Für einen sicheren Brandschutz

Feuerwehrleute informierten sich auf der Schulbaustelle in Ullendorf, wie die Einrichtung brandschutztechnisch ausgestattet wird.

Kreisbrandmeister Ingo Nestler war zufrieden. „Die neue Schule in Ullendorf ist brandschutztechnisch gut gerüstet. Für die Sicherheit der Kinder und Pädagogen wurden umfangreiche Vorkehrungen getroffen“, sagte der 60-Jährige, der in Seeligstadt wohnt. Für den langjährigen Kreisbrandmeister, der seit 44 Jahren in der Feuerwehr tätig ist und zu DDR-Zeiten auch in den Berufsfeuerwehren Meißen und Dresden Erfahrungen gesammelt hatte sowie später auch Gemeindewehrleiter in der einst selbstständigen Gemeinde Triebischtal war, ist das außerordentlich wichtig. „Wir wollten uns schon in der Bauphase informieren, wie bei einem so großen Schulprojekt in Sachen Brandschutz vorgegangen wird. Das ist auch nützlich für künftige andere Schulbauvorhaben im Landkreis Meißen“, bemerkte Ingo Nestler. Mit dabei bei der kürzlichen Besichtigung vor Ort waren auch die Mitglieder der Klipphausener Gemeindewehrleitung Stefan Hanschmann, 1. Stellvertreter und Ortswehrleiter von Taubenheim, sowie Eric Petermann, Stellvertreter für Technik und Ausrüstung und Mitglied der Ortsfeuerwehr Sora. Ebenfalls zugegen war der Meißner Stadtwehrleiter Frank Fischer. Das kam nicht von ungefähr, denn im Notfall sind die Meißner Kameraden mit ihrer großen Drehleiter auch zur Stelle.

Der Chefplaner des Schulkomplexes in Ullendorf, Dr.-Ing. Knut Hauswald, zeigte den Anwesenden das Areal und berichtete, was gemäß der Schulbaurichtlinie und dem Brandschutzgutachten da alles integriert wurde. So geben im Schulgebäude einmal die breite Treppe im Lichthof zu den Stockwerken mit ihren Klassenräumen sowie noch eine extra Fluchttreppe gute Gewähr, dass die Schüler im Ernstfall schnell, ruhig und gefahrlos aus dem Schulhaus ins Freie gelangen können. Auch zwei große Notausgänge in der Sporthalle sind da sehr wichtig. Dienlich für einen guten Brandschutz sind zum Beispiel auch automatische Brandschutzklappen, Rauchabzugsanlagen, automatische Fensteröffnungen im Dach des Lichthofes sowie Brandschutztüren im Treppenhaus, ebenso Handfeuerlöscher, die verteilt angebracht sind. Um einer eventuellen Brandausweitung von Stockwerk zu Stockwerk Einhalt zu gebieten, wurden auch die Deckenabschnitte von Versorgungsschächten exakt verschlossen. Zwar nicht vollständig, aber in wesentlichen Abschnitten können die Feuerwehren im Brandfall direkt um die Gebäude fahren, was ihren Einsatz erleichtert. Die Schule ist baulich nicht eingeengt. „Wir schätzen auch sehr, dass für die Löschwasserversorgung extra eine unterirdische Zisterne mit insgesamt 200 Kubikmeter Wasser errichtet wurde“, bemerkte der Kreisbrandmeister. Es sind zwei Röhren a 100 Kubikmeter, wobei dieses Löschwasser im Notfall nicht nur für die Schule, sondern auch für den Ort Ullendorf vorgesehen ist.

Eine autarke Hausalarmanlage steht im Ernstfall zur Verfügung. Zu überlegen sei, so der Kreisbrandmeister, ob vielleicht noch eine ständige Aufschaltung auf die Rettungsleitstelle in Dresden erfolgen könne. Die Schulbaurichtlinie sieht das zwar nicht zwingend vor, doch nützlich bei einem Brandausbruch ist so eine Sache allemal. Allerdings fallen dadurch zusätzliche Kosten an.

Im Gespräch bei dieser Untersuchung auf der Baustelle waren an diesem Tag auch die Alarm- und Ausrückefolge der Feuerwehren im Ernstfall und das koordinierte und objektbezogene Vorgehen der Kameraden und der weiteren Rettungskräfte, wofür es auch entsprechende Pläne gibt. Die Wilsdruffer Wehr mit ihrer Drehleiter ist da in den Plänen ebenfalls mit eingebunden.

Auch der 1. Stellvertreter des Gemeindewehrleiters Stefan Hanschmann war nach dem Besuch zufrieden: „Für uns Feuerwehrleute ist wichtig, wie die Gebäude baulich strukturiert sind und welche örtlichen Gegebenheiten vorhanden sind, um bei einem Brand schnell eingreifen zu können. Dazu haben wir einen guten Überblick beim Schulbau erhalten.“

Text und Fotos: Dieter Hanke, 31.07.2020