^ Nach oben

Schulbau in Ullendorf wächst schnell

Zweifeld-Sporthalle ist fast rohbaufertig. Das Erdgeschoss im Schulgebäude steht auch schon. Ein Zeitvorsprung bei diesem Großvorhaben von drei Wochen.

Die Konturen von Schulgebäude und Zweifeld-Sporthalle beim Neubau für die Evangelische Oberschule Klipphausen an der Taubenheimer Straße in Ullendorf nehmen immer mehr Gestalt an. Die große Zweifeld-Sporthalle ist fast im Rohbau fertig. In den vergangenen Wochen haben die Bauleute von der HIW Hoch- und Ingenieurbau Wilsdruff GmbH die über 20 Meter langen Hallenbinder aus Betonfertigteilen, die das Dach tragen, auf die Stützen der Halle montiert. „Jetzt kommt eine Stahl-Trapez-Blechschale als tragende Dachkonstruktion darauf“, sagt der Meißner Architekt Dr. Ing. Knut Hauswald, der zusammen mit der RBZ-Generalplanungsgesellschaft Dresden für die Planung dieses neuen Schulkomplexes der Gemeinde Klipphausen den Hut aufhat. Insgesamt werden 1 600 Quadratmeter Dachfläche montiert. Dachdecker werden dann am Werk sein und Dachpappe, Platten zur Wärmedämmung und Abdichtungen verlegen. Eine Kiesschicht von etwa fünf Zentimetern wird dieses Flachdach abschließen.

„Im Rohbau“, so Dr. Hauswald weiter, „steht schon der Sozialtrakt auf der rechten Seite in der Sporthalle mit Sanitäranlagen, Umkleideräumen, Vereins- und Sportgeräteräumen. Die Sporthalle wird nun eingerüstet für die Dach- und Fassadenarbeiten und auch den Einbau der Fenster.“

 

Bauleute sind versiert 

Auch der angrenzende Bau des Schulgebäudes kommt gut voran. Das Erdgeschoss ist im Rohbau fertig, mit Eingangshalle, Mensa, Verwaltungsräumen mit Sekretariat, Kapelle sowie Kunst- und Werkräumen. „Jetzt haben die Bauleute die Erdgeschoss-Decke gefertigt“, bemerkt der 58-jährige Planungschef. Im Frühjahr 2020 sollen dann das erste und das zweite Obergeschoss errichtet sein.

Diese Großbaustelle der Gemeinde Klipphausen macht große Freude. „Wir haben derzeit insgesamt einen Zeitvorsprung von etwa drei Wochen“, sagt Bauleiter Christian Lorenz. Der 31-Jährige aus Reinsberg hofft da, dass die Unbilden des kommenden Winters nicht so gravierend sind und die Bauleute je nach Witterung beharrlich ihre Arbeit fortsetzen können. „Wir haben einen guten Planungsvorlauf, Abstimmung und Koordination des Bauablaufs klappen ordentlich, und es gibt auch eine enge Zusammenarbeit mit der Bauverwaltung der Gemeinde“, nennt der junge Bauleiter die Gründe dafür. Das alles würde sich auszahlen. Planungschef Dr. Hauswald, der auch für die Gesamtbauleitung zuständig ist, verweist noch auf eine wichtige Tatsache: „Die Bauleute von HIW sind engagiert, leisten gute Arbeit. Auch das fällt stark ins Gewicht.“ Oberpolier Dirk Wanke ergänzt hier, dass seine Bauarbeiter um die Wichtigkeit eines solchen Schulkomplexes wissen und danach handeln. „Für eine gute Ausbildung der Kinder wollen wir mit die Voraussetzungen schaffen“, meint der 41-Jährige aus Scharfenberg. Zusammen mit dem zweiten Polier Heiko Tränkner hat er die Baustelle gut im Griff.

Bürgermeister Mirko Knöfel, der vor einigen Tagen kurz auf dieser Großbaustelle weilte, freut sich ebenfalls über den bisherigen Verlauf. „Es läuft. Die Baufortschritte sind beachtlich. Dafür Dank allen Beteiligten“, sagt er.

