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Den Badespaß nicht trüben lassen

Das Jahnbad in Miltitz hat wieder geöffnet. Trotz Hygiene-Vorschriften soll es dennoch für die kleinen und großen Badefans ein erlebnisreicher Besuch werden.

Die Woche über hatten schon einige Badefreunde angerufen, dass sie zur Eröffnung der Saison im Miltitzer Jahnbad kommen wollen. Doch dann am Freitag, dem 19. Juni, blieben die Becken und die Liegewiese verwaist. Saisonstart 2020 – doch keiner kam. Schwimmmeisterin Ute-Christiane Lauerwald war so die einzige, die zum Auftakt ein paar Runden im Wasser drehte. „Es wird schon werden. Heute war es doch recht kühl. Das hat sicher auch unentwegte Badefreunde abgehalten“, sagte die 56-Jährige. Zwei Tage später, am Sonntag, waren es zehn Gäste, die sich im Bad vergnügten. 19 Grad im Schwimmerbecken, 21 Grad im Nichtschwimmerbecken. „Das Wetter soll ja besser werden“, sagte Schwimmmeister Uwe Wurche. „Hoffen wir mal auf einen guten Besuch in dieser Saison.“ Auf der Liegewiese spielten Jugendliche aus Burkhardswalde und Meißen mit dem Ball. „Das Wasser war noch recht frisch“, meinten sie.

Gute Vorbereitung vom Team

Das Bad-Team hatte sich wieder viel Mühe gegeben, um diese beliebte Freizeitstätte in reizvoller Natur für die kommende Saison gut vorzubereiten. Der Rasen auf der großen Liegewiese sieht gepflegt aus, Sonnenschirme wurden aufgestellt, Sportanlagen wie Tischtennisplatte und Minigolf stehen bereit. Sehr sauber das Bad. Und die Mitarbeiter hatten ihre Einrichtung auf die strengen Hygienestandards eingestellt, die in dieser Corona-Zeit gültig sind, so unter anderem: Wege- und Abstandsmarkierungen, regelmäßige Desinfektion der Bereiche, Bahnleinen als Begrenzung, keine Schließfächer, Benutzung des Umkleideraumes nur durch zwei Personen bzw. einer Familie, Kontaktbeschränkungen. Hinweise zur Benutzung der Sanitäranlagen und Spielgeräte und anderes gehören dazu. Es gibt etliche Schilder, Abstand untereinander zu halten, Vorsorge zu treffen. „Wir achten darauf, dass diese Vorschriften eingehalten werden, die Besucher aber dennoch viel Freude in unserer Einrichtung haben“, bemerkte Uwe Wurche, der im kommenden Jahr seine 30. Badsaison im Jahnbad ansteuert.

Die Gemeinde Klipphausen als Träger dieser Freizeitstätte hatte das Hygienekonzept ausgearbeitet. Grundlage dafür war die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung vom 12. Mai 2020. Bürgermeister Mirko Knöfel: „Diese Einschränkungen sind erforderlich, um die Gesundheit der Bürger zu schützen. Doch wir denken, dass dennoch ein Besuch des Miltitzer Bades gerade in dieser schwierigen Zeit für Familien und weitere Badegäste erholsam sein und Abwechslung bringen kann.“ Für die Gemeinde Klipphausen, die jährlich an die 100 000 Euro für den Unterhalt des Bades zuschießt, sei diese Freizeitstätte ein Stück Lebensqualität im ländlichen Raum und gehöre zur Daseinsfürsorge. Im Vorjahr kamen insgesamt 18 288 Besucher.

Maximal 270 Personen

Seit 2010 ist Christine Zschörnig Kassiererin im Jahnbad, hat also guten Überblick über die Besucherzahlen. Coronabedingt dürfen sich jetzt nur maximal 270 Personen gleichzeitig im Bad aufhalten. Doch das wird sicher kein großes Problem werden. „Im Durchschnitt kommen an normalen Tagen so um die 200 Badegäste“, bemerkte die 59-Jährige. Wenn es besonders heiß ist, seien es allerdings auch mehr. So war Rekord im Vorjahr der 30. Juni, wo insgesamt 733 kleine und große Badefans verzeichnet wurden. Auch am 24. und 25. Juli war das Miltitzer Bad mit 612 bzw. 668 Besuchern stark nachgefragt. „Doch die Leute kommen ja nicht alle auf einmal. Deshalb wollen wir die ganze Sache gelassen angehen“, so die Kassiererin.

