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Gesundes und schmackhaftes Essen

Der neue Nahrungsmittelbetrieb in Röhrsdorf hat sich auf Schulen und Kindertagesstätten spezialisiert Im Gewerbegebiet Röhrsdorf gibt es jetzt ein neues Unternehmen, das in Sachen gesunder Ernährung Schlagzeilen schreiben kann...

...Gutes Essen - Nahrungsmittel GmbH heißt der Betrieb, der seit November des Vorjahres die Produktion aufgenommen hat. Das Unternehmen Am Ring 1 in Röhrsdorf hat sich auf die Essenversorgung für Kinder und Jugendliche in Schulen und Tagesstätten spezialisiert. „Es ist unser Anliegen, frisches Essen herzustellen, das ausgewogen und kindgerecht ist, eine vollwertige Ernährung“, sagt Geschäftsführer Falk Wagner. Das heißt auch, viel Gemüse und Obst anzubieten, mediterane Kost, keine Zusatzstoffe und nur gering Zucker, Salz und Fett zu verwenden. „Wir setzen Lebensmittel ein, die den Kindern Energie liefern und ihre gesunde Entwicklung fördern“, bemerkt der 41-jährige Kaufmann. Fleisch, Gemüse, Kartoffeln und weitere Nahrungsmittel werden in Röhrsdorf schon so zubereitet, dass diese Produkte dann beim Endkunden nur noch servierfertig hergerichtet werden müssen. Dieser Nahrungsmittelhersteller übernimmt also bestimmte Be- und Verarbeitungsstufen von Lebensmitteln.

Vier Millionen investiert

Um diesen Anforderungen gut zu entsprechen, hat der neue Nahrungsmittelbetrieb vielfältige Voraussetzungen geschaffen. Vier Millionen Euro wurden in Gebäude und Ausrüstungen investiert. Dazu gehören moderne Maschinen und Anlagen für effektive technologische Abläufe und eine umfangreiche Kühltechnik. Eine sechsstellige Summe, so der Geschäftsführer, habe zum Beispiel eine supermoderne Pasta-Linie aus Italien gekostet, eine Kochanlage für Nudeln. Diese würde gewährleisten, dass die Nudeln nicht zerkocht werden, nicht lappig seien, sondern bissgerecht für Kinder.

Regionale Erzeuger einbezogen

Falk Wagner, der zusammen mit dem weiteren Geschäftsführer Sebastian Bodis, der ebenfalls ein erfahrener Unternehmer in der Nahrungsmittelproduktion  und Gastronomie ist, den neuen Betrieb leitet, hat beim Aufbau des Unternehmens noch andere wesentliche Entscheidungen getroffen. „Wir beziehen unsere Lebensmittel vor allem von regionalen Erzeugern“, bemerkt Falk Wagner. Darunter seien auch etliche Bio-Betriebe, weitere Landwirte und Unternehmen, die auf eine nachhaltige Produktion großen Wert legen. Zum Beispiel hat die Nahrungsmittel GmbH mit dem Coswiger Obstbauer Michael Görnitz eine Vereinbarung abgeschlossen, um den Kindern und Jugendlichen verstärkt Äpfel, Pflaumen, Erdbeeren und weiteres Obst anbieten zu können. Andere Lieferanten sind zum Beispiel die Heinrichsthaler Milchwerke Radeberg, Riesaer Teigwaren, Sächsische Jungpflanzen Radebeul, Bäckerei Krause Dresden,  Fleisch- und Wurstwaren Roßwein und Richter Fleischwaren Oederan, um nur einige Betriebe zu nennen. „Wir sind jetzt dabei, weitere Erzeuger aus der Umgebung und aus ganz Sachsen einzubeziehen“, informiert Sandra Lauterbach, Betriebswirtin für das Hotel- und Gaststättengewerbe, die für Vertrieb und Kundenservice sowie den Bereich Schulen und Kindertagesstätten zuständig ist.

