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Wikinger sind in Klipphausen heimisch

Die Möbel Wikinger GmbH ist seit 2003 im Gewerbegebiet und hat sich erfolgreich in Sachsen entwickelt.

Der Branchenmix im Gewerbegebiet Klipphausen ist ausgewogen: Erzeugnisse für Raumfahrt und Elektroautos, Gabelstapler, Reinsysteme für Trink- und Abwasser, Baustoffe, Präzisionsteile für Maschinen und Anlagen, medizinische Laboruntersuchungen, Paketdienstleister und vieles andere mehr. Zu den über 100 Unternehmen in diesem Gewerbegebiet gehört auch die Möbel Wikinger GmbH. Das Unternehmen auf der Schwabacher Straße 11 ist seit 2003 in einer Halle neben dem Sonderpreis-Baumarkt ansässig. Hochwertige Massivholzmöbel werden dort auf 3 000 Quadratmetern angeboten  – Schränke, Vitrinen, Kommoden, Tische, Stühle, Regale, Schrankwände, Highboards, Anrichten, Garderoben, Gartenmöbel, aber auch Polstergarnituren und vor allem viele Accessoires für ein schönes Zuhause.

Mit solch großen Möbelhäusern in Sachsen wie Möbel Mahler in Siebenlehn oder Möbel Höffner und IKEA in Dresden ist Wikinger aber nicht zu vergleichen. Abgesehen von geringerer Ausstellungsfläche und Produktumfang, denn Wikinger hat sich auf Massivholzmöbel spezialisiert, setzt das Unternehmen vor allem auf das Besondere, auf Unikate, auf Rustikales oder auch auf Modernes, das Holz und Stahl einschließt. Das Design ist oft einzigartig.

„In dieser Möbel-Nische sind wir in Sachsen groß“, schätzt der geschäftsführende Wikinger-Gesellschafter Lars Rosendahl ein. Ein Rundgang in dieser Klipphausener Möbelhalle ist ein Erlebnis für die Besucher, egal ob sie nun etwas kaufen wollen oder nicht. Dekoartikel aller Art und Möbel-Beisortimente, vortrefflich arrangiert, lassen die Kunden staunen. Da sind nicht nur originelle Lampen, Bilder, Skulpturen, Vasen, Schilder, Kerzenhalter, Besteck, Jalousien, Uhren und vieles andere mehr, sondern auch besonders ausgefallene Einzelstücke wie zum Beispiel ein Autoteil als Sofa oder ein eigenwillig geformter Garderobenständer. 

Der Wikinger-Standort an der Schwabacher StraßeMöbel aus ganz Europa

 „Die Leute können sich hier Ideen und Anregungen für die Einrichtung ihres Zuhauses holen, sich bei uns wohlfühlen, Stress und Hektik vergessen und freundlich beraten lassen“, sagt Lars Rosendahl, der Däne ist. Nachdem in diesem Sinne vor kurzem der Eingangsbereich verändert wurde, ist jetzt das Unternehmen noch dabei, einen gemütlichen Barbereich für die Besucher einzurichten. Auch eine Verkaufsecke soll noch im Spätherbst eröffnet werden, wo die Besucher regionale Produkte wie Weine, Schnäpse, Honig, Marmeladen und anderes erwerben können.

„Wir beziehen Möbel aus ganz Europa“, informiert der 42-jährige Geschäftsführer. Während in den ersten Jahren vor allem Massivholzmöbel aus den skandinavischen Ländern Schweden, Dänemark und Norwegen kamen, sind seit geraumer Zeit viele weitere Lieferanten hinzugekommen, besonders aus Polen, aber auch aus Spanien, Frankreich, Holland, Belgien, Tschechien, Estland und aus weiteren Ländern. Auch mehrere Hersteller aus Deutschland liefern nach Klipphausen. Polen, so der Geschäftsführer, sei zum Beispiel mit führend bei Polstergarnituren und Möbeln aus Eiche. Die dortigen Hersteller hätten in den vergangenen Jahren oft moderne Technik aus Deutschland angeschafft und produzieren gute Qualität. Lars Rosendahl: „Aus Holland und Belgien kaufen wir oft ausgefallene Sachen ein, besonders Unikate.“ Dänische Unternehmen seien für ihr gutes Design bekannt, auch aus Spanien würden viele Accessoires kommen, Holland hätte sich auf Tische spezialisiert. „Während wir anfangs Erzeugnisse aus fünf Ländern bezogen haben, sind es heute etwa 20.“

