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„Groitzscher Hof“ hat eine neue Chefin

Ira Robitzsch ist jetzt Managerin dieser bekannten Landgaststätte.

Von Winterruhe keine Spur. Der Landgasthof „Groitzscher Hof“ macht auch am Jahresanfang von sich reden –  nicht nur mit abwechslungsreichen kulinarischen Spezialitäten, sondern auch mit vielen Veranstaltungen, bei denen Kultur und Geselligkeit groß geschrieben werden. So ging es im Februar gleich bei mehreren Faschings-Treffs lustig zu. Der Valentinstag wurde gefeiert. Am 16. März wird eine Disco Songs der 80er und 90er Jahre auflegen. Am 23. März steht Moselwein bei einer Verkostung im Blickpunkt, und als neue Idee wird es am 31. März einen Sonntags-Brunch für die Gäste geben.

 Auch ein Sommerfest

„Wir möchten beitragen, dass auch auf dem Land Familien und weitere Gäste ein gutes und vielseitiges gastronomisches Angebot sowie Freude und Entspannung bei unseren Veranstaltungen haben“, sagt Ira Robitzsch, seit 1. Januar 2019 Managerin im „Groitzscher Hof“. Die bisherige Chefin, Camilla Triller aus Groitzsch, war nach fast 30 Jahren als Leiterin dieser Landgaststätte zum Jahreswechsel in den Ruhestand gegangen.

Neu wird jetzt zum Beispiel auch ein Gartenfest im Sommer sein, im Oktober ein Herbstfest. Andere Veranstaltungen werden noch konzipiert. Die Speisekarte wurde aktualisiert, auch vegetarische Gerichte sind jetzt im Angebot.

Die 43-Jährige setzt dabei mit ihrem Team natürlich weiter auf die reiche Tradition dieser großen Landgaststätte mit ihren knapp 600 Plätzen und der gutbürgerlichen Gastronomie, die nicht nur bei Einheimischen im Umland einen guten Ruf hat. Das heißt mit anderen Worten: viele Familien-, Geburtstags- und Jugendweihefeiern, Hochzeiten, Klassentreffen, Tanz  und spezielle Veranstaltungen zu Feiertagen. Auch das normale Alltagsgeschehen wird unter der neuen Leitung fortgeführt. So können die Kegler an den zwei vollautomatischen Bahnen in der Gaststätte auch künftig „Alle Neune“ ordentlich begießen. Zahlreiche Tagungen, Konferenzen, Seminare, Schulungen und Sitzungen von Organisationen, Verbänden und Einrichtungen werden auch 2019 im Saal (Platz für 350 Personen) und in den anderen Gaststättenräumen wie Bauernstube, Grüner Salon, Afrikazimmer und Bar gastronomisch betreut.

 Essen für Kita und Schule

Das zehnköpfige Team kümmert sich ebenso um das Mittagessen für die Kinder der Burkhardswalder Grundschule und der Tagesstätten in Miltitz und Taubenheim wie auch um Catering oder das Kantinen-Essen für Firmen und Einrichtungen sowie für Privatpersonen im Gemeindegebiet bis in den Nossener Raum. Und auch für die ständigen Mittagsgäste in der Kantine, wie Beschäftigte der Bäko oder von der Grasdorf Rad GmbH und von weiteren Firmen aus dem Ort und der Umgebung, wollen die Mitarbeiter vom „Groitzscher Hof“ schmackhafte Kost bereiten. Da werden täglich insgesamt etwa 600 Essensportionen gekocht.

Rat von Camilla Triller

Die  neue Managerin verweist da immer wieder auf ihre Vorgängerin Camilla Triller. „Sie hat Maßstäbe gesetzt. Ich möchte deren erfolgreiche Arbeit fortführen, und so bin ich ihr auch sehr dankbar, dass sie mir noch mit ihren Erfahrungen und Ratschlägen zur Seite steht“, bemerkt Ira Robitzsch. Das würde ihr sehr helfen, sich in ihre neue Tätigkeit gut einzufuchsen. „Auch mein Team zieht da gut mit“, freut sich die 43-jährige Managerin, die mit ihrer Familie ebenfalls in Groitzsch wohnt.

