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Elbradweg bald wieder komplett

Die Brücke über die Wilde Sau in Gauernitz wird jetzt gebaut

Familie Wick aus Rostock freut sich sehr. In ihrem Urlaub war sie gerade mit den Rädern auf dem Elbradweg nach Meißen unterwegs. „Sehr schön, dass nun die Brücke in Gauernitz gebaut wird. Da brauchen wir nun das letzte Mal die Umleitung auf der B 6 nehmen. Bei dem starken Verkehr ist uns dort schon etwas mulmig zumute“, meinte das Ehepaar, das jedes Jahr Urlaub in Sachsen macht. „Der Elbradweg ist doch klasse. Und auch die reizvollen linkselbischen Täler haben wir schon mit dem Rad erkundet“, sagte Herr Wick.

Seit einigen Wochen wird nun nahe dem Elbschlösschen in Gauernitz gebaut. Zunächst entsteht der neue asphaltierte Elbradweg für den Anschluss an die Brücke. Das sind etwa 100 Meter auf beiden Seiten. Denn der Elbradweg erhält jetzt hier eine etwas veränderte Streckenführung. Die neue Brücke über die Wilde Sau wird nicht wie vorher direkt kurz vor der Mündung der Wilden Sau in die Elbe errichtet, sondern etwa 200 Meter oberhalb in Richtung Ortslage den Fluss queren. „Das hat auch den Vorteil für die Radler, dass der Kurvenradius zur Brücke jetzt weiter ist und nicht wie früher an der Brücke am Elbschlösschen scharf im rechten Winkel abbiegt“, sagte Steffen Horn, Mitarbeiter der Bauverwaltung der Gemeinde Klipphausen, der für dieses Projekt zuständig ist. Damit komme die Gemeinde auch einer Empfehlung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) nach, der für Radfahrer Gefährdungen durch einen extrem engen Kurvenradius vermeiden möchte.

Der Bau hat sich erforderlich gemacht, da beim Starkregen im Mai 2014 die alte Brücke stark beschädigt wurde. Das ansonsten so beschauliche Flüsschen Wilde Sau hatte sich in einen reißenden Strom verwandelt. Steffen Horn: „Die Fluten hatten die Fundamente verschoben. Die Brücke wurde aus den Halterungen gerissen. Das Wasser setzte dem Bauwerk arg zu. Ein Ersatzneubau machte sich erforderlich.“

Danach wurde dieser Abschnitt des Elbradweges gesperrt. Die Radler mussten fortan hier eine kurze Umleitung auf den B 6 nehmen, ehe sie am Fährweg in Gauernitz wieder auf den bestehenden Elbradweg zurückkehren konnten (etwa 150 Meter).

Im November diesen Jahres sollen nun die neue Überquerung der Wilden Sau und angrenzenden Arbeiten fertig sein. Damit wäre nach gut vierjähriger Unterbrechung der Elbradweg wieder komplett. Wie Steffen Horn informierte, wird eine Fachwerkbrücke aus Aluminium mit Beschichtung installiert. Sie hat eine große Spannweite, ist 21 Meter lang und 2,50 Meter breit. Ein österreichisches Unternehmen fertigt die neue Brücke. Die vorherige Stahlbetonbrücke, etwa 40 Jahre alt, war 18 Meter lang gewesen.

Natürlich hätten es Fußgänger und Radler gern gesehen, wenn die neue Überquerung schon eher gebaut worden wäre. Doch die lange Zeitdauer hat sich aus verschiedenen Gründen ergeben. Denn die Wilde Sau ist ein Gewässer erster Ordnung, wofür die Landestalsperrenverwaltung (LTV) den Hut aufhat. Zwar wurden schon vor etwa drei Jahren die beim Starkregen beschädigten Böschungen der Wilden Sau in diesem Abschnitt mit einer Notreparatur wieder etwas stabilisiert. Doch generell sollen hier die Böschungen abgeflacht werden, vor allem auf der Seite in Richtung Dresden. Doch die Landestalsperrenverwaltung kann dieses Vorhaben erst zu einem späteren Zeitpunkt verwirklichen, so dass Gemeinde und diese Behörde übereinkamen, die Brücke an anderer Stelle zu errichten, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Außerdem hat der neue Standort den Vorteil, dass die Bewohner im Elbschlösschen nicht vom Fahrradverkehr gestört werden. Im Zuge der Planungen hatte sich die Verzögerung auch dadurch ergeben, dass für die neue Streckenführung auch Gespräche mit mehreren Grundstückseigentümern sowie Abstimmungen mit Behörden erforderlich waren, um Baurecht zu erhalten.

Die Bauarbeiten werden nicht ganz unproblematisch sein. Denn Leitungen verschiedener Medienträger liegen in diesem Bereich. Da ist Sorgfalt vonnöten, um Komplikationen zu vermeiden. Die Fundamente für die Brücke sollen im September gemacht werden, damit sie dann etwa drei Wochen aushärten können. Die Kosten für das Gesamtvorhaben, so Steffen Horn, belaufen sich auf etwa 300 000 Euro, davon beträgt der Anteil für die Brücke 80 000 Euro. Der Freistaat fördert das Vorhaben.

Das Unternehmen Brühl aus Freital ist von der Gemeinde mit den Erdarbeiten und den Radwegbau beauftragt worden. Die Firma Bitschnau aus Österreich, das Planungsbüro Frank aus Freital sowie das Büro Lohse aus Kleinkagen in der Gemeinde Käbschütztal (für die Statik des Brückenbaus zuständig) sind weitere Partner dieses Projekts.

Text und Foto: Dieter Hanke, 18.07.2018