Eiche ist Favorit

Wikinger schaut sich regelmäßig auf großen internationalen und nationalen Möbelmessen im In- und Ausland sowie auf Ausstellungen um, so auch auf der bedeutenden Einrichtungsmesse in Köln, um Trends und Entwicklungen in der Möbelbranche zu verfolgen. „Wir kaufen direkt bei den Herstellern und Lieferanten ein und können so gut Einfluss auf unser Sortiment nehmen“, bemerkt der Geschäftsführer. Wikingers verfolge das Konzept, dass für seine hochwertigen Qualitätserzeugnisse auch ein adäquater Preis von den Kunden verlangt werde. „Rabattpreise gibt es bei uns nicht“, sagt der Geschäftsführer. In der Regel nur einmal im Jahr, beim Sortimentswechsel im September in der Ausstellungshalle, werden Möbel kostengünstiger verkauft.

Bei den Holzarten haben sich im Laufe der Jahre die Trends gewandelt. Anfangs gingen Modelle aus Kiefer sehr gut, später dann aus Buche. Der Geschäftsführer: „Favorit ist jetzt bei den Holzarten Eiche geölt und Eiche in verschiedenen anderen Variationen. Dann folgen Fichte, Kiefer und Buche. Erzeugnisse aus Tropenholz haben wir nur wenige im Angebot. Stark im Kommen, vor allem auch bei jungen Leuten gefragt, sind Möbel aus Altholz, wobei hier mitunter die Optik gewöhnungsbedürftig ist.“ Im Trend seien seit einiger Zeit besonders auch Möbel-Kombinationen aus Holz und Metall. „Kunden interessieren sich sehr dafür“, bemerkt der Geschäftsführer. 

Ein solides Unternehmen

In der Möbel Wikinger GmbH Dresden mit Sitz in Klipphausen sind heute 15 Mitarbeiter beschäftigt (darunter auch drei Dekorateure), beim Start 2003 waren es noch vier. Zum Klipphausener Unternehmen gehören seit einiger Zeit noch Wikinger-Boutiquen auf der Hauptstraße 21 in Dresden und im Preußergässchen im Leipziger Zentrum. „Diese sind für uns sehr wichtig, denn sie stimmen gewissermaßen die Kunden auf Wikinger-Erzeugnisse ein und machen sie neugierig auf unsere Möbel-Palette im Hauptsitz in Klipphausen“, sagt der Geschäftsführer. Zu Umsatzzahlen und Gewinn seines Unternehmens möchte sich Lars Rosendahl nicht äußern. „Wir sind gut aufgestellt, stehen wirtschaftlich solide da“, meint der Geschäftsführer diplomatisch.

Möbel Wikinger hat in Deutschland keinen Stammsitz, sondern ist hier mit mehreren eigenständigen Unternehmen präsent. Das erste entstand 1997 in Rostock, dann folgte 1999 Stralsund. Klipphausen startete 2003, und 2008 kam noch ein weiteres Unternehmen in Potsdam hinzu.

Auf einer Insel geboren

Lars Rosendahl hat sich mit seiner Familie in Klipphausen gut sesshaft gemacht. Von 2003 bis 2007 wohnte er erst zur Miete in Freital-Wurgwitz, dann bis 2008 in der Musterhaussiedlung Ullendorf. „2008 haben wir uns in der Siedlung in Klipphausen ein Haus gebaut“, sagt der 42-Jährige. Sein Werdegang und seine Ausbildung zeugen davon, dass er sich beharrlich auf seine berufliche Tätigkeit vorbereitet hat.

