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Finale beim Schloss-Ausbau

Für die Gemeinde wurden im Ostflügel vom Schloss Klipphausen neue Verwaltungsräume geschaffen, um die Außenstelle in Röhrsdorf zu schließen...

...Die Arbeiten sind in der Endphase. Der Rohbau ist fertig, ebenso der Putz in den Räumen, die Trockenbauwände stehen. Fußbodenleger und Maler müssen noch ran. Elektriker werden noch einige Arbeiten vornehmen. Auch noch andere Feinmontagen sind erforderlich. Die Innentüren werden noch von den Tischlern eingebaut. Und auch Server, Computer, Telefone und weitere Kommunikationstechnik müssen noch installiert und mit den Netzwerken verbunden werden. „Wir denken, dass Ende September der Ausbau der neuen Verwaltungsräume im Schloss abgeschlossen wird“, sagte Michael Hegenbart vom Bauamt der Gemeindeverwaltung Klipphausen, der für dieses Vorhaben mit zuständig ist.

Insgesamt entstehen im Obergeschoss des Ostflügels im Schloss Klipphausen acht neue Verwaltungsräume für die Gemeindeverwaltung Klipphausen. Bis Ende dieses Jahres werden dann die Mitarbeiter der Außenstelle der Verwaltung in der ehemaligen Schule in Röhrsdorf in das Klipphausener Schloss ziehen, das sich in Eigentum der Kommune befindet. Das betrifft die Kämmerei und das Bauamt. Das Meldeamt war bereits vor Jahren ins Erdgeschoss des Hauptflügels gezogen, wo es von den Bürgern barrierefrei zu erreichen ist. Die Gemeinde Klipphausen will so die Verwaltung an einem Ort konzentrieren und verspricht sich damit eine höhere Effektivität, die auch eine Vermeidung von Informationsverlusten und eine schnellere Koordination von kommunalen Aufgaben und Bürgeranliegen einschließt. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Kommune mehrere Eingemeindungen hinter sich, was einen höheren Bedarf an Verwaltungsräumen nach sich zog. Gegenwärtig leben über 10 000 Einwohner in 43 Ortsteilen in der Gemeinde Klipphausen.

Knapp eine Million Euro wird dieses umfangreiche Vorhaben kosten, informierte der 36-jährige Michael Hegenbart. Davon sind etwa 600 000 Euro Fördergelder von Bund und Freistaat Sachsen aus dem Programm „Brücken in die Zukunft“. Diese Gesamtinvestition  beinhaltet auch die Beseitigung von Putzschäden an den Fassaden des Schlosses und einen neuen Farbanstrich an dem Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert.  Hier sollen die Arbeiten Ende August beginnen. wie Bautechniker Hegenbart sagte. Die Firma Fuchs und Girke, Bau- und Denkmalpflege aus Ottendorf-Ockrilla wird die Fassadensanierung ausführen. Mit der Denkmalpflege abgestimmt wurde ein grauer Farbton an diesem historischen Gebäude.

 Mit der Nutzung der neuen Verwaltungsräume im Schloss wird sich auch der Hauptzugang zur Gemeindeverwaltung ändern, der sich dann an der Ecke der beiden Schlossflügel neben den Vereinsräumen befinden wird. Der derzeitige Hauptzugang im Innenhof, wo auch die Arztpraxis von den Bürgern erreicht wird, bleibt dann als ein Nebenzugang zur Verwaltung bestehen.

Die Um- und Ausbauarbeiten in diesem Ostflügel erforderten von den Bauleuten Umsicht und Kreativität, denn  es galt einmal die Belange des Denkmalschutzes zu beachten und zum anderen moderne Räume zu schaffen, die einer zeitgemäßen Verwaltungsarbeit der Mitarbeiter der Gemeinde angemessen sind. Vieles war in diesem Gebäudeteil verschlissen, Räume standen über Jahre leer. Wie Michael Hegenbart mitteilte, wurden unter anderem Fußböden, Geschossdecken, Fenster, Elektrik, Heizung und Sanitäranlagen neu gemacht. Eine Wärmedämmung an den Dachgeschossdecken kam hinzu. Das Fußbodenniveau ist jetzt einheitlich. Gefahren durch Schwellen wurden beseitigt. Zimmerer tauschten verschlissene Balken und anderes aus. Marode Wände wurden abgebrochen, alte Einbauten entfernt, der Zuschnitt von Räumen verändert. Die Heizung der Räume erfolgt durch eine Gastherme im Schloss, die schon vorhanden ist.

 „Es war unser Anliegen bei der Sanierung, die historische Bausubstanz weitgehend zu erhalten“, so Michael Hegenbart. Das betraf zum Beispiel die Holzständerstruktur, wo es machbar war und Lehmputz auf die Fachwerkinnenwände angebracht wurde. Andere Wände  wurden mit einem Kalk-Zement-Putz versehen.

Ein Handicap war, dass die alten Decken vielfach schief waren, es gab unterschiedliche Raumhöhen. Um das alles auszugleichen und einen einheitlichen Untergrund für die Geschossdeckensanierung zu schaffen, kam es zu weiteren Arbeiten, die in der Folge auch zu Bauverzug führten. Baustart für das Vorhaben Schlossausbau war im Oktober 2017 gewesen. Das Bauplanungsbüro Arcadis aus Freiberg war für Planung und Baubegleitung des Vorhabens zuständig. Zu den Firmen, die beim Ausbau eingesetzt wurden, gehörten auch der Betrieb Haustechnik Vogt aus Klipphausen und Elekto Funke aus Bockwen sowie weitere Unternehmen aus dem regionalen Umland. Die Firma Vogt Naturstein und Denkmalpflege aus Roitzschen wird die Sandsteinsanierungen an den Schlossfassaden vornehmen.

Zweifellos wird mit dem Ausbau der oberen Etage im Ostflügel das denkmalgeschützte Schlossensemble weiter aufgewertet. Bereits vor einigen Jahren war im Erdgeschoss dieses Flügels aus ehemaligen Stallanlagen und Abstellräumen ein attraktiver Treff für Vereine und Bürger entstanden. Historische Baukunst blieb somit auch dort erhalten, ein Denkmal wird mit Leben erfüllt. Andererseits sollte aber auch ewähnt werden, dass Gemeinderat und Gemeindeverwaltung in den vergangenen 25 Jahren dem Klipphausener Schlossausbau für die Verwaltung und anderen Zwecken nicht die Priorität eingeräumt hatten. „Andere Investitionen wie Abwassertrassen und Trinkwasserleitungen, Kindertagesstätten und Schulen waren wichtiger und hatten Vorrang“, bemerkte Klipphausens Beigeordneter und Bauamtsleiter Dieter Schneider. Jetzt wird mit der weiteren Schlosssanierung ein Anliegen des Denkmalschutzes und auch vieler Einwohner verwirklicht.

Text und Fotos Dieter Hanke, 21.08.2018