20 neue Arbeitsplätze

Mit diesem Netz von Lieferanten war die Nahrungsmittel GmbH in Röhrsdorf auch in der Lage, spezielle Linien  zu entwickeln, um den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung  (DGE) bei der  Essenversorgung für Schulen und Kindertagesstätten gut entsprechen zu können. So bestehen jetzt eine Regio- und Bio-Linie, eine Vital-Linie und auch eine extra DGE-Linie, die besonders auf Gerichte für Mädchen und Jungen in Krippen und Kindergärten zugeschnitten ist. Seit September hat das Röhrsdorfer Unternehmen eine Bio-Zertifizierung.

20 neue Arbeitsplätze entstanden bisher im neuen Betrieb, darunter sind Köche, Ernährungsberater, Küchenhilfen, Lageristen, Fahrer und Disponenten. In zwei Schichten wird von Montag bis Freitag gearbeitet, von 4 bis 17 Uhr. A und O ist da die Frische der Produkte. Das bedeutet auch, dass in den einzelnen Produktionsräumen – außer bei den Kochvorgängen - ständig Temperaturen um die fünf bis sechs Grad herrschen, im Raum der Endkommissionierung der Produkte sogar um die drei Grad. Deshalb tragen die Mitarbeiter auch Thermojacken.

Über 5 000 Portionen

Mit den immer besser funktionierenden Arbeitsabläufen nach dem Betriebsstart sowie der Gewinnung weiterer Kunden stieg auch die Zahl der hergestellten Essenportionen und Teilkomponenten, die sich jetzt am Tag auf 5 000 bis 6 000 belaufen. Mit Kühlfahrzeugen werden die auf etwa drei Grad heruntergekühlten Gerichte an die Abnehmer ausgeliefert. Cook and Chill heißt das Verfahren, oder anders gesagt Kochen und Kühlen.

Da es sich schon herumgesprochen hat, dass in Röhrsdorf gesundes und schmackhaftes Essen für Schüler sowie Krippen- und Kindergartenkinder hergestellt wird, nehmen immer mehr Einrichtungen die Leistungen dieses Unternehmens in Anspruch. Die Kunden sind zurzeit überwiegend überregional. So liefert zum Beispiel der Nahrungsmittelbetrieb an einen Großabnehmer in Berlin, der dort Schulen und Kindertageseinrichtungen versorgt. Nach Ottendorf, nach Mittweida und bis ins Erzgebirge gehen ebenfalls Röhrsdorfer Produkte. Auch erfolgten erste Lieferungen nach Hamburg, und eine Anfrage aus Belgien liegt vor. Und keine Frage, der Röhrsdorfer Nahrungsmittelbetrieb würde gern auch mehr Abnehmer in der Region finden, die eine noch größere Wertschätzung und Bezug zu den verwendeten regionalen Produkten haben. „Dabei wissen wir natürlich um den Spagat zwischen den Kosten für die Herstellung eines Qualitätsprodukts und den Preis, den wir beim Kunden veranschlagen können, um die Belastungen für die Eltern in Grenzen zu halten“, sagt Geschäftsführer Falk Wagner. Das bewegt sich beim Röhrsdorfer Betrieb um die drei Euro je Portion.