Lars Rosendahl wurde 1977 auf der kleinen Insel Fünen in Dänemark geboren. Dort wuchs er bei Faaborg auf, machte sein Abitur mit der Fachrichtung Ökonomie und studierte dann Marketing und Ökonomie in Dänemark. Als 24-Jähriger erwarb er den Abschluss als Akademie-Ökonom. Das Studium schloss auch mehrere Praktika mit ein, so zum Beispiel ein mehrmonatiges an der Rostocker Universität und auch in einem Möbelgeschäft in Berlin. Kontakt zu Wikinger gab es dann mit einem Praktikum im Möbelgeschäft in Stralsund. „Der enge Zusammenhang zwischen Theorie und Praxis in der Ausbildung hat sich da gut bewährt“, meint heute Lars Rosendahl. Im Jahr 2000 war er mit dem Studium fertig, arbeitete dann ein halbes Jahr bei einer Marketing-Agentur in Dänemark. Danach war er zwei Jahre bei Möbel Wikinger in Rostock als Verkaufsleiter tätig, ehe er dann in Klipphausen landete und sich dort selbständig machte. „Wikinger wollte sich in Sachsen ansiedeln. Wir haben uns im Freistaat mehrere Objekte angeschaut. Die besten Bedingungen fanden wir in Klipphausen vor“, bemerkt Lars Rosendahl. Dazu gehörten für ihn eine vorteilhafte logistische Anbindung, die Nähe zu Dresden und auch eine entsprechende Halle im Gewerbegebiet. Der Geschäftsführer: „Vor allem aber hat mit den Ausschlag für unseren Entscheid gegeben, dass die Gemeinde uns sehr entgegenkam und uns auch zusicherte, bei behördlichen Formalitäten und anderen Dingen schnell zu helfen. Es war und ist hier in Klipphausen ein investorenfreundliches Klima.“ Dafür möchte Lars Rosendahl der Gemeinde und besonders auch dem langjährigen Bürgermeister Gerold Mann danken.

Das Wikinger-Unternehmen ist heutzutage eine feste Größe im Gewerbegebiet und in der Gemeinde. „Wir fühlen uns an diesem Standort wohl“, sagt der Geschäftsführer, der sich aber wünscht, dass hier noch mehr Leben einzieht. Er denkt da an Handelsobjekte, an eine Gaststätte und anderes. Das wäre auch für sein Möbel-Unternehmen von Vorteil, wenn noch mehr Menschen den Weg ins Gewerbegebiet finden würden.

Ein Handball- und Fußballfan

Lars Rosendahl gefällt die Gemeinde, die reizvolle Natur in den linkselbischen Tälern. Er geht dort gern mit der Familie wandern, fährt aber auch in die Berge. In diesem Sommer war er im Salzburger Land. „Und mir gefällt, dass ich in wenigen Minuten in Dresden bin, eine sehr schöne Stadt. Dort gibt es vieles zu entdecken“, sagt er. Mit seiner Frau Mette ist er seit 2006 verheiratet Sie ist auch Dänin, er hat sie beim Studium kennengelernt. Seine Frau arbeitet ebenfalls bei Wikinger, ist für Einkauf und Dekoration zuständig. Zwei Kinder gehören noch zu seiner Familie, der neunjährige Eskild und die zwölfjährige Freja. „Wir fühlen uns in Sachsen wohl“, meint er. Aber ihn freut es auch, wenn er im Urlaub oder an Festtagen mit seiner Familie zu den Eltern nach Dänemark reisen kann. Und Lars Rosendahl ist ein Handball- und Fußballfan. Dynamo Dresden oder die international bekannte dänische Fußballmannschaft Bröndby IF in Kopenhagen haben es ihm besonders angetan. Zu seiner Lebensphilosophie gehört auch, andere Menschen und Gemeinschaften zu unterstützen. So sponsert Wikinger zum Beispiel einen Wilsdruffer Sportverein oder die Dresdner Eislöwen und die Handballfrauen der Rödertalbienen, die in der 2. Bundesliga spielen.

Text und Fotos:  Dieter Hanke, 21.08.2019