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Grüner Nachwuchs für die Umgebung

21 Süßkirschen-Bäume an der Straße von Riemsdorf nach Polenz gepflanzt. Dann trafen sich die Familien noch zu einem gemütlichen Beisammensein.

Das war ein erlebnisreicher Tag für viele Familien aus Naustadt, Scharfenberg, Polenz und aus weiteren Orten der Umgebung: An der frischen Luft, in einer reizvollen Natur, Kaffee und Kuchen und angeregte Gespräche. Über 60 Bürger, darunter viele Familien mit ihren Kindern, waren beim zehnten Jubiläums-Baumpflanzfest am 2. November dabei, wozu der Verein Lebensraum Scharfenberg gemeinsam mit der Grundschule Naustadt, dem Ortschaftsrat Scharfenberg und der Baumschule Schäfer eingeladen hatten. An der Straße zwischen Riemsdorf und Polenz wurden auf der rechten Seite 21 hochstämmige Kirschbäume gepflanzt. Entgegen kam da den Naturfreunden, dass der Klipphausener Schacht- und Fuhrbetrieb Günter Vogt schon die Pflanzlöcher gesetzt hatte, so dass die Mühen mit dem Spaten nicht so groß waren.

20 Bäume gespendet

„Das ist doch eine schöne Sache. Die Natur erhält weiteren Zuwachs“, sagte Sozialarbeiter Heiko Venus aus Ullendorf. Auch Jutta Wolfensteller aus Meißen war bei dieser Aktion mit von der Partie, zusammen mit ihrem Sohn Maximillion. Sie setzten die Süßkirsche Burlat in den Boden, eine der gefragtesten Kirschen überhaupt: Saftig und süß, dunkelrot gefärbt, groß und glänzend und mit hohen Erträgen – ein Leckerbissen. „Wir pflanzen Bäume für nachkommende Generationen. Anwohner und Besucher sollen an diesem Grün Freude haben“, sagte die 41-jährige Augenoptikerin von der Fielmann-Niederlassung in Meißen. Dieses Unternehmen unterstützt schon seit vielen Jahren solche Baumpflanzaktionen in der Region, engagiert sich im Natur- und Umweltschutz. So spendete Fielmann auch diesmal 20 Obstbäume. Ein Baum kostet etwa 50 Euro. „Wir wollen damit auch den Organisatoren und Helfern, vor allem auch dem Verein Lebensraum Scharfenberg und der Grundschule Naustadt zur Seite stehen“, bemerkte die Diplomingenieurin für Augenoptik, die schon bei Fielmann in Meißen ihre Lehre absolviert hatte. Und sie sagte noch: „Der Baum ist doch Symbol des Lebens. Naturschutz eine Investition in die Zukunft. Deshalb machen wir mit.“

Fachlicher Rat und Hilfe

Aber nicht nur die prächtige Süßkirsche Burlat wurde gepflanzt. Auch solche Sorten wie zum Beispiel die Querfurter Königskirsche oder die Knorpelkirsche Regina, die dunkelrote, süße Früchte hat, kamen in den Boden. Die Bäume hatte die Bio-Baumschule Christian Schäfer aus Naustadt geliefert. Von diesem Betrieb gab es für die Helfer auch gleich fachlichen Rat und Unterstützung beim Pflanzen. Erzieher Stephan Schäfer (28) und sein Bruder Adrian (20), der bei seinem Vater in der Baumschule gelernt hatte und jetzt Gartenbau an der Hochschule für Wirtschaft und Technik in Dresden studiert, gingen den Muttis, Vatis und Kindern helfend zur Hand -  beim Einschlagen der Baumpfähle, beim  Anbinden der Bäume oder dem Anbringen des Mattenschutzes gegen Wildverbiss. „Wir freuen uns, dass so viele mitmachen und sich für eine lebenswertere Umwelt einsetzen“, sagte der 20-jährige Adrian.

