Radeln rund um die Baeyerhöhe

Beim Klipphausener Frühlingsradeln am 1. Mai waren wieder etliche Familien und weitere Bürger auf Tour.

Was macht Freude und bringt stramme Waden? Das Klipphausener Frühlingsradeln! Auch wenn sich das Wetter am 1. Mai diesmal nicht gerade von seiner besten Seite zeigte, waren doch wieder etliche Familien mit ihren Kindern sowie weitere Unentwegte auf Tour. Bei diesem sportlichen Treff ging es mit dem Rad erneut rund um die Baeyerhöhe, die mit 320,5 Metern die höchste Erhebung im Landkreis Meißen ist. Der Rundkurs betrug maximal 35 Kilometer, doch ein Einstieg für die Radfahrer konnte an jedem Punkt der verschiedenen Strecken erfolgen, so dass auch kürzere Abschnitte möglich waren. An mehreren Stationen gab es für die Freizeitsportler wieder kulturelle und lukullische Angebote von Vereinen, Gaststätten und Kirchen. Initiator des Frühlingsradelns war auch diesmal Thomas Moldenhauer aus Burkhardswalde.

Bürgermeister Gerold Mann, der an diesem Tag mit seiner Frau ebenfalls in die Pedalen trat, sagt deshalb allen Mitwirkenden und Partnern dieses sportlichen Freizeittreffs, vor allem aber dem Organisator Thomas Moldenhauer ein herzliches Dankeschön für ihr Engagement. „Wir hoffen, dass das Anradeln am 1. Mai zu einer guten Tradition in den linkselbischen Tälern wird und 2020 dann hoffentlich bei besserem Wetter noch mehr Familien und weitere Interessierte mit von der Partie sind“, so der Bürgermeister.

Stärkung am Gerätehaus

Zünftiger Auftakt des sportlichen Ereignisses war 10 Uhr an der Grundschule in Burkhardswalde. Dort wurde im Beisein auch der Radler die neue Freizeitanlage für Kinder und Jugendliche eingeweiht. Dann setzten die Pedalfreunde ihre Touren fort. Wer sich schon mal stärken wollte, konnte das am nahen Feuerwehrgerätehaus in Burkhardswalde bei Bratwurst, Limo, Bier und anderen Sachen. Sogar eine wohlschmeckende Maibowle wurde kredenzt. Die Feuerwehrfrauen Nicole Bärisch und Karla Schwarz, die zugleich auch Mitglied im Burkhardswalder Heimat- und Feuerwehrverein sind, hatten diese liebevoll zubereitet. „Zum 1. Mai gehört schon so ein Getränk dazu“, schmunzelten die beiden Frauen. Wer wollte, konnte sich auch die Feuerwehrtechnik anschauen, die Wehrleiter Ronny Bärisch mit seinen Leuten den Besuchern demonstrierte. Auch eine Druckluftstation für die Räder war vorhanden.

Ausstellung im Steingut

Einige Hundert Meter weiter in Burkhardswalde, am historischen Steingut, wo die kleinste Burg im Elbland jetzt ein Bürger- und Vereinshaus ist, war für die Radler Gelegenheit, Interessantes aus Kultur- und Heimatgeschichte der Region zur erfahren. Zudem konnte eine Ausstellung vom Fototreff Wilsdruff zum Thema Wasser besichtigt werden. Linda Hillig, Vorstandsmitglied im Steingut e. V. machte auch schon mal die Besucher auf ein Konzert am Sonntag, dem 7. Juli 2019, 16 Uhr, aufmerksam, wo in dieser mittelalterlichen Wehranlage Werke französischer Meister des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts erklingen werden.

