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Nicht nur versiert mit dem Tennisschläger

Der Triebischtaler Tennisclub in Miltitz ist eine engagierte Gemeinschaft, die jetzt ihr 25-jähriges Bestehen feierte...

Die Aufschläge kommen vielleicht nicht mehr so scharf und platziert, auch ist man mitunter nicht mehr so schnell am Netz, die Kondition lässt nach – doch Freude macht das Tennisspielen allemal. „Wir sind an der frischen Luft, haben Spaß und tun was für die Gesundheit“, sagte Angestellte Silke Lehmann (52) aus Roitzschen. Und Anita Geißler aus Munzig sieht das ähnlich: „Wir sind eine lustige Truppe, halten zusammen. Und Tennis ist ein Laufsport. Nach der Arbeit kommt so ein sportlicher Ausgleich gerade recht, der Kopf wird frei“, bemerkte die 62-jährige Anita Geißler aus Munzig, die im Schichtsystem in der Altenpflege tätig ist.

Dank vom Bürgermeister

Am Sonntagvormittag, dem 16. Juni, war aber zunächst auf der Anlage des Triebischtaler Tennisclubs in Miltitz nichts mit straffem Training. Eine köstliche Sauerkirschtorte mit Windbeuteln, Eierschecke und auch Bratwürste, Steaks, Kartoffelsalat, Sekt, Bier und andere lukullische Sachen dominierten da vorerst. Fröhlich wurde gefeiert, denn der Triebischtaler Tennisclub beging sein 25-jähriges Vereinsjubiläum. Gäste gratulierten, so auch Bürgermeister Gerold Mann, die CDU-Landtagsabgeordnete Daniela Kuge, die Geschäftsführerin des Kreissportbundes Meißen, Katrin Kramer, sowie die Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Klipphausen Mirko Knöfel (Bündnis Freie Wählergemeinschaft) und Carsten Hahn (CDU). Unter den Gästen auch Mitglieder aus Tennisvereinen in Lommatzsch und Weinböhla, zu denen ein guter Kontakt besteht.

„Was Ihr in all den Jahren als Verein geleistet habt, ist großartig. Dafür ein großes Dankeschön“, sagte der Bürgermeister und hob hervor, dass die Vereinsmitglieder nicht nur in Sachen Sport aktiv sind, sondern sich auch für Geselligkeit und den Zusammenhalt der Menschen engagieren. „Wir schätzen besonders auch, dass sich die Vereinsmitglieder so tatkräftig um Erhalt und Pflege der Sportstätte bemühen“, bemerkte der Bürgermeister.

Ein schmuckes Areal

Das Tennisareal nahe dem Jahnbad kann sich sehen lassen: Zwei schöne Tennisplätze, dazu ein behaglicher Komplex mit Vereinsraum, Terrasse, kleiner Küche, Dusche, Toilette und Lagerräume. „Wir Mitglieder legen selbst Hand an, wenn etwas repariert oder modernisiert werden muss“, sagte Platzwart Norbert Wresch. Der 69-Jährige aus Robschütz, der früher als Werkzeugmacher und Verwaltungsfachwirt tätig war, sponserte zum Beispiel Möbel für das Vereinsdomizil. Und als Platzwart ist es ihm ein Bedürfnis, die Anlage immer in Schuss zu halten. So muss zum Beispiel einmal im Jahr der obere Ziegelmehl-Belag (ein bis zwei Zentimeter), der durch das Spielen verbraucht ist, erneuert werden. Danach wird der Platz gewalzt. „Da kommen schon mehrere Tonnen Ziegelmehl zusammen“, sagte der Platzwart. Die Triebischtaler machen das in Eigenregie. „Wir sind eine Super-Truppe, jeder packt mit zu. Schließlich geht es auch darum, die finanziellen Ausgaben in Grenzen zu halten“ meinte der 62-jährige Karlheinz Fieber, der stellvertretender Vereinsvorsitzender ist.

Aus Freude am Sport

Früher hat der Verein im Wettkampfsystem in der Kreisklasse im Landkreis mitgespielt, bei den Männern und Kindern. Doch seit etlichen Jahren nicht mehr. „Uns fehlt der Nachwuchs, um mit der entsprechenden Spieleranzahl Mannschaften ins Rennen zu schicken“, sagte Volkmar Ulrich, der seit mehreren Jahren Vorsitzender ist. Der 49-Jährige wuchs in Burkhardswalde auf, lebt seit 2011 in Miltitz und ist Geschäftsführer in einem Antiquitätengeschäft in Meißen.

So trainieren und spielen jetzt die Vereinsmitglieder aus Freude am Sport und der Bewegung für sich auf der Miltitzer Anlage. Natürlich ist da bei den Spielern weiterhin Ehrgeiz vorhanden, die Einzel- oder Doppel-Vergleiche untereinander zu gewinnen. Je nach Witterung wird von März bis Oktober auf der Miltitzer Anlage gespielt. Den Winter über können sie eine Halle in Weinböhla nutzen. Heute gehören dem Verein 37 Mitglieder an, etwa die Hälfte sind Frauen. Elf Kinder spielen mit.

Die weitverbreitete Meinung, dass Tennis oft als Sport für Eliten gelte und auch finanziell sehr anspruchsvoll sei, wollen zumindest die Triebischtaler für ihren Club nicht gelten lassen. Arbeiter, Angestellte, Ingenieure und Ärzte, noch in beruflicher Tätigkeit oder schon im Ruhestand, sind hier Mitglied. Wie Vorsitzender Volkmar Ulrich sagte, betrage der Jahresbeitrag für einen Erwachsenen 140 Euro, für Familien 190 Euro und für Kinder 100 Euro.  

