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Wieder Tausende beim Oldtimertreffen

480 historische Fahrzeuge waren im Gewerbegebiet Röhrsdorf zu sehen...

Wieder ein toller Erfolg für den MSV Röhrsdorf: Zum 16. Oldtimertreffen am 2. Juni im Gewerbegebiet Röhrsdorf kamen über 2 500 Besucher. Sie bestaunten an die 480 Pkw, Motorräder, Mopeds, Fahrräder, Traktoren, landwirtschaftliche Geräte und weitere Fahrzeuge aus vergangener Zeit. „Es war wieder eine gelungene Veranstaltung. Ein großes Dankeschön allen Oldtimer-Ausstellern, Partnern, Helfern und Sponsoren“, sagte der Vorsitzende des Motorsportvereins Röhrsdorf, Steffen Möring. Auch diesmal setzte diese Gemeinschaft auf ihr bewährtes Konzept mit Technikschau, kulturelle Einlagen, Leckereien für die Gaumen der Besucher und anderes mehr.

Fest für die Familie

„Wir kommen gern hierher. Es ist ein Fest für die ganze Familie. Die Ausstellungsfläche ist groß. Es gibt vieles zu sehen. Wir sind jedesmal begeistert“, bemerkte Familie Krause aus Dresden, die mit ihren drei Kindern gekommen war. Zum Flair des Treffens gehörten auch wieder eine Ausfahrt von Oldtimern in die linkselbischen Täler oder Rundfahrten mit einem Oldtimerbus für die Besucher. Die Band „Retroskop“ aus Dresden sorgt mit Live-Musik für Stimmung, und wie jedes Jahr wurden auch diesmal vom MSV die besten Fahrzeuge in den Kategorien Pkw, Motorräder und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge prämiert.

 

Breites Fahrzeugspektrum

Im Blickpunkt standen natürlich die vielen historischen Fahrzeuge von bekannten und und weniger gebräuchlichen Firmennamen. Das Spektrum war breit. Amerikanische Straßenkreuzer waren zu sehen, unter ihnen zum Beispiel ein Fleetwood Cadillac, sowie Fahrzeuge von deutschen und weiteren europäischen Herstellern, viele davon noch im Originalzustand und gut erhalten. Ein Oldtimer-Teilemarkt offerierte seine Angebote. Die Besucher schauten unter die Motorhauben, fragten nach Fahrzeugdetails und fachsimpelten mit den Liebhabern des alten Blechs.

„Auch für uns Aussteller ist Röhrsdorf ein Muss. Es gibt hier einen regen Gedankenaustausch der Oldtimerfreunde. Die Ausstellungsflächen sind großzügig, die Besucher sind interessiert“, bemerkte der 84-jährige Gerhard Bachmann aus Meißen, der mit historischen Leichtmotorrädern gekommen war, darunter auch ein „Phänomen“, Baujahr 1941, aus den früheren Phänomen Werken Zittau. Der frühere Fleischermeister ist Stamm-Aussteller bei der Röhrsdorfer Schau und war in der Vergangenheit schon mit mehreren alten Mopeds und Motorrädern vertreten, die er liebevoll restauriert hat. „Es ist immer wieder ein Erlebnis für mich, in Röhrsdorf dabeizusein. Und das möchte ich als Fleischermeister auch mal sagen: Die Bratwurst von der Feuerwehr Sora hat prima geschmeckt“, so der Meißner.

 

Bewährter Traktor

Mit von der Partie war auch Pascal Horst aus Polenz. Er kam mit einem historischen Dieselschlepper D 180 H, der seinem Vater gehört. „Wir setzen diesen bei landwirtschaftliche Arbeiten und Transporten ein. „Ein robuster, zuverlässiger Traktor vom Hersteller Fahr, sehr sparsam im Spritverbrauch“, sagte der 24-jährige Schlosser, der in der Bäko in Groitzsch Industriemechaniker gelernt hat und jetzt für Kunden der Bäko Bäckereitechnik wartet und repariert. Die Familie baut vor allem Kartoffeln und Rüben für den Eigenbedarf an. Vor einigen Jahren hatte sie diesen Traktor von einem Agrarbetrieb bei Bautzen erworben. Vor allem auch für Kinder war dieses Fahrzeug in Röhrsdorf eine Attraktion, denn sie konnten da auch mal eine kleine Runde fahren.

