Weniger Pakete aus aller Welt

DHL Express in Klipphausen profitiert zwar vom wachsenden Online-Handel, doch im internationalen Frachtgutgeschäft gab es jetzt erhebliche Einbußen.

DHL Express als Spezialist für Schnellsendungen mit seiner Niederlassung auf der Bremer Straße 7 im Gewerbegebiet Klipphausen hat durch die Corona-Krise beträchtliche Einbußen hinnehmen müssen, wie der Klipphausener DHL Express-Chef Andreas Franz sagte. Auf der einen Seite gab es zwar eine nicht unerhebliche Steigerung an Paketen durch den Online-Handel, aber im internationalen Frachtgutgeschäft war in den vergangenen Wochen und Monaten ein starker  Rückgang zu verzeichnen, da Unternehmen in aller Welt ihre Sendungen reduziert hatten, weil die Produktion heruntergefahren oder gestoppt wurde und auch Lieferengpässe den wirtschaftlichen Ablauf ausbremsten. „Die Paketmenge in unserer Niederlassung blieb zwar durch den Online-Boom gleich, am Tag sind es etwa 5 000 Pakete, die hier ankommen und rausgehen, doch Umsatz und Gewinn wurden durch den Verlust im internationalen Paketverkehr geschmälert“, so der 57-jährige Niederlassungsleiter. Er hofft, dass die Wirtschaft in Deutschland und in aller Welt bald wieder in Fahrt kommt und dann wieder auch mehr Pakete auf die Reise gehen.

Die Post-Tochter auf der Bremer Straße 7 bringt vor allem Express-Sendungen für Wirtschaft und Handel, für Großunternehmen, klein- und mittelständische Betriebe, aber auch für einzelne Privatpersonen, die dafür das nötige Geld haben, Waren, Briefe und Geschenke rund um den Globus. Im Gegenzug liefert der Schnelllogistiker Pakete in das Servicegebiet des Klipphausener DHL-Standortes, das sich von Hainichen bis nach Görlitz zur polnischen Grenze und von Lübbenau im Spreewald bis nach Seiffen und der tschechischen Grenze erstreckt, also im Großraum Dresden, ganz Ostsachsen und Südbrandenburg. Da geht es um vielfältige Stückgüter, um Ersatzteile, komplette Maschinen und Anlagen, Fahrzeuge sowie viele weitere Waren und Briefe.

Etwa 80 Mitarbeiter sind bei DHL Express in Klipphausen tätig, über 50 Fahrer der Servicepartner kümmern sich um die Verteilung. Wie in anderen Unternehmen auch, gelten jetzt bei DHL Express strenge Hygienestandards, was Abstandsregelungen, Desinfektion, Mundschutzmasken und anderes anbelangt. Die Arbeitsbekleidung der Mitarbeiter wird ständig gewechselt.

„Wir konnten bislang Kurzarbeit vermeiden, es gibt auch keine Entlassungen“, bemerkte der Niederlassungsleiter. Etwa 30 Prozent der Mitarbeiter im Bürobereich seien im Home-Office tätig gewesen.

Durch die vorteilhafte Lage an der A4 und die Nähe zum Luftfrachtdrehkreuz Leipzig ist Klipphausen für DHL ein Knotenpunkt. Seit 1998 ist der Expressdienstleister hier im Gewerbegebiet Klipphausen ansässig. Der Standort wurde in den vergangenen Jahren fit gemacht für die Zukunft. So weihte DHL Ende Oktober 2018 den neuen Betriebsstandort schräg gegenüber der Sächsischen Haustechnik ein. Auf insgesamt 3 000 Quadratmetern entstanden neue Produktions- und Büroflächen. Damit wurden die Kapazitäten der Station verdoppelt und der Ablauf effektiver gestaltet, was die Servicequalität verbessert. Kernstück des zehn Millionen schweren Investitionsprojekts am neuen Logistik-Standort war eine hochmoderne automatische Sortieranlage in der neuen Halle, die bis zu 3 000 Packstücke pro Stunde bearbeiten kann. Sie erstreckt sich insgesamt auf 300 Metern in zwei Etagen.

Text und Foto: Dieter Hanke, 23.06.2020