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Eine gute Adresse für Kunden

Ein Tante-Emma-Laden sei der Triebischtaler Frischemarkt nicht und auch kein großer Supermarkt. Aber eine Handelseinrichtung, die dazwischen liegt.

Der Triebischtaler Frischemarkt in Munzig besteht 25 Jahr

Das sagt Inhaber Rainer Lenzer. Diese Landhandels GbR auf der Triebischtalstraße 1 in Munzig habe gerade mit dieser Ausrichtung Erfolg. Denn viele Kunden aus Triebischtal und Umgebung wissen seit weit über zwei Jahrzehnten Angebote, Leistungen und Service dieses mittelständischen Unternehmens zu schätzen. „Das ist Ansporn für uns, so weiterzumachen“, bemerkt Uwe Frenzel, ebenfalls Inhaber. In diesem Jahr beging die Landhandels GbR ihr 25-jähriges Bestehen.

Auch regionale Produkte

Zwischen Meißen und Nossen gelegen, punktet der Frischemarkt mit einem vielseitigen Angebot an Waren des täglichen Bedarfs. Backwaren, Obst und Gemüse, Nährmittel, Konserven, Fleisch- und Wurstwaren, Konserven, Spirituosen, Wein, Süßigkeiten, Molkereierzeugnisse, Haushaltschemie, Kosmetik, Schreibwaren und anderes werden offeriert. „Gemäß dem Namen unseres Marktes achten wir sehr auf Frische der Produkte. Das kommt bei unseren Kunden gut an“, sagt der 60-jährige Rainer Lenzer. Und die freundliche Bedienung ist ein weiterer Pluspunkt bei den Kunden. Geschätzt wird auch, dass der Frischemarkt ebenfalls Erzeugnisse aus Betrieben der Region und aus ganz Sachsen mit anbietet, so zum Beispiel Riesaer Teigwaren oder Nahrungsmittel aus Wurzen sowie Senf und Ketchup aus Bautzen. Ein separater Getränkemarkt sowie Catering gehören weiter zum Spektrum des Marktes. „Auch unsere wöchentlichen Sonderangebote werden von den Kunden gut angenommen“, sagt Inhaber Lenzer.

Milch für Schulen

Das alles zusammen ist eine solide Grundlage, dass sich der Triebischtaler Frischemarkt im harten Konkurrenzkampf des Handelsgeschehens behauptet. Während auch in den Orten der Gemeinde Klipphausen wie anderenorts im Landkreis Meißen in den vergangenen zwei Jahrzehnten kleinere und mittlere Handelseinrichtungen angesichts der Übermacht der Supermärkte schlossen, hält das Munziger Unternehmen seine Pforten offen. „Das macht uns schon stolz“, sagt Rainer Lenzer, der für den Einzelhandel zuständig ist.

Hinzu kommt, dass die Landhandels GbR noch ein weiteres Standbein hat: den Großhandel. Vorwiegend Schulen, Kindertagesstätten und einige Betriebe und Einrichtungen im Großraum zwischen Dresden, Chemnitz und Leipzig werden auf mehreren Fahrtrouten mit den drei eigenen Kühlfahrzeugen beliefert. Hauptsächlich Milch und weitere Molkereierzeugnisse, Brot und Brötchen, geschälte Kartoffeln, Gemüse, Fleisch und Wurstwaren, Getränke sowie Tiefkühlkost und Konserven werden da befördert. Am Tag seien es an die fünf Tonnen an Waren. „Wir haben insgesamt etwa 150 Kunden im Großraum Sachsen“, bemerkt Uwe Frenzel, der für das Großhandelsgeschäft den Hut aufhat und neben zwei Kraftfahrern selbst mit die Waren ausliefert. Dazu zählen beispielsweise die Grundschulen in Naustadt, Sachsdorf und Nossen, die Kindertagesstätten in Sachsdorf und Miltitz, die Arche sowie der Lebenshilfe e.V. in Meißen oder Schulen in Radebeul und Coswig. An die 70 000 Fahrtkilometer im Jahr würden da im Großhandel zusammenkommen. „Etwa 60 Prozent des Umsatzes in unserem Unternehmen machen wir im Großhandel“, so der 55-jährige Uwe Frenzel. Die Bewirtschaftung des Badimbisses in der Saison im Miltitzer Jahnbad gehöre außerdem zu den Aufgaben der Landhandels GbR. „Das machen wir schon etwa 15 Jahre“, resümiert Uwe Frenzel.

Gulaschkanone am Markt

Guten Anklang bei den Bürgern findet auch, dass im Winterhalbjahr einmal im Monat, und zwar freitags, die Gulaschkanone am Markt aufgebaut wird, wo dann Flecke, Kesselgulasch, Erbsensuppe und andere Speisen erhältlich sind. Auch bei Dorffesten, so unter anderem in Seeligstadt, Tanneberg und Deutschenbora, ist der Frischemarkt mit Catering-Angeboten vertreten. Heute gehören insgesamt zum Unternehmen 13 festangestellte Mitarbeiter, nicht wenige davon sind seit vielen Jahren dabei. Verkäuferin Ilona Klotz, seit 1996 im Frischemarkt: „Wir halten im Team zusammen, helfen einander.“

Bemerkenswert sind auch Start und Entwicklung des Unternehmens. Am 1. Januar 1993 wurde es von den beiden Gesellschaftern gegründet. Dazu hatten diese Grundstück, Hallen und weitere Gebäude des ehemaligen Speisekartoffellagers der Zwischengenossenschaftlichen Einrichtung (ZGE) Miltitz sowie vom Agrochemischen Zentrum (ACZ) Miltitz erworben. Im Speisekartoffellager befanden sich zu DDR-Zeiten etwa 15 000 Tonnen, die für Dresden, Meißen und Umgebung bestimmt waren. An die 15 Tonnen Kartoffeln wurden täglich in Miltitz für Betriebsküchen und Einrichtungen geschält, weiß Uwe Frenzel zu berichten, der dort einige Zeit Kraftfahrer war.

