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Bau der Gastrasse „Eugal“ hat begonnen

Auch in der Gemeinde Klipphausen sind jetzt Bauleute am Werk, um die neue Ferngasleitung Eugal zu errichten, die parallel zu der vor sechs Jahren errichteten Gastrasse Opal verlaufen wird.

Der Bauherr der Ferngasleitung, das Unternehmen Gascade Gastransport GmbH, hatte dafür kürzlich den positiven Planfeststellungsbeschluss der Landesdirektion Sachsen für den nördlichen Abschnitt in Sachsen erhalten. Wie Gascade-Pressesprecherin Nicola Regensburger auf Nachfrage informierte, werde zunächst an der Kreisstraße 8033 im Bereich Röhrsdorf in Richtung Staatsstraße 177 und dem Gewerbegebiet Klipphausen/Gemarkung Wilsdruff auf der geplanten Strecke der Mutterboden abgetragen. Dann werden die Rohre angefahren und vor Ort verschweißt. Im weiteren Verlauf werden der Rohrgraben ausgehoben, die Rohre versenkt und der Graben wieder verfüllt. Nicola Regensburger: „Die Arbeiten sollen, sofern das Wetter mitspielt, im Frühjahr 2019 abgeschlossen sein. Dann folgt aber noch die Renaturierung.“

Wie die Pressesprecherin des Unternehmens, das seinen Sitz in Kassel hat, weiter informierte, laufen gegenwärtig auch erste Vorbereitungen zur Verlegung des Dükers durch die Elbe bei Kötitz/Gauernitz. „Die eigentlichen Arbeiten sollen noch 2018 beginnen und im ersten Quartal des nächsten Jahres abgeschlossen sein“, so die Sprecherin. Gegenwärtig würden auch Archäologen im Bereich von der Elbe bis Röhrsdorf im geplanten Trassenbereich Untersuchungen vornehmen.

Im Auftrag von Gascade wird die Firma Streicher aus Deggendorf in Bayern die Rohrverlegung im Bereich Klipphausen ausführen. Das italienische Unternehmen Bonatti ist vom Bauherr mit der Elbquerung der Trasse beauftragt worden.

Bereits vor mehreren Wochen waren gegenüber dem Röhrsdorfer Gewerbegebiet an der Straße nach Taubenheim in zwei Reihen insgesamt 700 Rohre gelagert worden. Hier befindet sich einer der insgesamt zehn Rohrlagerplätze in Sachsen für den Bau dieser Europäischen Gasanbindungsleitung Eugal, die im Anschluss von „Nord Stream 2“ auf 485 Kilometer Länge von der Ostsee durch Mecklenburg-Vorpommern bis in den Süden Sachsens zur deutsch-tschechischen Grenze verlaufen wird. Bereits Ende 2019 soll das Erdgas durch den ersten Leitungsstrang der Eugal fließen.

Landwirte im Territorium und die Gemeinde Klipphausen sehen dem Bau mit gemischten Gefühlen entgegen. Zu groß ist noch die Skepsis, denn beim Bau der Opal-Trasse im Klipphausener Territorium waren damals enorme Schäden entstanden: Verschlammte Flächen, Teiche und Bäche, Erosion und verdichteter Boden, unsachgemäß verfüllte Gräben, zerfahrene Wege und Ackerflächen, zerstörte Bodenstruktur und Ertragsausfälle waren die Folge. Klipphausens Beigeordneter und Bauamtsleiter Dieter Schneider: „Wertvoller Ackerboden geht nun erneut durch den Trassenbau verloren. Auch wir als Gemeinde haben beträchtliche Nachteile. So verläuft zum Beispiel die geplante Streckenführung unmittelbar über Flächen, die für eine Erweiterung des Gewerbegebietes Klipphausen vorgesehen sind. Wir werden die Bauarbeiten an der Trasse genau verfolgen.“

Text und Foto: Dieter Hanke, 20.09.2018