Beliebte Kurse fallen aus

Leider fallen durch Corona in diesem Jahr einige Veranstaltungen und Kurse im Jahnbad aus, die sehr gefragt sind, sich großer Beliebtheit erfreuen und auch eine lange Tradition im Jahnbad haben. Das sind das Vorschulschwimmen für Mädchen und Jungen aus Kindertagesstätten der Gemeinde und das Schulschwimmen, wo Schüler aus den zweiten Klassen das ABC des Schwimmens erlernen. Auch das traditionelle Schwimmlager des DLRG Meißen im Jahnbad findet 2020 nicht statt. „Das ist sehr schade, dass diese Kurse ausfallen, zumal in Deutschland immer weniger Kinder schwimmen können und dadurch auch die Gefahr von Unfällen steigt“, sagte Schwimmmeisterin Ute-Christiane Lauerwald, die gemeinsam mit Uwe Wurche 2020 den Badbetrieb in Regie hat. Die 56-jährige Meißnerin ist hier das zweite Jahr als Schwimmmeisterin tätig. Für die Badegäste ein Gewinn, denn ihre Sicherheit ist bei ihr in guten Händen. Ute-Christiane Lauerwald, die auch DLRG-Trainerin ist, war schon in anderen Einrichtungen in Sachsen als Schwimmmeisterin tätig und wurde mehrfach Deutsche Meisterin im Rettungsschwimmen. Im Vorjahr wurde sie sogar zweifache Europameisterin.

Uwe Wurche ist da auch froh, dass er in dieser Saison wieder eine gute Gemeinschaft von Rettungsschwimmern der DLRG Meißen hat, die mit für die Sicherheit der Badegäste sorgen. „Insgesamt sind es 20 Leute, die uns zeitweise unterstützen“, sagt er. Zu ihnen gehört auch Tom Selle aus Weinböhla. Der 18-Jährige lernt am Beruflichen Gymnasium in Meißen, macht nächstes Jahr sein Abitur und möchte mal Wirtschaftsinformatik studieren. „Hier in Miltitz macht es viel Spaß, mit dabei zu sein“, sagte der Meißner DLRG-Rettungsschwimmer.

Sanierung wird verschoben

Corona brachte als Folge für das Miltitzer Bad strengere Hygiene-Anforderungen. Doch auch in anderer Hinsicht gibt es Nachteile. Ursprünglich sollte in diesem Jahr die Planung für die Generalsanierung dieser Freizeitstätte erfolgen und dann ab Herbst 2021 der Bau. Doch das Ganze muss die Gemeinde aus finanziellen Gründen auf später verschieben. Der Bund hatte zwar der Gemeinde Klipphausen im Vorjahr insgesamt 675 000 Euro Fördermittel für die Sanierung und Modernisierung des Jahnbades zugesagt. Doch die Gesamtkosten liegen bei etwa 1,4 Millionen Euro. Klipphausen muss also noch beträchtliche Eigenmittel beisteuern, was derzeit nicht möglich ist. Saniert werden sollen Becken, Gebäude, Technik, Spielplatz und weitere Anlagen.

Wie nötig das ist, zeigte auch vor einigen Wochen eine Reparatur am Schwimmerbecken. Unter der Folie hatte sich eine große Luftblase gebildet. Die Undichtheit musste erst beseitigt werden. Auch war es erforderlich, die Kohle in den Wasserfiltern der Becken, die gebundenes Chlor aufnehmen, zu erneuern. Durch die Reparaturen kam es auch zur Verschiebung der Saisoneröffnung, die normalerweise sonst im Mai erfolgt.

Auch das Jahnstübl ist gegenwärtig noch zu, also vorerst keine Imbiss-Versorgung im Bad. Es hatte zwar Bewerbungen von Betreibern gegeben. Doch am Ende kam es zu keinem Ergebnis. Schade.

Moderate Eintrittspreise

Die Eintrittspreise bleiben auch in diesem Jahr moderat. Die Tageskarte für Erwachsene kostet 3,50 Euro, für ein Kind 1,70 Euro. Familienkarten: Fünf Euro (ein Erwachsener, zwei Kinder) acht Euro (zwei Erwachsene, zwei Kinder). In der Vor- und Nachsaison ist das Bad täglich von 13 bis 20 Uhr geöffnet, am Wochenende 10 bis 20 Uhr, in der Hauptsaison (ab 18. Juli) täglich 10 bis 20 Uhr.

Text und Fotos: Dieter Hanke, 30.06.2020