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Pause für das technische Meisterwerk

Mühlen-Chef Werner Hebeld repariert und putzt im Winter das historische Ensemble im Eichhörnchengrund. Deutschlands kleinste noch produzierende Getreidemühle geht jetzt in die Winterpause...

Seit dem 8. Oktober hat die Schulze-Mühle im schönen Eichhörnchengrund in Gauernitz geschlossen und wird erst wieder am 7. April 2019 klappern. „ Auch 2018 war für uns ein erfolgreiches Jahr. Etwa 2 000 Besucher kamen“, sagt Mühlen-Chef Werner Hebeld. Schüler, Wandergruppen, Gäste privater Feiern, Teams aus Unternehmen und noch viele weitere interessierte Leute haben sich in diesem Jahr die Miniaturmühle im Maßstab 1:5 aus dem Jahr 1974 angeschaut und waren begeistert von dem technischen Kleinod mit Maschinenhaus, Mühle und Mehrzweckgebäude. „Besonders auch viele Besucher aus Bayern waren darunter“, bemerkt der 77-Jährige. Imponiert hätten ihm, dass viele der Gäste bei den Führungen jeden ersten und dritten Sonntag im Monat vor allem auch Fragen zu den Mühlen-Details stellten.

Jetzt sind Werner Hebeld und seine Frau Ilona bei der Winterfestmachung des Mühlen-Ensembles. So werden Anlagen abgedeckt, Figuren und andere originelle Mühlen-Accessoires eingelagert sowie Bäume und Sträucher in diesem 3 000 Quadratmeter großen Grundstück geschützt, das seit 2002 in Besitz der Gemeinde Klipphausen ist, wo die Mühle nach umfangreicher Restaurierung im April 2010 wiedereröffnet wurde. Den Winter über wird der Wildberger die filigrane Mühlentechnik sorgsam reinigen und schadhafte Stellen ausbessern. „Das betrifft besonders das Mahlwerk“, sagt er.

Sorgen bereitet dem Mühlen-Chef der niedrige Wasserstand des Gauernitzbaches. „Der ist gegenwärtig nur ein Rinnsal, höchstens fünf Zentimeter beträgt der Pegel. Die anhaltende Trockenheit macht große Probleme“, meint er. So waren dadurch auch im September mehrere Holzkeile an der Welle zum großen Mühlen-Wasserrad herausgefallen. Das Rad stand still. Werner Hebeld sorgte für Abhilfe und nässte auch das Rad, um weitere Schäden zu vermeiden.

Gefreut hat sich der gelernte Werkzeugmacher, der viel an diesem historischen Mühlenmodell werkelt, damit es stets funktionstüchtig ist, dass in diesem Jahr das Coswiger Fernsehen einen Beitrag über die Schulze-Mühle drehte.

Von der Tochter des früheren Mühlenbesitzers Schulze hat er eine CD erhalten, die die Anfänge des Mühlen-Aufbaus vor Jahrzehnten zeigt.

Nächstes Jahr geht die Miniaturmühle in die zehnte Saison seit der Wiedereröffnung. Dann haben auch Werner Hebeld und seine Frau Jubiläum, denn sie sind von Anfang an mit dabei. Das soll gebührend gefeiert werden. „Für den Pfingstmontag werden wir zu einem Fest in der Mühle einladen“, informiert der Wildberger schon mal. Dann wird es auch „Gugelhupf“ geben, und zwar den beliebten Rührkuchen, den seine Frau bäckt.

Doch vorher steht noch eine andere Attraktion ins Haus: Müller Hebeld wird wieder zur Weihnachtszeit Schwibbogen an den Mühlenfenstern installieren, die dann vom 1. Dezember bis zum 3. Januar zwischen 12 und 17 Uhr beleuchtet sind. Die historische Fassade der Mühle erstrahlt dann im besonderen Glanz.

Text: Dieter Hanke, 24.10.2018