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Bald Unterricht am neuen Standort

Vier Klassen der Evangelischen Oberschule Klipphausen lernen ab Sommer im Barackenkomplex in Ullendorf.

Der Barackenkomplex an der S 177 in Ullendorf gegenüber dem Gartenbaumarkt Landmaxx erhält jetzt eine neue Nutzung. Mit Beginn des neuen Schuljahres 2019/20, der erste Schultag nach den großen Ferien ist der 17. August, werden dort Pädagogen und Schüler der Evangelischen Oberschule Klipphausen ihr Domizil haben. Insgesamt 104 Mädchen und Jungen aus vier Klassen werden dann an diesem Standort unterrichtet, und zwar 52 Kinder der Klassen sechs und sieben und zwei Klassen mit Fünftklässlern, die ab diesem Sommer neu hinzukommen.

Eine Interimslösung

Das Ganze ist sowohl für die Gemeinde als auch für die Evangelische Oberschule Klipphausen als Interimsstandort für den Schulbetrieb gedacht. Nach der Gründung vor zwei Jahren war diese Bildungsstätte vorübergehend in Räumen der Grundschule Naustadt untergebracht. Doch durch die hohe Zahl von Schüleranmeldungen für die fünfte Klasse in der Oberschule war ein Verbleib in Naustadt schwer möglich, da die Grundschule selbst guten Zuspruch hat und auf Dauer auf diese „ausgeborgten Zimmer“ auch nicht verzichten kann. Allein für das Schuljahr 2019/20 hatte es in der Oberschule über 70 Anmeldungen gegeben. Auch in der Perspektive ist diese Bildungseinrichtung von Eltern und Schülern stark nachgefragt. Gemeinde und Evangelische Oberschule Klipphausen, deren Träger der Christliche Schulverein Wilsdruffer Land ist, hatten deshalb nach einem neuen Interimsstandort für den Schulbetrieb gesucht. Der Barackenkomplex in Ullendorf bot sich dafür an. Die Gemeinde hatte vor einigen Monaten vom Landkreis Meißen als Eigentümer des Komplexes die einst für Asylbewerber gebauten vier Gebäude für eine gemeinnützige Nachnutzung kostenlos überlassen bekommen. Der Grund dafür war der deutliche Rückgang der Zahl der Flüchtlinge im Landkreis Meißen in der vergangenen Zeit. Die Baracken wurden für diesen Zweck nicht mehr benötigt.

Umbau bis Sommer 

Doch bevor die Schüler dort lernen können, müssen erst einmal noch Bauleute ran, um entsprechende Bedingungen für die Schule zu schaffen, wie die stellvertretende Bauamtsleiterin der Gemeinde Klipphausen Elvira Grübler sagte. So muss zum Beispiel die Struktur von Räumen in den Häusern verändert werden, wo früher einmal Asylbewerber untergebracht waren. Insgesamt sollen sechs Klassenzimmer, drei Fachkabinette und noch mehrere Gruppenräume entstehen. Dazu werden in den Häusern drei und vier, die in diesem Areal zur Staatsstraße 177 zu liegen, sowie in den Häusern eins und zwei, die dahinter an Feldern angrenzen, Zwischenwände entfernt. Raumgrößen von etwa 50 Quadratmetern sollen geschaffen werden. Es kommen ferner auch eine Küche mit Essensausgabe, ein Speiseraum sowie Zimmer für Lehrer, Schulleiterin und Sekretariat hinzu, wo ebenfalls schon vorhandene Räumlichkeiten der neuen Nutzung angepasst werden. Die vorhandenen Sanitärräume werden weiter genutzt, zusätzlich entstehen noch zwei weitere Toiletten. Zwischen den jeweils zwei Häusern sollen Durchbrüche vorgenommen werden, um eine Durchgängigkeit in den beiden Komplexen zu gewährleisten und um dort auch Brandschutztüren installieren zu können.

„Die vorhandene Haustechnik wird weiter genutzt. Wir wollen generell bei diesen Baumaßnahmen die Kosten in Grenzen halten“, bemerkte die stellvertretende Bauamtsleiterin. Veranschlagt werden für den Umbau insgesamt etwa 150 000 Euro.

Neue Verkehrsführung

Wie Elvira Grübler weiter informierte, wird an diesem Standort auch eine verkehrsrechtliche Trennung zwischen künftiger Schule und dem angrenzenden Imbiss vorgenommen. „Uns geht es um den Schutz der Schüler, um eine gesicherte Anfahrt und Abholung“, sagte sie. Zu diesem Zweck sei eine neue Verkehrsführung vorgesehen. So zweigt dann auf der Kreisstraße 8032  - von Taubenheim kommend - kurz vor der Einmündung auf die Staatsstraße 177 eine Einbahnstraße nach rechts ab, diese wird parallel hinter dem Imbiss-Parkplatz auf das Schulgelände führen und dann die Ausfahrt auf die Staatsstraße 177 haben. Es entstehen da im Schulbereich auch Halteflächen für Eltern, die ihre Kinder mit dem Pkw bringen, sowie für Busse. Außerdem, so die stellvertretende Bauamtsleiterin, wird vom Knoten 8037 bis zum Ende der Schulgebäude an der S 177 eine Geschwindigkeitsbegrenzung für die Kraftfahrer auf 30 km/h vorgenommen. Mit den entsprechenden Landes- und Kreisbehörden sowie auch mit der Verkehrsgesellschaft Meißen seien all diese Dinge abgesprochen.

Neubau geplant

Die Planung des Umbaus hat das Büro Jarmer Architektur und Raum aus Dresden übernommen. Der Gemeinderat hatte bereits auf seinen Mai-Sitzungen Aufträge an Unternehmen vergeben, so für Bauleistungen an die Firma Lehmann's Baufachbetrieb in Roitzschen, für Malerarbeiten/Bodenbelag an den Betrieb Baumeister Vogel GmbH aus Meißen, für Elektrotechnik an die Firma Funke aus Bockwen und für die Brandschutztüren an die Firma Auerbach und Hahn GmbH aus Wilsdruff.

Wenngleich nun eine weitere Interimslösung für den Schulbetrieb gefunden wurde, hoffen natürlich alle Beteiligten, dass der Neubau der Oberschule mit Zweifeld-Sporthalle auf Ullendorfer Flur in Kürze startet. In dem 13 Millionen teuren Komplex an der Taubenheimer Straße, der von der Gemeinde Klipphausen errichtet wird, soll dann nach Fertigstellung die zweizügige Evangelische Oberschule Klipphausen einziehen. Später können dort mal zwölf Klassen mit je 26 Schülern lernen.

Text: Dieter Hanke, 28.05.2019