Oldtimer-Seltenheit

In Röhrdorf mit dabei war auch der 40-jährige Industriemechaniker Stefan Becher aus Freital mit seinem Kübel-Trabant 601. Das Fahrzeug aus DDR-Produktion ist eine Oldtimer-Seltenheit. Es wurde früher hauptsächlich als Militärfahreug genutzt und war auch ein Exportschlager der DDR. „Ich habe diesen Trabant vor fünf Jahren vom Kirchenforst in Dresden erworben und restauriert“, informierte der 40-Jährige.

Schon zum zweiten Mal in Röhrsdorf stellte Jens Weser aus Lampersdorf den Turbolekt 333 vor. Dieses Notstromaggregat mit Gasturbinenantrieb war zu DDR-Zeiten im VEB Strömungsmaschinen gebaut worden und später bei der Wasserversorung in Magdeburg eingesetzt. Dieser mobile Stromerzeuger steht jetzt im Areal des Sächsischen Dampfmaschinenvereins in Wilsdruff und wurde dort restauriert, wie Jens Weser sagte, der dort Vorsitzender ist. Neben diesem Aggregat konnten die Besucher auch ein weiteres mobiles Stromportal in Augenschein nehmen, das aus dem Finsterwalder Maschinenbau stammt.

In der Kategorie Pkw wurde vom Motorsportverein der Wartburg 311 Cabrio, Baujahr 1960, von Rainer Johne prämiert; bei den Motorrädern war es eine NSU 201 R, Baujahr 1928, von Steffen Günther, und in der Kategorie Landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge wurde der Lanz Ackerbulldog, Baujahr 1937, von Markus Schillheim ausgezeichnet.

Dank allen Mitwirkenden

Es ist schon eine gute Tradition beim Röhrsdorfer Oldtimertreffen, dass Unternehmen, Vereine und weitere Gemeinschaften aus dem Ort und der Umgebung den Motorsportfreunden zur Seite stehen und sich mit einbringen. Die Röhrsdorfer Interessengemeinschaft „Nachbarn für Nachbarn“ hatte zum Beispiel für die Kinder ein Zeltkino aufgebaut, wo Trickfilme gezeigt wurden. „Wir freuen uns über den guten Besuch“, sagte Franziska Stejskal. die gemeinsam mit den Mitgiedern Falk Winkler, Brigitte Große, die auch Chefin der Röhrsdorfer Landfrauen ist, sowie der 15-jährigen Schülerin Finja-Flora die Mädchen und Jungen betreute.

Schon frühzeitig an diesem Tag waren die Kameraden der Röhrsdorfer Feuerwehr, ihre Ehefrauen und weitere Familienangehörige aufgestanden, um Vorbereitungen für ihren Einsatz zu treffen. In der Gulaschkanone der Feuerwehr wurde für die Besucher eine köstliche Soljanka zubereitet. „Den Leuten hat's geschmeckt, was auch der gute Verkauf der Portionen belegt“, meinte Thomas Noack. Die Jugendfeuerwehr verkaufte Eis. Den Röhrsdorfer Feuerwehrleuten steht schon ein weiterer Höhepunkt ins Haus. Am 31. August 2019 feiert die Wehr ihr 80-jähriges Bestehen (das Amtsblatt wird daüber noch informieren).

Einen guten Anteil daran, dass die Besucher bei diesem Treffen abwechslungsreiche Stunden und allerlei Kurzweil hatten, gebührt auch Unternehmen im Gewerbegebiet, die ihre Parkflächen für Besucher geöffnet und auch Ausstellungsflächen zur Verfügung gestellt hatten. Dank sagt der MSV auch den Feuerwehrleuten von Sora und Röhrsdorf, dem Taubenheimer Karneval- und Traditionsverein, der Frauensportgruppe vom SV Röhrsdorf, der Gemeinde und dem Bauhof Klipphausen sowie weiteren engagierten Organisatoren und Helfern.

Text und Fotos Dieter Hanke, 25.06.2019