Um rasch voranzukommen, steht seit kurzer Zeit auch ein zweiter Kran auf dem Schulbau-Gelände. Die Bewehrung für den Erdgeschoss-Deckeneinbau im Schulgebäude wurde in den vergangenen Wochen komplettiert. „Ende November haben wir dort die Decke betoniert, insgesamt waren es 350 Kubikmeter“, sagt Bauleiter Christian Lorenz. Und für das Ausbetonieren der Wände im Erdgeschoss seien täglich ein bis zwei Laster mit Beton auf der Baustelle angerollt.

An der Zweifeld-Sporthalle ist jetzt die Firma SMH Mensch GmbH aus Dürrröhrsdorf-Dittersbach im Einsatz. Im Auftrag von HIW fertigt diese die Unterkonstruktion aus Stahl für die Sporthallen-Decke an. Für die Bedachung ist das Unternehmen Weimert aus Döbeln zuständig. Am Untergeschoss der Sporthalle im Erdbereich sind auch gut die Styrodur-Platten zu erkennen, die als Wärmedämmung dienen und damit auch beitragen, Energie einzusparen.

Interesse für Kaolin-Linse

Was die sogenannte Kaolin-Linse betrifft, die bei den Erschließungsarbeiten für die Zweifeld-Sporthalle zum Vorschein kam, ist diese nun unter der Bodenplatte verschwunden. Das Vorkommen auf etwa 25 Quadratmetern hatte in der Öffentlichkeit für Interesse gesorgt. Eine Töpferin wollte zum Beispiel diese Porzellanerde, die allerdings mitunter durch Eisenoxide verunreinigt ist, was sich in gelbroten Verfärbungen äußert, abbauen. Das war bei dem straffen Zeitplan für den Bau des Schulkomplexes allerdings nicht möglich. Auf jeden Fall wird aber dieses Tonmineral im Sporthallen-Fundament später im naturwissenschaftlichen Unterricht der Schüler mit eine Rolle spielen.

Oberschule ist gefragt

Am 24. Juni 2019 war Baustart für diesen Schulkomplex der Gemeinde gewesen. Der Schulbau soll im Frühjahr nächsten Jahres rohbaufertig sein, die Zweifeld-Sporthalle schon eher, so Planer Dr. Hauswald. Im Frühjahr 2021 soll dann das Ganze fertig sein. Dann werden dort die Schüler der Evangelischen Oberschule Klipphausen einziehen, die gegenwärtig im Interimsquartier in den Baracken in Ullendorf gegenüber dem Gartenbaumarkt Landmaxx an der S 177 lernen. Die zweizügige Einrichtung sollen später mal über 300 Kinder besuchen, zwölf Klassen mit voraussichtlich je 28 Schülern. Gegenwärtig gibt es an der Evangelischen Oberschule Klipphausen, deren Träger  der Christliche Schulverein Wilsdruffer Land ist, 104 Kinder, und zwar lernen diese in zwei fünften und jeweils einer sechsten und siebenten Klasse. Diese Schule ist gefragt. Im nächsten Schuljahr 2020/21 werden wieder zwei neue fünfte Klassen hinzukommen, wie Schulleiterin Daniela Vogt informiert.

Fördermittel stehen noch aus

Der neue Komplex in Ullendorf mit dem würfelförmigen Schulgebäude, der Zweifeld Sporthalle, die gleichermaßen von Schülern und Vereinen genutzt werden soll, mit Sportplatz mit Kunstrasen und Freianlagen wird etwa 13 Millionen Euro kosten. Eine immense finanzielle Herausforderung für die Gemeinde. Zwar gibt es derzeit für die Sporthalle vom Land Sachsen einen Fördermittelbescheid über 1,718 Millionen Euro (die Gesamtkosten für die Halle belaufen sich auf etwa 4,6 Millionen Euro), doch auf Fördermittel für das Schulgebäude wartet die Gemeinde noch sehnsüchtig. Das erschwert auch sehr die Finanzierung aller weiteren Vorhaben im Haushalt der Kommune für 2020. Es bleibt zu hoffen, dass da die optimistische Aussage der CDU- Landtagsabgeordneten Daniela Kuge aus Roitzschen schnell Wirklichkeit wird. „Ich bin der festen Überzeugung, dass 2020 die Gemeinde Klipphausen Fördermittel vom Freistaat Sachsen für den Schulbau erhält“, sagte sie.

Text und Fotos: Dieter Hanke, 22.11.2019