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Enorme Verkehrsbelastung in Tanneberg

 Der Geschwindigkeitsmesser der Gemeinde registrierte bei Stau auf der A 4 oder A 14 eine Verdreifachung des Verkehrs in diesem Ortsteil. Ein weiterer Standort der Anlage war in Sachsdorf...    

...Die Auswertung der Diagramme des mobilen Geschwindigkeitsmessers der Gemeinde Klipphausen für Tanneberg brachte recht aufschlussreiche Ergebnisse. Vom 27. Juli bis zum 1. September war die Anlage auf der Wilsdruffer Straße (S 36) in Höhe der Einfahrt zur Triebischtalbaude (Baudenweg) installiert worden. In diesem Zeitraum von fünf Wochen in Tanneberg wurden insgesamt 50 000 Fahrzeuge erfasst, also 10 000 in der Woche, wie Bauhof-Mitarbeiter Steffen Möring informierte.


Die Messungen bestätigten einmal mehr, dass dieser Ortsteil der Gemeinde Klipphausen starken Belastungen ausgesetzt ist, wenn es zu einem Stau auf der A 4 oder A 14 in der Region kommt. Denn dann weichen Kraftfahrer oft auf die S 36 von Nossen nach Wilsdruff oder umgekehrt aus, um schneller voranzukommen oder dem Stau auszuweichen. Die Leidtragenden sind die Tanneberger, die dann mitunter kaum die Straße überqueren können. Da teilweise auch Fußwege in diesem Ortsteil fehlen, ist es vor allem für Kinder und ältere Bürger zudem gefährlich. Beträchtliche Lärmbelastungen kommen noch hinzu.


An zehn Tagen betroffen 

Vor allem am 31. Juli war das der Fall. Während an normalen Tagen etwa 1 200 Fahrzeuge in Tanneberg gezählt werden, waren es an diesem letzten Tag im Juli an die 3 200, also fast das Dreifache. Stautage waren weiterhin der 14, 21. und 27. August, wo ebenfalls die Fahrzeuganzahl enorm anstieg und über mehrere Stunden den Tannebergern viele Erschwernisse brachte. Demnach insgesamt vier größere Stautage in diesem Messzeitraum. Hinzu kommen dann noch sechs Tage, wo es ein höheres Verkehrsaufkommen durch kurzzeitige Staus gab. „Das waren der 30. Juli, der 8., 13., 19., 20. und 25. August“, sagte Steffen Möring. An diesen Tagen wurden durchschnittlich etwa 2 000 Fahrzeuge registriert.


Fazit: Innerhalb von fünf Wochen gab es zehn Tage, wo der Verkehr über das normale Maß hinaus bedenklich anstieg.


Ausbau dringend erforderlich

Sowohl der Ortschafts- als auch der Gemeinderat hatten deshalb schon mehrmals gegenüber dem Land Sachsen den Ausbau dieser Staatsstraße und den Bau von Fußwegen in der gesamten Ortslage angemahnt. Bisher ergebnislos. „Das ist nicht mehr hinnehmbar. Es muss sich endlich was tun“, bemerkte Gemeinderat Uwe Krause aus Tanneberg, der sich engagiert für eine Veränderung dieses unhaltbaren Zustandes einsetzt.


Besser sah es bei den gemessenen Geschwindigkeiten in Tanneberg aus. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 45 km/h. In diesem Bereich an der Messstelle waren 50 km/ erlaubt. Der Schnellste bretterte mit 90 km/h entlang, danach wurden 88 km/h bei einem weiteren Kraftfahrer registriert. Etwa 20 Prozent der Kraftfahrer fuhren schneller als gestattet. Mit 55 km/h waren da die meisten unterwegs. Das Diagramm des Geschwindigkeitsmessers wies dann eine bedeutende Abnahme bei gefahrenen Geschwindigkeiten von 60 und 65 km/h aus. „Insgesamt liegt in Sachen Geschwindigkeiten ein gutes Resultat für Tanneberg vor“, so der Bauhof-Mitarbeiter. Der Bauhof der Gemeinde hatte angeregt, in Tanneberg mit dem mobilen Geschwindigkeitsmesser die Belastung der Einwohner durch den starken Verkehr an bestimmten Tagen deutlich zu machen. „Wir werden dort später erneut messen“, meinte Steffen Möring.


