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Oberschule ist im Rohbau fertig

Vorfristig in guter Qualität abgeschlossen - die Bauleute der Hoch- und Ingenieurbau Wilsdruff GmbH haben bei diesem Großvorhaben der Gemeinde in Ullendorf solide gearbeitet.

So eine tolle Leistung! Doch das Richtfest für die Bauleute der HIW Hoch- und Ingenieurbau Wilsdruff GmbH und weiterer Firmen Ende April fiel leider aus. Corona machte auch hier einen Strich durch die Rechnung. So blieb der fertige Rohbau von Zweifeld-Sporthalle und Schulgebäude für die Evangelische Oberschule Klipphausen an der Taubenheimer Straße in Ullendorf ohne öffentliche Abschlussfeier. „Das ist sehr schade. Denn was die Bauleute von HIW hier geleistet haben, ist aller Ehren wert“, sagte der Meißner Architekt und Dombaumeister Dr.-Ing. Knut Hauswald, der für Planung und Bauleitung dieses Schulkomplexes der Gemeinde den Hut aufhat. „Solide gebaut, vorfristig fertiggestellt, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit – in meiner langjährigen Baupraxis gehört diese Rohbaufertigstellung mit zu den gelungensten Vorhaben“, bemerkte der 59-jährige Architekt. Und auch Klipphausens Bürgermeister Mirko Knöfel zollte den Bauleuten von HIW seine Anerkennung. „Dieses Unternehmen aus der Region war engagiert und setzte auf Qualitätsarbeit. Der Bau unserer neuen Oberschule wird mit HIW eng verbunden bleiben“, so der Bürgermeister.

Würfelförmiges SchulgebäudeOS Rohbau 1

Der neue Komplex an der Taubenheimer Straße mit dem würfelförmigen Schulgebäude sowie der Zweifeld-Sporthalle, die später gleichermaßen von Schülern und Vereinen genutzt werden soll, passt sich gut der Landschaft an. Hinzu werden noch ein Sportplatz mit Kunstrasen, Laufbahn und Weitsprunganlage kommen. Hinter dem Schulgebäude sind Freiflächen für die Schüler vorgesehen. Das neue Schulareal wird insgesamt etwa 13 Millionen Euro kosten - eine immense finanzielle Herausforderung für die Gemeinde.

Nach Fertigstellung des Komplexes im Frühjahr nächsten Jahres werden hier die Schüler der Evangelischen Oberschule Klipphausen einziehen, die gegenwärtig im Interimsquartier in den Baracken in Ullendorf gegenüber dem Gartenbaumarkt Landmaxx an der S 177 lernen. Die zweizügige Einrichtung sollen später mal über 300 Kinder besuchen, zwölf Klassen mit voraussichtlich je 28 Schülern. Gegenwärtig gibt es an der Evangelischen Oberschule Klipphausen, deren Träger der Christliche Schulverein Wilsdruffer Land ist, 104 Kinder, und zwar lernen diese in zwei fünften und jeweils einer sechsten und siebenten Klasse.

Architektur der Moderne

Ein Rundgang in den im Rohbau fertiggestellten Gebäuden lässt schon anschaulich sichtbar werden, welche guten Bedingungen die Schüler einmal haben werden. Der Schulhausbau (40 Meter breit, 40 Meter lang und zwölf Meter hoch) entspricht der Architektur der klassischen Moderne, ein klarer geometrischer lichtdurchfluteter Baukörper. Es gibt eine große Eingangshalle. In der Mitte des Gebäudes befindet sich der Innenhof mit Treppenanlagen in das erste und zweite Obergeschoss, wo umlaufende Galerien zu den Klassenzimmern führen werden. Die Sporthalle mit den Maßen 22 Meter breit und 45 Meter lang ist rechtwinklig zum Schulgebäude angeordnet und gewissermaßen in den Boden eingegraben. Unten ist die Sportfläche, in der oberen Ebene werden eine Galerie für Zuschauer sowie Umkleide- und Sanitärräume sein.

