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Filigranarbeit beim Lichthof-Dach

Eindrücke von einem nicht alltäglichen Geschehen beim Schulbau in Ullendorf

Das Finale vom Schulhaus-Rohbau an der Taubenheimer Straße in Ullendorf hatte es in sich. Ein toller Abschluss – Filigranarbeit, Baukunst der Klassischen Moderne. „Mit diesem Höhepunkt wurde der Rohbau erfolgreich beendet“, sagte der Meißner Chefplaner für das Schulensemble Dr. Ing. Knut Hauswald. An drei Tagen, vom 4. bis 6. Mai, schwebten insgesamt elf imposante Dachträger nach oben. Mehr als 20 Tonnen wog ein Teil, über elf Meter lang und 2,80 Meter breit. Ein Spezialkran mit einem Haken in 46 Meter Höhe bugsierte die Segmente vom Transportfahrzeug auf das Dach. Dort wurden sie exakt an den Begrenzungslinien abgesetzt und von Bauleuten montiert. Millimeterarbeit!

Diese Dachträger bilden den oberen Abschluss des Lichthofes vom Schulgebäude. Die Planer hatten sich da etwas Besonderes einfallen lassen. Denn die einzelnen Bauelemente sind wie ein Dreieck, von Norden her fällt Licht in das Glasdach ein, die Rückseite ist zugebaut - gewissermaßen stellt sich das Ganze wie ein offener Trog dar. „Damit wird  gewährleistet, dass dieser Bereich des Schulgebäudes lichtdurchflutet ist“, so der Architekt Dr. Hauswald.

Spezialkran im Einsatz

Die gewaltigen Betonsegmente waren von der Hentschke Bau GmbH aus Bautzen vorgefertigt worden und kamen mit einem Spezialfahrzeug nach Ullendorf. Extra musste auch ein Mobilkran von der Bauleitung geordert werden, ein 400-Tonnen-Kran von der Kranlogistik Sachsen GmbH in Kesselsdorf. Bei der Einsatzvorbereitung am Boden wurden die Hydraulikstützen des Krans ausgefahren. „Das Kontergewicht des Krans beträgt 80 Tonnen“, sagte Kranfahrer Frank Richter. Exakt steuerte der 56-Jährige die Lasten auf das Dach. Alles klappte.

Mit Sprechfunk in Kontakt

Auch auf dem Dach des Schulgebäudes war von den Monteuren Maßarbeit gefragt. Mit Sprechfunkgeräten standen sie mit dem Kranfahrer in Verbindung, damit die Betonteile genau an den vorgeschriebenen Kanten, auf einem Trapezgummistreifen als Auflage, abgesetzt wurden. Nageleisen halfen beim Justieren der Teile. Mit Falldornen wurden die Lichthof-Dachträger am Rand mit der Betondecke verbunden. „Wir sind ein eingespieltes Team, können uns aufeinander verlassen. Das bewährt sich, denn bei so einer Dachmontage kommt es vor allem auch auf Genauigkeit an“, sagte Mike Junker. Der 46-Jährige ist bei der HBM Hoch- und Montagebau GmbH aus Finsterwalde angestellt, die im Auftrag von Hentschke-Bau diesen Auftrag ausführte. Mit dabei waren noch die Monteure Olaf Ziob (55) und Kevin Kluth (21). Polier Karl Wonschik, der sorgsam die Lage der abgesetzten Teile überprüfte, war jedenfalls zufrieden mit der geleisteten Arbeit. „Es hat gut funktioniert“, meinte er.

Das Amtsblatt war bei der abschließenden Dachträger-Montage auf dem Lichthof des Schulgebäudes mit vor Ort. Die Fotos sollen einen Eindruck von diesen nicht alltäglichen Bauarbeiten vermitteln.

 

Text und Fotos: Dieter Hanke, 04.06.2020

„Diese Baumaßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes."