer Biotopteich entstehen, der auch als Rückzugsort für Amphibien wie Frösche, Kröten, Molche und Salamandern dienen soll. Bei all den Arbeiten würde der Naturschutz beachtet. Schneider: „Der einstige Bewässerungsspeicher wird aber nicht wieder vollständig mit Wasser gefüllt. Das Areal soll künftig als Rückhaltebecken zur Verfügung stehen und damit dem Hochwasserschutz dienen. Rückgebaut werden am Speicher unter anderem das Pumpenhaus und das Tosbecken, ein bremsendes Auffangbecken für das abfließende Wasser. Das Auslaufbauwerk wird saniert, ebenso Zufahrt sowie Anlagen wie zum Beispiel Schachtbauwerke. In der Februar-Gemeinderatssitzung hatten die Abgeordneten der Hoch- und Tiefbau Dresden GmbH den Zuschlag für die Baufeldvorbereitung zur Instandsetzung des Hauptspeichers erteilt. Die Kosten betragen dafür knapp 180 000 Euro.

Ein Gutachten vor einigen Jahren, das das einstige staatliche Umweltfachamt in Radebeul angefertigt hatte, stellte schon damals eine Durchfeuchtung des etwa acht Meter hohen Erddammes fest. Das Hochwasser hatte das Ganze noch verstärkt. Das soll jetzt ebenfalls in Ordnung gebracht werden.

Wie der Bauamtsleiter noch sagte, werden die Gesamtkosten für diese Maßnahmen am einstigen Speicher zur Beseitigung der Hochwasserschäden bei 1,4 Millionen Euro liegen. Bund und Freistaat Sachsen finanzieren das Vorhaben.

Vor mehr als drei Jahrzehnten war der etwa 25 000 Quadratmeter große Beregnungsspeicher in Reichenbach vom damaligen Rat des Kreises Meißen gebaut und finanziert worden, und zwar als Wasserreservoir für die LPG Bockwen zur Bewässerung von Kulturen. Nach der Wende gingen die Staubecken-Anlagen an die Treuhand, später an den Landkreis Meißen. Die Flächen bekamen private Alteigentümer zurück, einen Teil erhielt auch die Gemeinde Klipphausen. Das Staubecken wurde für Fischerei verpachtet. Die Eigentumsverhältnisse am Speicher waren sehr verworren. Es wurde dort nach der Wende eine Flurneuordnung vom Landkreis versäumt. Nach langwierigen Auseinandersetzungen der Gemeinde mit dem Landkreis Meißen wurde nun gemeinsam im Interesse eines gut funktionierenden Hochwasserschutzes die neue Nutzung des einstigen Speichers als Wasserrückhaltebecken festgelegt.

Text und Foto: Dieter Hanke, 27.03.2018