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Breitband-Ausbau wird forciert

Baustart für dieses Großvorhaben der Gemeinde ist Mitte des Jahres. Alle Ortsteile werden an das Glasfaser-Netz angeschlossen.  

Die Gemeinde Klipphausen bleibt beim Breitband-Ausbau beharrlich dran. Gemeinderat und Verwaltung stellten jetzt auch mit dem Haushalt 2020 die Weichen, damit endlich in den 43 Ortsteilen der Gemeinde den Bürgern und Unternehmen ein schnelles Internet zur Verfügung steht. „Baustart für den flächendeckenden Ausbau ist Mitte dieses Jahres“, sagt Bürgermeister Mirko Knöfel, dem als IT-Experten in seiner vorherigen beruflichen Tätigkeit diese Sache ein besonderes Anliegen sei. Wo im Gemeindegebiet das Glasfaserkabel zuerst gelegt werde, würden Gemeinderat und Verwaltung noch entscheiden, sobald die planerischen Voraussetzungen für das Großprojekt vorliegen. Es werde insgesamt mit einer Bauzeit von drei Jahren gerechnet.

 „Weiße Flecken“ erschließen

Bei den planerischen und weiteren organisatorischen Vorbereitungen für den flächendeckenden Netzausbau ist die Gemeinde in den vergangenen Wochen und Monaten gut vorangekommen. Nach einer europaweiten Ausschreibung im Vorjahr hatte in der November-Ratssitzung die S & P Beratungs- und Planungsgesellschaft aus Wiesbaden vom Gemeinderat Klipphausen den Zuschlag für die Genehmigungsplanung für den Breitband- Ausbau erhalten. Das betraf einmal die Erschließung der „weißen Flecken“ im Gemeindegebiet und in einem zweiten Baulos die Erschließung des Gewerbegebietes Klipphausen.

An dem europaweiten Teilnahmewettbewerb hatten sich sieben Interessenten beteiligt. Die vier bestplazierten Bewerber wurden zur Abgabe eines Angebots aufgefordert. Nach einem Punktsystem hatten dann die Wiesbadener Planungsingenieure die Nase vorn und erhielten den Auftrag.

Planung für Tiefbau-Arbeiten

Seit Dezember 2019 läuft die Planung, die vor allem in den Gebieten der Gemeinde die Tiefbau-Arbeiten für die Verlegung der Rohre in den Trassen, die Standorte für die Verteilerstationen und auch die Hausanschlüsse beinhaltet. Das bereits einbezogen war auch eine Kamerabefahrung in den Orten, wo unter anderem Straßen und Fußwege erfasst worden sind.

Die Gemeinde Klipphausen setzt bekanntlich beim flächendeckenden Breitbandausbau auf das Betreibermodell, daher baut Klipphausen das Breitband-Netz mit modernen Glasfaserkabeln, dass dann von der Gemeinde an einem Telekommunikations-Betreiber verpachtet wird. Die Gemeindeverwaltung hat bereits in den vergangenen Wochen Bietergespräche mit Unternehmen geführt, die als Betreiber Interesse signalisiert haben. „Es gibt mehrere Teilnehmer, darunter renommierte Telekommunikationsfirmen“, bemerkt Mirko Knöfel. Voraussichtlich im April 2020 werde hier der Gemeinderat über die Vergabe entscheiden.

25 Millionen veranschlagt

Das Breiband-Vorhaben in der Gemeinde, wofür sich Gemeinderat und Verwaltung sehr engagieren, ist finanziell sehr aufwendig. An die 25 Millionen Euro wird diese Großinvestition kosten. Davon steuert der Bund 50 Prozent Fördermittel bei, 40 Prozent kommen vom Freistaat Sachsen, und das Land Sachsen hat sich auch verpflichtet, den zehnprozentigen Eigenanteil der Kommunen bei so einem bedeutenden Vorhaben der Digitalisierung noch mit zu tragen. Die Gemeinde Klipphausen hat dafür vom Freistaat eine erste Charge von 800 000 Euro erhalten.

Dennoch ist der Breitband-Ausbau für die Gemeinde nicht nur eine große Herausforderung in Sachen Organisation und Bau, sondern auch in finanzieller Hinsicht. Denn Klipphausen muss dieses Großvorhaben zwischenfinanzieren, also in finanzielle Vorleistung gehen. Denn Fördermittel fließen erst nach Erledigung des Baus. Allerdings kann die Gemeinde da quartalsweise die Fertigstellung einzelner Bauabschnitte für die anteilmäßige Auszahlung von Fördergeldern anmelden.

So sind im Haushalt 2020 etwa 1,5 Millionen eingestellt, um die Zwischenfinanzierung zu gewährleisten. Für Planung und Ausbau des Breitbandnetzes in den kommenden drei Jahren werden jährlich etwa sieben Millionen Euro im Haushalt der Gemeinde veranschlagt.

Bis an Dose in Wohnungen

Auf eine Sache macht die Gemeindeverwaltung noch aufmerksam. Bauarbeiten der Telekom erfolgten unlängst unter anderem in Taubenheim, Klipphausen, Röhrsdorf undd weiteren Orten. So wurden zum Beispiel Verteilerstationen modernisiert. Doch diese Arbeiten, so die Verwaltung, haben keinesfalls mit dem Breitband-Großvorhaben der Gemeinde zu tun. Denn hier ist der Baustart bekanntlich erst Mitte dieses Jahres.

Aus aktuellem Anlass wird deshalb noch einmal hervorgehoben: Die Gemeinde will flächendeckend, also in allen 43 Ortststeilen und in den Gewerbegebieten Klipphausen und Röhrsdorf ein modernes Glasfasernetz für ein schnelles Internet installieren. Auch abgelegene Gehöfte in Ortsteilen sollen da einen Internet-Anschluss von mindestens 100 Mbit/s erhalten. Es werden also nicht nur Ortskerne mit mehreren Häusern oder Gewerbegebiete herausgepickt, wo ein Anschluss für Netzausbau und Betrieb für Telekommunikations-Unternehmen lukrativ ist, sondern der Ausbau durch die Gemeinde erfolgt flächendeckend. Nur der Ortskern von Burkhardswalde muss von der Erschließung ausgegrenzt werden.

Das Glasfaserkabel wird bei Ein- und Zweifamilienhäusern bis an die Dose in den Wohnungen gelegt, bei Mehrfamilienhäusern bis an den Verteilerkasten im Haus, wobei dann der Grundstückseigentümer die weitere Anbindung regelt.

Der Breitbandausbau mit Glasfaserkabeln durch die Gemeinde, der bessere Internet-Verbindungen gewährleistet als die kupferbasierte Technologie anderer Anbieter, ist für den Bürger kostenlos. Danach müssen Einwohner und Unternehmen für die Internet-Nutzung eine marktübliche Gebühr an den Betreiber entrichten.

Text und Foto:  Dieter Hanke, 28.01.2020