Montage der Lichthof-Dachträger

 Doch vorher haben auf diesem Schulareal noch die Bauleute das Sagen. Abschließender Höhepunkt des Rohbaus im Schulgebäude wird vom 4. bis 6. Mai die Montage der Shed-Dachträger sein. Ein Unternehmen aus dem Lausitzer Raum wird insgesamt über zehn Träger, die 13 Meter lang sind, ein solches Bauteil wiegt über 20 Tonnen, mit einem Spezialkran auf dem Lichthof setzen. Architekt Dr. Hauswald: „Es sind Bauelemente wie ein Dreieck, von Norden her fällt Licht in das Glasdach ein, die Rückseite ist zugebaut. Gewissermaßen stellt sich das Ganze wie ein offener Trog dar.“os Rohbau

Auch für HIW-Bauleiter Christian Lorenz ist dann Finale in Ullendorf: „Eine Baustelle, die für uns herausfordernd war, aber auch Spaß machte. Es flutschte, wie man so sagt“, bemerkte der 32-Jährige, der in Reinsberg wohnt. Für ihn wären da neben einem guten Planungsvorlauf auch eine klare Abstimmung und Koordination des Bauablaufs ausschlaggebend gewesen. „Die enge Zusammenarbeit mit der Bauverwaltung der Gemeinde hat sich ebenfalls ausgezahlt“, meinte der junge Bauleiter. Und auch das milde Winterwetter sei den Bauleuten entgegengekommen. Was noch erfreulich ist: Bisher hat es keine Unfälle auf dieser Baustelle gegeben, wie Planungschef Dr. Hauswald sagte.

3 500 Kubikmeter Beton

Seit dem Start am 24. Juni 2019 wurden auf dieser Großbaustelle der Gemeinde schon interessante Fakten für die Chronik vermerkt. Bauleiter Christian Lorenz nannte da zum Beispiel, dass für den Rohbau insgesamt 1 800 Kubikmeter Aushub auf dem Gelände bewältigt werden mussten. 220 Tonnen Bewehrungsstahl wurden in Sporthalle und Schulgebäude eingebaut, zum Beispiel in Fundamente und Decken, geliefert von der Stahlhandels-Firma Gäbler aus Bretnig-Hauswalde. Hinzu kamen noch über 180 Tonnen Bewehrungsstahl, die bereits in Betonfertigteilen enthalten sind. „3 500 Kubikmeter Beton wurden insgesamt eingebracht, der von der Wilsdruffer Firma Schwenk-Beton geliefert wurde“, so der Bauleiter. Drei Turmdrehkräne waren im Einsatz. Durchschnittlich arbeiteten hier etwa 15 Bauleute von HIW. Der 32-Jährige freute sich auch, dass er so ein engagiertes Bauteam an seiner Seite hatte: „Oberpolier Dirk Wanke und Polier Heiko Tränkner hatten die Baustelle gut im Griff.“

 Gute Beweggründe

Ein nicht unwesentlicher Beweggrund für diesen bisher erfolgreichen Bau ist sicher auch die Tatsache gewesen, dass die meisten Bauleute aus der Gemeinde Klipphausen oder dem Umland kamen. „Es wird etwas vor Ort für die Bürger gebaut, für Kinder, die eine gute Ausbildung erhalten sollen. Das schätzen wir sehr. Und wir wissen auch um das beharrliche Bemühen von Gemeinderat und Verwaltung, sich so einer großen Aufgabe zu stellen. Das beeinflusste mit unser Handeln“, bemerkte der 41-jährige Oberpolier Dirk Wanke aus Scharfenberg, dessen Tochter Jolina ab Sommer dieses Jahres in die Evangelische Oberschule Klipphausen gehen und so auch bald im neuen Schulareal lernen wird.

Auch andere Bauleute von HIW sehen das ähnlich. „Es war eine schöne Baustelle. Der Weg zur Arbeit war kurz. Wir hatten auch viel Platz beim Bauen“, sagte der 54-jährige Zimmerer Jörg Arnold aus Freital, der OS Rohbau 2schon seit 15 Jahren bei HIW tätig ist. Vor einigen Tagen war er gerade mit seinem Kollegen Ladi Sandor beim Rückbau von Brüstungen und Deckenschalungen im Schulgebäude. Kranfahrer Felix Herrmann aus Coswig, der schon seine Lehre als Zimmerer bei HIW gemacht hat und seit 2006 diesem Unternehmen angehört, hatte mit den ferngesteuerten Kränen bei diesem Rohbau viele Paletten mit Schalungsmaterial und Bewehrungsstahl sowie Betonkübel und Betonelemente bewegt. Zum Schluss hievte er Ende April mit dem Kran noch Attika-Betonumrandungen für das Flachdach des Schulgebäudes nach oben. „Nun haben wir es bald geschafft. Diese Baustelle bleibt uns in guter Erinnerung“, so der 30-Jährige.