Betriebswirtschaft studiert

Ira Robitzsch wurde in der Lausitz geboren und wuchs dort auf. Sie machte 1992 ihren Realschulabschluss und lernte dann Hotelfachfrau in einem Sporthotel bei Passau in Bayern. Danach arbeitete sie einige Jahre im Hotelgewerbe, unter anderem auch in München. Von 1998 bis 2002 studierte sie Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule in Kempten (Allgäu) und war anschließend  im Bereich Qualitätsmanagement bei einer Spedition in dieser Stadt tätig. 2005 kehrte Ira Robitzsch nach Sachsen zurück, arbeitete in Dresden bei Infineon im Qualitätsmanagement, später mehrere Jahre bei einem IT-Dienstleistungsunternehmen. Seit August 2018 ist sie im „Groitzscher Hof angestellt.

„Ich wollte etwas Neues wagen, dort meine Fachkenntnisse als Betriebswirtschaftlerin einbringen, ein Team führen, und vor allem auch in Wohnortnähe beruflich tätig sein und nicht mehr zur Arbeitsstelle pendeln“, nennt sie ihre Beweggründe für ihren beruflichen Wechsel. Der „Groitzscher Hof“ sei für sie da eine reizvolle Aufgabe, wo sie sich beweisen könne.

Seit 2007 wohnt Ira Robitzsch mit ihrer Familie in Groitzsch, wo sie ein Haus gekauft haben. Seit 2006 ist sie verheiratet. Ihr Mann, der ebenfalls Betriebswirtschaftler ist, stammt aus Bautzen. Gemeinsam hatte sie einst mit ihrem langjährigen Freund in Bayern studiert. Zur Familie gehören noch ihre zwei Jungs, neun und 13 Jahre alt.

„Die Natur in den linkselbischen Tälern gefällt mir sehr. Es ist schön, in einer ländlichen Umgebung zu leben und zu arbeiten“, bemerkt sie. Auch die Schule sei in der Nähe, die Städte Nossen, Wilsdruff und Meißen nicht weit. Sportlich hält sie sich mit Gymnastik fit, engagiert sich auch mit anderen für einen Sportkurs bei der SG Miltitz für Vorschulkinder aus der Region. Und da ist in ihrer Freizeit noch der Garten, sie liest auch gern oder wandert mit ihrer Familie in der Sächsischen Schweiz.

Genossenschaft unterstützt

Die Vorstandsvorsitzende der Groitzscher Genossenschaft, Sabine Stange, freut sich, dass es nach dem Ausscheiden von Camilla Triller ohne Abstriche an Angeboten und Service  im „Groitzscher Hof“ weitergehen wird. Diese Landgaststätte gehört zu dieser Genossenschaft. „Tradition verpflichtet. Es ist unser Anliegen, dass sich diese Einrichtung, die gewissermaßen unsere ländliche Region mit prägt, auch in Zukunft gut behauptet“, sagt Sabine Stange, die seit 1985 im Unternehmen ist, erst in der LPG Pflanzenproduktion und nach der Wende im Nachfolgeunternehmen, der Agrargenossenschaft Burkhardswalde, die vor drei Jahren in Groitzscher Genossenschaft umbenannt wurde. Sabine Stange ist seit acht Jahren Vorstandsvorsitzende und kennt die Entwicklung und so auch Höhen und Tiefen dieser Landgaststätte ganz genau. 1988 hatte die damalige LPG ihre Großküche mit Betriebsgaststätte in Groitzsch gebaut. In den 90er Jahren wurde aus dieser Einrichtung mit der täglichen Versorgung der LPG-Mitglieder und zur Erntezeit eine öffentliche Gaststätte mit einem breiteren Gäste- und Kundenkreis. Auch wenn es ab und an im „Groitzscher Hof“ mal nicht so gut lief, „stand die Genossenschaft immer hinter ihrer Einrichtung“, wie die Vorstandsvorsitzende sagt. Auch in Zukunft soll das so sein. Der genossenschaftliche Gedanke sei stark ausgeprägt. Denn wie andere Gaststätten, hat auch diese Landgaststätte mit Schwierigkeiten und Problemen im Gaststättengewerbe zu kämpfen. So ist es zum Beispiel nicht leicht, immer die erforderlichen Pauschalkräfte für größere Veranstaltungen am Wochenende zu bekommen.

Auch in Zukunft werden im „Groitzscher Hof“ Räumlichkeiten aufgefrischt, um die Einrichtung für Gäste noch attraktiver zu machen. So ist in Zukunft die Bar dran. Im Vorjahr wurde bereits im Landgasthof unter anderem neue Küchentechnik angeschafft, so auch ein Kombi-Dämpfer. Ein neuer Ausgabe-Tresen kam ebenfalls hinzu.

Text und Foto: Dieter Hanke, 21.02.2019