Mitarbeiter aus der Region

Zurzeit ist das neue Unternehmen zu etwa 50 Prozent ausgelastet. „Wir hoffen, in der kommenden Zeit weitere Kunden zu gewinnen, um die Produktion steigern zu können“, meint die 29-jährige Sandra Lauterbach. Das sieht auch der Röhrsdorfer Niederlassungsleiter Klaus Ehnert so. „Wir bauen jetzt zum Beispiel unsere Bio-Linie weiter aus. Die Nachfrage danach ist steigend“, sagt er. Der 35-jährige gelernte Koch, der in Dresden geboren und in Riesa aufwuchs und viele Erfahrungen in gastronomischen Einrichtungen in Sachsen gesammelt hat, ist stolz auf sein junges Team. „Wir sind alle unter 40, halten zusammen und haben den Ehrgeiz, mit unserem neuen Betrieb was auf die Beine zu stellen und uns gut am Markt zu behaupten“, bemerkt der junge Mann. So haben sich auch die Mitarbeiter intern weitergebildet, um den speziellen Anforderungen an die Versorgung der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden. Über fünf Köche sind in dem neuen Team tätig. Klaus Ehnert: „Wir haben uns in die Betriebsabläufe schon gut eingefuchst.“ Das bestätigt auch Yaiza Ferrer Rosa. Die 26-jährige Spanierin, die aus Andalusien stammt und vor einigen Jahren nach Dresden kam und hier eine Ausbildung zur Köchin machte, freut sich vor allem auch über die gute Stimmung im Team. „Wir sind eine lustige Truppe. Es macht Spaß hier zu arbeiten“, sagt sie. Köchin Michaela Richter, die in Meißen lebt, hebt die moderne Ausstattung des neuen Betriebes mit umfangreicher Küchentechnik hervor. „Das erleichtert die Arbeit“, meint die 31-Jährige und ist auch froh über die Arbeitszeit im Unternehmen, die ihr als Mutter zweier Kinder entgegenkommt.      

Die Verwendung von umweltgerecht erzeugten Lebensmitteln aus der Region und die sorgfältige Herstellung der Produkte ist nur ein Bestandteil der Firmenphilosophie der Nahrungsmittel GmbH. Beim Bau sowie der Ausstattung des neuen Betriebes spielten Umwelt und Nachhaltigkeit ebenso eine große Rolle. Das schließt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach genauso ein wie die Kochtechnik, die auf Dampfbasis basiert, um Energie zu sparen, oder das Blockheizkraftwerk sowie ein sinnvoller Kreislauf von Strom, Wasser und weiteren Medien. Und dass die Region im Geschehen des Betriebes eine vorrangige Stellung hat, wird auch daran deutlich, dass beim Bau des Gebäudes sowie bei der Wartung der Anlagen hiesige Handwerker und Unternehmen einbezogen wurden. Auch die Mitarbeiter des neuen Betriebes leben größtenteils in der Umgebung.

Ärger über schlechtes Internet

Für die Ansiedlung der Nahrungsmittel GmbH im Gewerbegebiet Röhrsdorf war nicht nur der vorteilhafte logistische Standort nahe der A 4 ausschlaggebend. „Die Gemeindeverwaltung Klipphausen hat uns von Anfang an bei der Ansiedlung engagiert unterstützt. Dafür ein Dankeschön“, sagt Geschäftsführer Falk Wagner.

Aber die Nahrungsmittel GmbH verschweigt auch einige Hemmnisse nicht, die zusätzliche Kosten verursachen. Vor allem die Internetanbindung sei miserabel, das Unternehmen ärgert sich über die teure Standleitung der Telekom. Zusätzliche Kosten fielen auch an, da Druckerhöhungsanlagen für Wasser und Gas installiert werden mussten. „Und die öffentliche Verkehrsanbindung von Röhrsdorf ist schlecht. Die Mitarbeiter sind auf das Auto angewiesen“, sagt Falk Wagner.

Für den Klipphausener Bürgermeister Gerold Mann ist die Nahrungsmittel GmbH eine Bereicherung des Branchenmixes im Gewerbegebiet Röhrsdorf. „Wir freuen uns da auch über die neuen Arbeitsplätze. Ebenso ist es eine nachahmenswerte Sache, wenn sich dieser Betrieb auf eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung von Kindern in Schulen und Tagesstätten orientiert. Auch das dient einer guten Betreuung in Kindereinrichtungen und ist für uns als Kommune wichtig“, meint der Bürgermeister.

Noch zur Information für Interessenten: Die Nahrungsmittel GmbH sucht noch Köche, Lageristen und Fahrer (Bewerbungen unter E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Text und Fotos: Dieter Hanke, 29.10.2018