450 Fahrzeuge und mehr

Interessant in diesem Zusammenhang sind auch solche Resultate. An normalen Tagen ist in Tanneberg der Verkehr über den ganzen Tag verteilt. Bei Stautagen sieht das anders aus. An jenem 31. Juli, einem Spitzentag der Verkehrsbelastung, wurde gegen 9 Uhr mit 250 Fahrzeugen schon ein höheres Verkehrsaufkommen verzeichnet. Extreme Werte waren dann gegen zehn und elf Uhr mit jeweils 450 Fahrzeugen. Eine Stunde später ging mit 250 die Anzahl wieder runter. Steffen Möring: „An normalen Tagen sind es in dieser Zeit in Tanneberg in einer Stunde etwa 80 Fahrzeuge. Bei Stau schnellt diese Anzahl meist auf 450 und mehr.“


22 Prozent zu schnell

Der zweite aktuelle Standort war vor der Schule in Sachsdorf. Bereits vor einem Jahr wurde dort schon mal gemessen, und zwar vom 13. August bis zum 14. September 2019 an dieser Straße aus Richtung Hühndorf nach Klipphausen. Diesmal wurde die Anlage in der Gegenrichtung vor der Grundschule zum Ortsausgang Klipphausen zu installiert. Bis Ende September verbleibt der Geschwindigkeitsmesser noch an diesem Standort. Die Ergebnisse im Zeitraum vom 1. bis zum 14. September 2020 liegen aber schon vor.


50 km/h sind hier gestattet. Die Durchschnittsgeschwindigkeit aller Fahrzeuge betrug 46 km/h. Die meisten Kraftfahrer fuhren 45 bis 50 km/h. 22 Prozent der Verkehrsteilnehmer waren zu schnell unterwegs. Nahezu ein Viertel aller Geschwindigkeits-Sünder hatten 55 Sachen drauf, bei 65 km/h wurden 200 Fahrzeuge registriert, bei 70 km/h 100 Fahrzeuge, und bei 80 km/h waren es 20 Fahrzeuge. Die Spitze allerdings lag bei 102 km/h. 


Am Tag sind es schätzungsweise dort über 500 Fahrzeuge. Das Diagramm weist aus, dass von Montag bis Freitag auf dieser Strecke doppelt so viele Fahrzeuge unterwegs sind als am Wochenende. Gegen 7 Uhr und dann nochmals gegen 15 Uhr wurden an diesem Standort die meisten Fahrzeuge gezählt. Ein Indiz dafür, dass viele Eltern früh ihre Kinder zur Schule oder Kindertagesstätte bringen und am Nachmittag wieder abholen.


Weitere Standorte 

Fazit des Ganzen: Der Geschwindigkeitsmesser misst zwar exakt, doch für Kraftfahrer gibt es kein Blitzen und als Folge Verwarn- oder Bußgeld, wenn diese zu schnell gefahren sind. Doch die Reaktion der Anlage, ein freundliches elektronisches Smiley für Kraftfahrer, die korrekt unterwegs sind, und eine traurige graphische Darstellung des Gesichts, wenn zu schnell gefahren wurde, hat schon eine erzieherische Wirkung. Deshalb will der Bauhof diese Messanlage auch an weiteren Standorten aufstellen. Im Gespräch sind da auch Messungen an der Kindertagesstätte in Wildberg, am Ortseingang Klipphausen aus Richtung Sora oder auch am Ortseingang Klipphausen von der S 177 aus. Ein weiterer möglicher Messpunkt könnte in Röhrsdorf die 30er-Zone sein. „Die Anlage hat sich bewährt“, bemerkte Steffen Möring. Ortschaftsräte und weitere Bürger sollten dem Bauhof Signale geben, an welchen Standorten der Geschwindigkeitsmesser noch zum Einsatz kommen soll.


Text: Dieter Hanke, 06.10.2020