 

Mehr Vielfalt schaffen

Für viele der fleißigen Helfer, so auch für den Gauernitzer Jens Topa, beruflich Projektleiter Biogas-Anlage, für Kathrin Hempel, langjährige Lehrerin an der Grundschule in Naustadt, oder für die Windparkplanung-Gruppenleiterin Juliane Leibner aus Naustadt und für Thorsten Noack aus Scharfenberg, der in einem Betrieb für Pumpenservice und Schwimmbadbau arbeitet, sind auch Beweggründe für das Mitmachen, wieder eine ökologische Vielfalt in der Region zu schaffen und da vor allem auch alte Landschaftsbilder wieder aufleben zu lassen. Das bekräftigte auch Jens Brattig aus Polenz. Der Kraftfahrer verwies darauf, dass die Straße von Riemsdorf nach Polenz früher eine Kirschbaumallee war. „Das soll wieder so werden“, meinte er. Der 38-Jährige hatte für das gesellige Beisammensein der Helfer am Feldrand mit seinem Traktor Bänke vom Dorfclub Polenz transportiert. 

Steffi Horst, 1. stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Klipphausen, und vorher mehrere Jahre auch Ortschaftsratsvorsitzende in Scharfenberg, freute sich über die gute Resonanz beim Pflanzfest und hatte zur Eröffnung der Aktion in der Grundschule Naustadt allen Helfern und Spendern herzlich gedankt. „Mit den Baumpflanzfesten wird doch Natur- und Umweltbewusstsein von Kindern und Erwachsenen gefördert. Solche Aktionen sind aber auch für den Zusammenhalt der Bürger genau das Richtige“, meinte sie.

So hatten an diesem Nachmittag die Beteiligten nicht nur das gute Gefühl, etwas für Natur und Umwelt getan zu haben, getreu nach dem Motto der Organisatoren „Wir pflanzen Heimat, wir pflanzen Zukunft, wir pflanzen Bäume“, sondern sie genossen auch einen schönen Tag. Am Feldrand saßen sie nach dem Pflanzen bei Kaffee und Kuchen zusammen, worum sich Eltern und Großeltern gekümmert hatten. Die Kinder vergnügten sich auf dem abgeernteten Maisfeld, die Erwachsenen plauderten miteinander, sprachen über neue Vorhaben.

Schöner Auftakt des Festes

Das Jubiläums-Pflanzfest kam wieder groß an. Dazu trugen auch die Kinder der vierten Klasse sowie aus der Theater-AG der Grundschule Naustadt bei, die mit einem kleinen  Programm zum traditionellen Auftakt der Aktion in der Einrichtung für die rechte Einstimmung der Helfer gesorgt hatten. Die Grundschule Naustadt mit ihrem Leiter Lutz Müller hatte sich als Mitorganisator dieses Festes wieder viel Mühe gegeben. „Natur und Umwelt haben bei uns einen hohen Stellenwert“, sagte er. Im vergangenen Jahrzehnt hätten Kinder und Eltern bei den jährlichen Aktionen insgesamt 172 Bäume in der Umgebung gepflanzt. Auch viele Baumpatenschaften würden da bestehen, damit das neue Grün gut wächst. „Mit unserem Schulgarten oder auch dem Grünen Klassenzimmer gibt es ebenfalls gute Voraussetzungen, um die Liebe und das Bewusstsein zur Natur und da speziell auch zu alten Obstsorten der Region den Kindern nahezubringen“, bemerkte Lutz Müller. Davon kündeten zum Beispiel auch Präsentationen der Klassen 4a und 4b im Foyer der Schule unter dem Motto „Mein Herbarium“. Gegenwärtig lernen insgesamt 147 Schüler in acht Klassen an dieser Einrichtung. Damit habe sich die Schülerzahl seit der Einweihung der neuen Grundschule in Naustadt im Jahr 2005 fast verdreifacht, sagte der Schulleiter. 

Text und Fotos:  Dieter Hanke, 28.11.2019