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Neuer Trinkwasser-Hochbehälter für Hühndorf

Knapp 900 000 Euro kostet das Vorhaben. Vor allem Einwohner von Hühndorf und Weistropp werden davon profitieren.

Denn in diesen und in weiteren Ortsteilen in der Gemeinde Klipphausen gab es in den vergangenen Jahren vor allem in den Sommermonaten oftmals Druckabfall und Schwankungen bei der Trinkwasserversorgung. In Spitzenzeiten wird in diesen Gebieten eine Wassermenge von etwa 30 Kubikmeter pro Stunde benötigt. Das war aber bislang nicht der Fall, wie Helmer Huste von der Wasserversorgung der Gemeinde Klipphausen sagte.

Dieses Manko soll nun bald der Vergangenheit angehören. Denn es entsteht jetzt ein Hochbehälter, der den steigenden Bedarf an Trinkwasser vor allem auch durch die zahlreichen Eigenheim-Neubauten in den vergangenen Jahren in diesen Gebieten gut decken wird.

In der Nähe der Autobahnraststätte „Dresdner Tor“, unweit der Absatzbecken von der Straßenmeisterei auf Hühndorfer Flur, wird dieses Vorhaben verwirklicht. Baubeginn ist noch in diesem Monat mit Erdarbeiten. Es entstehen zwei Kammern mit jeweils einem Fassungsvermögen von 200 Kubikmetern Trinkwasser. Das Besondere daran: Es wird eine neuartige Bauweise angewendet. Die Kammern entstehen nicht aus Beton und ragen auch nicht hoch in die Landschaft. Es werden zwei Kunststoffröhren sein, drei Meter im Durchmesser  und 30 Meter lang, die etwa einen halben Meter tief eingegraben  und anschließend vollständig mit Erde bedeckt werden. An der Frontseite wird daran ein weiteres Kunststoffrohr installiert, das begehbar ist und die Technik, so Steuerung, Druckerhöhungsanlagen, Messtechnik, Datenübertragung und anderes enthält – also gewissermaßen der Technikraum. „Das Ganze sieht dann wie ein T-Stück aus“, sagt Helmer Huste. Die einzelnen Rohrsegmente sind sechs Meter lang, werden zusammengesteckt und verschweißt. Die Kunststoffröhren mit Erdabdeckung haben dann die Ausmaße von etwa einem drei Meter hohen Hügel. „Das Ganze ist kostengünstiger als der herkömmliche Hochbau eine Hochbehälters aus Beton, da unter anderem der Tiefbau nicht so aufwendig ist“, bemerkt der 58-Jährige.

Der Gemeinderat hatte in seiner September-Sitzung der Firma Coswiger Tief- und Rohrleitungsbau GmbH den Zuschlag für den Bau des Trinkwasserhochbehälters erteilt. Die Kosten belaufen sich auf knapp 860 000 Euro. Das Unternehmen Hawle aus Bayern stellt die Rohrkammern her. Die Finanzierung des Vorhabens muss Klipphausen allein stemmen, denn Fördergelder für das Vorhaben bekommt die Gemeinde von Bund oder Land nicht.

Das Trinkwasser, das im neuen Hochbehälter gespeichert wird, wird vom Wilsdruffer Eigenbetrieb Trinkwasser geliefert. Neben Hühndorf und Weistropp werden noch weitere Orte Nutzen von dieser Investition haben. Denn auch Sachsdorf, Kleinschönberg, Röhrsdorf, Wildberg, Gauernitz, Pinkowitz, Naustadt, Pegenau, Constappel und Hartha hängen mit an diesem Netz. Die Hochbehälter in Röhrsdorf und Pinkowitz werden daraus mit gespeist. „Insgesamt sind es etwa 3 300 Einwohner, die durch diese Investition Vorteile haben werden“, so Helmer Huste.

Neben einer stabilen Trinkwasserversorgung für diese Bereiche sieht Bürgermeister Gerold Mann noch einen anderen bedeutsamen Nutzen. „Wir verfügen dann in Hühndorf und Weistropp über ausreichend Löschwasserreserven, was jetzt nicht der Fall ist.“

Mit der Fertigstellung des Vorhabens ist gegen Ende März nächsten Jahres zu rechnen, falls das Wetter mitspielt.

Text: Dieter Hanke, 26.09.2018