Auf der Suche nach dem Licht

Die sächsische Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange würdigte das Engagement einer jungen Theater-gruppe der Kirchgemeinden ...

... St.-Nikolai Weistropp-Constappel und Unkersdorf. 2 000 Euro Fördergeld vom Freistaat.

Die  Ev.-Luth. Kirchgemeinden St.-Nikolai Weistropp-Constappel und Unkersdorf hatten am späten Nachmittag des 2. Dezembers prominenten Besuch. Sachsens Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange kam zu den Kindern der Christenlehre, die gegenwärtig ein Theaterprojekt verwirklichen. In der Kirche Constappel schaute sie den Mädchen und Jungen zu, wie sie für ihr Krippenspiel „Auf der Suche nach dem Licht“ emsig probten. Am Heilig Abend, 16 Uhr in der Kirche Constappel, werden die Theater-Eleven ihr Stück aufführen.

Premiere am 24. Dezember

„Es macht große Freude zuzusehen, wie begeistert die Kinder bei der Sache sind. Den Kirchgemeinden ein Dankeschön, dass sie sich so aktiv für dieses Theaterprojekt einsetzen“, sagte die 62-jährige Ministerin. Es würde sich auch an diesem Vorhaben anschaulich zeigen, wie Kultur, getragen von engagierten Menschen vor Ort, ihre integrative Kraft entfaltet. „Das Theaterprojekt der Christenlehrekinder fördert das Miteinander, bringt den Bürgern ein schönes Erlebnis und Besinnung zu den Weihnachtsfeiertagen“, bemerkte Dr. Stange. Sie wünschte den jungen Akteuren bei ihrer Premiere am 24. Dezember viele Besucher in der Kirche.

Die Staatsministerin hatte den Kirchgemeinden noch eine große Freude gemacht, indem sie einen Fördermittelbescheid über 2 000 Euro für dieses Theaterprojekt überreichte. Die Kirchgemeinden St.-Nikolai Weistropp-Constappel und Unkersdorf hatten sich mit einem Antrag bei dem erstmals in diesem Jahr aufgelegten Förderprogramm des sächsischen Kunstministeriums und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen zur Unterstützung von Kleinprojekten aus Kunst und Kultur im ländlichen Raum beworben. Und sie hatten Glück. Sie gehörten 2019 zu den insgesamt 100 Vorhaben in Sachsen, die eine Zuwendung erhielten. Insgesamt waren bei der Kulturstiftung 279 Anträge eingegangen, die sich auf Kulturvorhaben in ländlichen Gebieten wie Ausstellungen, Konzerte, Bandauftritte, Chormusik, Lesungen, Filmvorführungen, Theaterspiele und anderes bezogen. Insgesamt gab der Freistaat Sachsen für diese Kleinprojekte aus Kunst und Kultur 300 000 Euro aus. „Auch im nächsten Jahr“, so Ministerin Dr. Stange, „sind für eine Fortsetzung dieses Programms Mittel im Staatshaushalt eingestellt.“

Geld für Scheinwerfer und Podeste

Die junge Theaterpädagogin Lisa Jäger aus Kleinschönberg, die mit den Kindern das Krippenspiel einstudiert, weiß schon genau, wie das Fördergeld angelegt werden soll. Tragbare Scheinwerfer, die auch mit farbigem Licht und Lichtbündelungen die Inszenierungen der Kinder begleiten, sowie Podeste für Proben und Aufführungen werden damit erworben. Bürgermeister Mirko Knöfel, der bei der Fördermittel-Übergabe mit zugegen war, knüpfte hier an: „Wir legen als Gemeinde Klipphausen noch einiges Geld dazu, um ebenfalls noch bessere Voraussetzungen für die Projekte der Kinder zu schaffen.“

Für die 26-jährige Lisa Jäger ist dieses Vorhaben ein weiterer Schritt, um sich in der Kirchgemeinde einzubringen. In der Region ist sie aufgewachsen, im Bauernhof ihrer Eltern in Unkersdorf, sie ging in die Oberschule Cossebaude und machte ihr Fachabitur am Beruflichen Schulzentrum für Agrarwirtschaft und Ernährung in Altroßthal, Fachrichtung Agrarwissenschaften. Die junge Frau unterrichtete dann in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr 2012/13 Englisch an einer Elementarschule in Südindien und studierte anschließend an der Leipziger Universität das Grundschullehramt mit dem Hauptfach Religion und dann außerdem noch an einer privaten Hochschule Theaterpädagogik. Seit 2018 ist Lisa Jäger am Staatsschauspiel Dresden tätig. Dort leitet sie unter anderem auch das Projekt „Theater in die Schule“.

 Engagierte Theaterpädagogin

„Das Projekt in der Kirchgemeinde macht mir ebenfalls viel Freude. Die Kinder wollen viel wissen, sind eifrig dabei und geben sich große Mühe“, sagte Lisa Jäger. In der jungen Pädagogin haben die zehn Kinder der Theatergruppe eine elanvolle Leiterin, die es versteht, die Kinder zu begeistern, ihre Stärken zu fördern und mit ihnen zielgerichtet das Vorhaben zu verwirklichen. Kein Wunder, denn Theater spielen, hat Lisa Jäger schon seit ihrer Kindheit interessiert. So machte sie zum Beispiel früher im Gompitzer Verein „Klangspiel“ mit, und auch während ihrer Studienzeit in Leipzig spielte sie mit im Theater.

In den Kirchgemeinden St.-Nikolei Weistropp-Constappel und Unkersdorf, denen Lisa Jäger schon seit ihrer Kindheit eng verbunden ist, führte sie zum Beispiel mit Kindern der Christenlehre bei einem Familiengottesdienst in diesem Frühjahr in Weistropp ein bemerkenswertes Projekt auf. Zu den Themen „Die Kirche und das Dorf“ und „Ist Kirche lebendig?“ hatten sich die Mädchen und Jungen vorher an mehreren Stationen wie unter anderem dem Kriegsgräberdenkmal, der Orgel und der Kanzel mit deren Geschichte, Traditionen und Ausstrahlung vertraut gemacht und präsentierten dann ihre Forschungsbeiträge. Eine sehr gelungene Sache, die auch nichtkirchlich gebundene Menschen imponierte. Das jetzt von den Kindern der Theatergruppe inszenierte Krippenspiel „Auf der Suche nach dem Licht“ ist auch keine starre Wiedergabe von Geschehnissen in der biblischen Geschichte, sondern das erfrischende Spiel der jungen Akteure zeigt, wie sie da den Bezug zum Heute darstellen, Denkweisen und eigene Erfahrungen vermitteln. „Das Stück ist lustig, nicht langweilig“, meinte die elfjährige Meta.

Dr. Brit Reimann-Bernhardt von den Kirchgemeinden St.-Nikolai Weistropp-Constappel und Unkersdorf freut sich, dass die 30 Kinder der Christenlehre, wozu nicht nur die Mitglieder der Theatergruppe, sondern auch die Mädchen und Jungen der Naturgruppe gehören, sich so sinnvoll im Gemeindeleben beweisen und da selbst dazulernen und sich verwirklichen. „Das ist ein guter Weg“, bemerkte sie und dankte da auch den Kirchenvorständen sowie den vielen Eltern, die hier Unterstützung geben. So sammelten zum Beispiel die Mitglieder der Naturgruppe im Herbst Müll in den Wäldern der Umgebung.

Text und Fotos: Dieter Hanke, 16.12.2019