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Kunstwerke in Naustadt restauriert

Die Kanzel und der Taufstein von 1597 in der Kirche wurden aufgefrischt. Aber jetzt neue Schäden durch Trockenheit an Orgel und Bildern.

In neuem Glanz erstrahlen jetzt zwei weitere Kunstwerke in der Naustädter Kirche der Ev.-Luth. St.-Bartholomäus-Kirchgemeinde Röhrsdorf. Die Kanzel und der Taufstein, die 1597 in der Werkstatt des bekannten Meißner Bildhauers Hans Köhler geschaffen und von der Familie von Miltitz gestiftet wurden, haben eine aufwendige Restaurierung hinter sich. Mitte Dezember 2018 erfolgte die Übergabe dieser kunstgeschichtlich bedeutsamen Exponate in der Naustädter Kirche, die es seit über 850 Jahren gibt und die mehrere Jahrhunderte Patronats- und Begräbniskirche der sächsischen Adelsfamilie von Miltitz gewesen war. Das Atelier für Restaurierung Schloss Kaufungen GmbH Michael Lange hatte die Arbeiten ausgeführt. Bereits 2005 hatten diese Fachleute das historische Kaendler-Epitaph für Alexander von Miltitz (1657-1738) restauriert.

Reliefs waren verblasst

Der Zahn der Zeit hatte an Kanzel und Taufstein seine tiefen Spuren hinterlassen. Die farbigen Reliefs aus der biblischen Geschichte waren zum Teil verblasst, manche waren gar nicht mehr erkennbar. Nässe und Salz hatten sie geschädigt. Details waren verloren gegangen und wurden wieder hergestellt. An Kanzelkorb und Aufgang waren Ergänzungen nötig. Vor allem auch mussten Kanzel und Taufstein, die auch die Wappen der Stifterfamilie von Miltitz tragen, gründlich gereinigt werden. Pfarrer Christoph Rechenberg: „Verfärbungen an bildlichen Darstellungen aus dem Alten Testament wurden korrigiert, ebenso falsche Farbgebungen, zum Beispiel an Wappen, die bei der Sanierung von 1902 entstanden waren.“ Die ursprüngliche Farbfassung der Kunstwerke von 1597, die darunter liegt, sei aber nicht freigelegt worden.

Gelder von Stiftung und Sparkasse

Da für die Restaurierung von Taufstein und Kanzel keine Gelder aus dem Kirchenhaushalt zur Verfügung gestellt werden konnten, freuen sich die etwa 320 Gemeindeglieder aus dem Naustädter Bereich, dass die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Meißen mit Fördergeldern das Projekt bezuschussten. Es handelt sich dabei auch um Mittel aus dem Zweckertrag des PS-Lotterie-Sparens. Bürgermeister Gerold Mann dankte deshalb bei der Übergabe für diese Unterstützung der Kulturinitiative der Kirchgemeinde. Überhaupt ist es schon gute Tradition in der Region, dass die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Meißen als Kulturförderer in der Region Vorhaben auch in den Kirchen finanziell unterstützen, so auch in Constappel und Burkhardswalde. An der Zusammenkunft in der Naustädter Kirche hatten auch Landrat Arndt Steinbach, der Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung Friedrich-Wilhelm von Rauch und der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Meißen Rainer Schikatzki teilgenommen.

Engagierte Kirchgemeinde

Dank galt ebenso den zahlreichen Spendern der Kirchgemeinde, die damit gleichfalls die Restaurierung dieser Kunstwerke ermöglichten. Wie Pfarrer Rechenberg informierte, seien über 800 Euro zusammengekommen. Damit stellte die Kirchgemeinde erneut unter Beweis, dass sie sich engagiert um die Bewahrung heimatgeschichtlich bedeutsamer Zeugnisse bemüht.

Misstöne an der Orgel

Bei aller Freude über diese gelungene Sache gibt es aber für die Kirchgemeinde neue Herausforderungen und auch Ungemach. „Die anhaltende Trockenheit im Vorjahr hat beträchtliche Schäden an Denkmälern und Einrichtungen in der Naustädter Kirche verursacht“, bemerkte der Pfarrer jetzt gegenüber dem Amtsblatt. Das zeigt sich besonders bei Holz. So sind im Gestühl vor allem auf der Empore größere Spalten aufgetreten. Holztafelgemälde von 1680 im Kirchenschiff weisen Risse und andere Schäden auf. „Diese Kunstwerke sind stark mitgenommen. Holzleisten fielen schon herunter. Die Gemälde müssen notgesichert werden“, so der Pfarrer. Auch die Orgel hat es erwischt, vor allem das Oberwerk. „Diese Tasten sind nicht mehr bespielbar, die Register sind durch die Trockenheit beschädigt. Die Luft entweicht aus den Holzladen auf den Orgelpfeifen an falscher Stelle“, meinte der Pfarrer. Das habe zur Folge, dass Töne missgestimmt seien. Es klingt erbärmlich. „Die Orgel ist deshalb gegenwärtig nur eingeschränkt nutzbar“, sagte Christoph Rechenberg. Der Pfarrer hofft jetzt, dass vielleicht durch die Winterfeuchte das Holz quillt und die Schäden von selbst zurückgehen. „Wenn nicht, müssen Fachleute ran. Außerdem ist es angesichts dieser Situation zu überlegen, ob perspektivisch Klimaanlagen in der Kirche notwendig sind, um Kunstwerke und Anlagen zu schützen“, bemerkte Pfarrer Rechenberg.

Text und Fotos:  Dieter Hanke, 28.01.2019