Zu den letzten Arbeiten der Baufacharbeiter Uwe Hübner (49) aus Reinsberg und Andreas Simon (62) aus Mohorn-Grund, die ebenfalls schon etliche Jahre bei HIW tätig sind, gehörte auf dieser Baustelle das Sanieren von Stoßfugen zwischen den Fertigteil-Betonelementen. „Der Schulbau in Ullendorf ist nun für uns abgeschlossen. Für uns geht hier eine schöne Zeit zu Ende“, bemerkten sie. Letztlich hob auch HIW-Kraftfahrer Sebastian Seiler, der sich um den Transport von Material und Ausrüstungen kümmerte, die gute Koordination auf dieser Baustelle hervor, was Effektivität und Zeitersparnis mit sich brachte. „Das klappte hier“, meinte der 40-Jährige.

Dank allen Bauleuten

Dank sei an dieser Stelle nicht nur den Bauarbeitern von HIW, sondern auch allen anderen Bauleuten gesagt, die bei diesem Rohbau des Schulkomplexes mit von der Partie waren. Bauleiter Christian Lorenz nannte da zum Beispiel den Stahlhandel Gäbler, das Unternehmen Hentschke, die Firma SMH Mensch GmbH, die Firma Weimert Bedachungen, das Unternehmen Schwenk-Beton sowie die D+S Dachsystembau GmbH. Die Bauleute von HIW, die in Ullendorf dabei waren, sind schon mit neuen Aufträgen beschäftigt, unter anderem beim Bau einer Mehrzweckhalle für den Landwirt Schmick in Ullendorf oder auf Wohnungsbaustellen in Dresden. Auf ihrer Visitenkarte können sie nun erfolgreich den Rohbau des Schulkomplexes in Ullendorf vermerken.

Innenausbau und Sportplatz

Nun geht es in Ullendorf um den Innenausbau des Komplexes sowie um den Bau der Freianlagen. Elektriker und Trockenbauer sind schon am Werk, auch der Klempner hat bereits begonnen, wie Dr. Hauswald informierte. So installierten zum Beispiel der selbständige Handwerker André Taubmann aus Chemnitz und ein weiterer Partner im Erdgeschoss und im ersten Stock des Schulhauses schon Kabeltrassen für die Elektrik.

Ende Mai soll das Flachdach auf dem Schulgebäude mit Dämmstoffen und Bitumenschweißbahn fertiggestellt werden. Im Mai soll dann auch der Bau des Sportplatzes und weiterer Außenanlagen starten. Anfang Juni beginnen voraussichtlich die Fassadenarbeiten am Schulgebäude. Ein heller Putz ist vorgesehen, im Erdgeschoss werden Klinkerplatten in einem hellbeigenen Farbton angebracht.

Der Gemeinderat hat mit der Vergabe von weiteren Aufträgen an Unternehmen die Weichen für das künftige Baugeschehen gestellt. So erhielt das Unternehmen AP Bau- und Projektmanagement GmbH aus Bischofswerda den Zuschlag für die Arbeiten Außenputz/Fassade an Sporthalle und Schulgebäude. Die Freianlagen wird die Firma Baustein aus Meißen anlegen, für die Sanitärinstallation wird an den Objekten die Firma Salostowitz GmbH aus dem Erzgebirge zuständig sein. Den Trockenbau übernahm das Unternehmen TM Ausbau GmbH aus Bayern. Den Auftrag Metallbau-Glas-Sonnenschutz wird die Firma Kopol-Bau GmbH aus Glauchau erledigen, und für den Stahlbau/Geländer hat der Betrieb Metallbau Göbel aus Reinhardtsgrimma den Zuschlag erhalten.

Auf dem Weg zu einer neuen Bildungsstätte ist die Gemeinde wieder ein gutes Stück vorangekommen. Kommune und Chefplaner Dr. Hauswald hoffen, dass der Bau weiter so zügig verläuft.

Text und Fotos: Dieter Hanke, 21.04.2020