Tausende Euro für Technik

Etwa 20 000 Quadratmeter an diesem Standort umfasst die Grundstücksfläche der Landhandels GbR. Eine Halle wurde an den Modellsportverein Munzig verpachtet. Der Verkaufsmarkt hat eine Größe von etwa 400 Quadratmetern, der separate Getränkemarkt ist an die 80 Quadratmeter groß. Viele Tausende Euro haben die beiden Gesellschafter in den vergangenen Jahren in Technik, Fahrzeuge und Ausrüstungen investiert. Heute verfügt das Unternehmen unter anderem über ein Tiefkühlhaus, drei Kühlzellen und über 400 Quadratmeter Lagerfläche für Getränke, Nahrungsmittel und Konserven. Vor fünf Jahren wurde im Areal eine neue Holzpelletheizung eingebaut und auch die Beleuchtung modernisiert. Die Dächer des Marktes wurden vor einiger Zeit erneuert. „Perspektivisch wollen wir noch ein neues Kassensystem im Markt installieren und auch die Fassade des Gebäudes neu anstreichen“, bemerkt Rainer Lenzer.

Staus nerven sehr

Es habe ein Auf und Ab im Unternehmen gegeben, sagen die beiden Gesellschafter. „2002, als das Hochwasser der Triebisch etwa zehn Zentimeter hoch im Laden stand und großen Schaden verursachte, waren wir schon deprimiert. Aber wir haben uns aufgerafft“, so Rainer Lenzer. Heutzutage sind es andere Sachen, die ihnen Verdruss bereiten. „Der jetzt beinahe tägliche Stau auf den Autobahnen in der Region durch Baustellen und Unfälle nervt schon. Wir haben dadurch mitunter Zeitverlust von einigen Stunden“, sagt Uwe Frenzel. Gesellschafter Rainer Lenzer fügt an, dass aus heutiger Sicht ihr großer Gebäudekomplex in Munzig für ihre Handelstätigkeit überdimensioniert sei. „Damals war das Ganze allerdings nur im Gesamten zu erwerben“, schränkt er ein.

Eines sprechen die beiden Gesellschafter allerdings klar aus: Sie würden nochmals diesen Schritt mit ihrem Frischemarkt und dem Großhandel gehen. „Wir sind als Nahversorger in der Region anerkannt. Für viele Kunden sind wir eine gute Adresse. Das spornt uns an“, bemerken die beiden Gesellschafter. Dank sagen sie ihren Kunden, den Lieferanten und weiteren Handelspartnern, darunter vor allem auch dem REWE-Großhandel für die Zusammenarbeit.

Die Inhaber vorgestellt

Als die zwei Gesellschafter 1993 mit dem Frischemarkt und dem Großhandel an den Start gingen, war ungewiss, was mal wird. Hier sind diese zwei Männer mal kurz vorgestellt: Rainer Lenzer, 1957 in Kahla in Thüringen geboren, verheiratet, zwei Kinder, seine Frau ist Lehrerin, wohnt seit Anfang der 80er Jahre in Meißen. Nach dem Abitur hatte er an der Handelshochschule in Leipzig studiert und arbeitete danach beim Großhandel Obst, Gemüse und Speisekartoffeln (OGS) in Meißen. Als dieser Betrieb nach der Wende abgewickelt wurde, stieg der Diplomökonom, der im Urlaub seit fast 40 Jahren an die Ostsee auf den Darß fährt, als Inhaber des Frischemarktes ein. Sein Mitstreiter Uwe Frenzel, 1963 in Nossen geboren und in Rothschönberg aufgewachsen, machte seinen Zehn-Klassen-Abschluss an der Oberschule in Deutschenbora und lernte danach Kfz-Schlosser beim Kraftverkehr in Meißen, wo er später bis 1988 auch als Busfahrer tätig war und die Linie 413 Meißen-Tanneberg fuhr. Danach wechselte er als Kraftfahrer zum Speisekartoffellager in Munzig. Uwe Frenzel hat 1998 geheiratet, er hat drei Kinder und wohnt seit 1997 in Roitzschen, seine Frau war Buchhalterin im Frischemarkt. In seiner Freizeit geht er gern zum Bowling oder schraubt an seinen Oldtimern, so an seinem Motorrad BK mit Seitenwagen oder an seinem Tempo-Dreirad. Im Urlaub ist er ein Fan von Kroatien, wohin er bereits 15 Jahre lang mit dem Wohnwagen fuhr.

Text und Fotots: Dieter Hanke, 28.09.2018