Löwenzahn im Bierteig

Ganz andere Erlebnisse gab es dann für die Radler in Seeligstadt. Im Landgasthof „Meissner Blick“, dem höchstgelegenen Gasthof im Meißner Land, wo sich ein faszinierender Rundblick auf das Umland bietet, hatte sich Familie Kießling mit speziellen Angeboten vorbereitet. So gab es unter anderem zur Stärkung Bärlauchsuppe, Kräuterplinsen und Löwenzahnblüten im Bierteig. Wirtin Angelika Kießling, die auch Kräuterexpertin ist, vermittelte den Besuchern da allerhand Wissenswertes, auch über Aronia-Pflanzen, die am Landgasthof wachsen. Mit Interesse schauten sich die Gäste den Kräutergarten an. Aus Ringelblumen stellt Angelika Kießling zum Beispiel auch eine Heilsalbe her. Insgesamt hier ein gemütlicher Aufenthalt für die Radler mit Gaumenfreuden und dazu eine Fundgrube des Wissens.

Blühflächen für Bienen

Auch das Pfarrgut Taubenheim bot den Radlern einen abwechslungsreichen Aufenthalt – gerade das Richtige für Familien mit ihren Kindern. Neben gesunden Bio-Produkten und einen Plausch an den Tischen im Hof konnten sich die Gäste auch die Molkerei und die Rinderhaltung anschauen. Der elfjährige Tobias Krenkel vom Pfarrgut war da ein eifriger Gästeführer.

Viele der Besucher halfen auch mit, am Pfarrgut Blühflächen für Bienen und Hummeln anzulegen. Emsig brachten Kinder und Erwachsene auf abgeteilten Arealen Blumensamen in den Boden, insgesamt betrug die Fläche 450 Quadratmeter. Assistiert wurden sie dabei von Sophia und Jaroslaw Sucholas, die im Pfarrgut für die Landwirtschaft zuständig sind. „Eine Bienenweide ist doch eine gute Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, und wir freuen uns über die blühenden Pflanzen“, sagte Frau Sucholas. Auch Familie Atkins aus der Region ist dieser Ansicht. „Wir helfen doch damit der Natur“, bemerkte Maria Atkins. Gemeinsam mit ihrem Mann Norman und den Kindern Lara (11) und Selma (9) sowie mit dem achtjährigen Nathan Bräuer streuten sie ebenfalls auf eine Parzelle Samen für blühende Pflanzen.  

Im Pfarrhof nahm am frühen Nachmittag die Zahl der Radler immer mehr zu, die sich hier eine Verschnaufpause gönnten. „Eine originelle Sache das Anradeln. Man hat Bewegung, ist an der frischen Luft“, sagte Madlen Tränkner aus Gauernitz, die mit der zweijährigen Tochter Mailin und Maik Preibisch auf Tour war. Auch die Familien Bellmann und Saute aus Klipphausen bzw. Röhrdorf nutzen den 1. Mai für eine Ausfahrt. „Wir machen uns einen schönen Tag“, meinten sie.

Blick in Hoffnungsschacht

Stopp machten nicht wenige Radler auch in Scharfenberg am Schachtberg 12. Doch nicht nur der Biergarten und der Imbiss-Kiosk lockten hier, sondern auch die sich im Aufbau befindliche Erlebnis-Schachtanlage des ehemaligen Bergwerks Grube Güte Gottes. Die Radler schauten sich die Exponate im Museum an, die Einblicke in den früheren Silbererzbergbau in der Region geben und warfen auch einen Blick in den 293 Meter tiefen Hoffnungsschacht, der sich unter dem ehemaligen Treibehaus befindet und wo in 60 Meter Tiefe der König-David-Hilfsstolln, der Entwässerungsstolln für die Bergbauanlagen in Scharfenberg, abzweigt. Die Eigentümer des historischen Areals, Antje Arlautzki und Andreas Lier, gaben da sachkundig Auskunft.

Noch weitere Stationen boten an diesem 1. Mai gute Gelegenheit zur Rast oder für kulturelle Bereicherungen, so zum Beispiel auch das Landhotel und der Gasthof „Zur Ausspanne“ in Sora oder die Kirche in Röhrsdorf mit ihren historisch bedeutsamen Exponaten wie dem Kanzelaltar oder dem Taufengel.

Text: Dieter Hanke, 24.05.2019