Wenngleich die Triebischtaler ihren Sport nicht mehr wettkampfmäßig im System der Tennisvereine betreiben, wird doch nach wie vor Wert darauf gelegt, das Spielniveau zu verbessern. Darauf achtet auch schon Dietmar Geißler, Gründungsmitglied des Tennisclubs vor 25 Jahren und Sportlicher Leiter des Vereins. „Wichtig sind da die entsprechende Laufbereitschaft der Spieler, ein gutes Ballgefühl und eine ordentliche Schlagtechnik“, meinte der 66-Jährige, der auch als Tennislehrer in Meißen und Dresden tätig war.

Blick in die Chronik

Die gemütliche Zusammenkunft am 16. Juni war natürlich auch der rechte Anlass, um die vergangenen 25 Jahre Revue passieren zu lassen. Vieles kam da zur Sprache, vor allem auch zum Vereinsbeginn. Ob die Gründungsversammlung am 25. März 1994 in der Miltitzer Schule, die Einweihung der Tennisanlage des TTC am 18. Juni 1994, wobei der Bau durch Fördermittel (29 000 DM) und durch Eigenmittel der Gemeinde Triebischtal (62 000 Euro) bestritten wurde, oder das 1. Tennisfest im September 1994 und die Einweihung des TTC-Clubhauses 1996 – die Triebischtaler Tennissportler hatten einen guten Start. Interessant auch dies: Am 1. Mai 1998 fand das erste Punktspiel auf der Anlage des TTC gegen den 1. TC Riesa 3. Mannschaft statt, was allerdings mit 1:8 verloren wurde. Volkmar Ulrich holte den einzigen Punkt. Wie die Chronik aussagt, erfolgte 1999 eine Generalsanierung der beiden Plätze, die notwendig wurde, weil mehrmals starke Gewittergüsse Schlammmassen aus Richtung Bad auf die Plätze gespült hatten. Auch der Erdwall um den Platz wurde damals ausgebessert. Kosten: insgesamt 13 000 DM. Und auch dieser Fakt ist bemerkenswert: Bei den Kreis-Kinder- und Jugendsportspielen 2001 in Weinböhla erkämpfte sich der Jüngste vom TTC, Jonas Schilling, die Goldmedaille.

Noch anderes war Gesprächsthema. So zogen die Fluten der Triebisch beim Augusthochwasser 2013 mehr als einen Meter hoch über den Platz. Totalschaden. Viele Bürger, Gemeinschaften und Sportverbände, auch mehrere Vereine aus den alten Bundesländen, halfen mit Fördermittel und Spenden. Im Juli 2003 war Wiedereröffnung der Anlage. 60 000 Euro hat damals der Wiederaufbau gekostet. Die Tennisspieler legten selbst tüchtig mit Hand an und renovierten ihr Clubgebäude. Sie waren auch froh, dass ihre Wünsche wie das Höherlegen der Plätze, der Einbau einer Drainage mit Vorfluter sowie die Installation einer Viersegment-Beregnung mit verwirklicht wurden.

Und noch dies aus der Chronik: Der TTC belegte 2003 einen vorderen Platz in der 3. Tennis-Kreisklasse, und 2004 wurde mit einem großen Tennisfest das zehnjährige Bestehen des Vereins gefeiert.

Ein Vorbild für viele

Noch an viele weitere Geschehnisse im Vereinsleben wurde an diesem Sonntagvormittag erinnert. Einer, der mit aktiv Geschichte des Tennisclubs geschrieben hat, ist Harald Hannß aus Roitzschen. Der heute 76-Jährige war bis 2011, also 17 Jahre Vorsitzender des Vereins und auch ein engagierter Übungsleiter für die Kinder. „Harald Hannß“, so sagte schon vor Jahren der damalige Triebischtaler Bürgermeister Dieter Schneider, „ist ein Vorbild für viele. Er fördert maßgeblich das Vereinsleben.“ So setzte er sich zum Beispiel auch dafür ein, dass das Vereinsgebäude 2004 erweitert wurde. Die Mitglieder schufen damals in Eigeninitiative unter anderem auch einen Sanitärtrakt.

„Das ist Dorf – die Leute halten zusammen. Für den Sport und eine rege Vereinstätigkeit im Triebischtal möchte ich mich auch weiterhin einbringen“, sagte Harald Hannß an jenem Sonntag zum 25-jährigen Vereinsjubiläum. Und gewissermaßen als Bestätigung dafür präsentierte er das neue TTC-Vereinslogo aus Stoff, worum er sich gekümmert hatte.

Tennis für jedermann

In diesem Sinne dankte Vereinsvorsitzender Volkmar Ulrich zum Jubiläums-Treff allen, die sich in den vergangenen 25 Jahren für den Tennisclub eingesetzt haben. „Sei es auf und neben dem Platz, sei es am Schreibtisch, sei es als treuer Sponsor oder als zuverlässiger Partner im Verband“, bemerkte er und fuhr fort: „Alle haben dazu beigetragen, dass wir heute vor uns eine schöne Anlage mit zwei Plätzen sehen, nebenan ein schmuckes Vereinshaus und am wichtigsten, dass wir uns regelmäßig hier zum Einzel oder Doppel treffen und dabei viel Spaß haben.“

Wer Lust am Tennisspielen hat, ist im Miltitzer Club willkommen. Ein neues Schild an der Anlage kündet auch davon: Tennis für jedermann, Dienstag und Donnerstag 18 Uhr, Sonntag 10 Uhr (Anmeldung unter 0178 357 47 75).

Text und Fotos Dieter Hanke, 26.07.2019