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Einsatz gegen die Tücken des Winters

Der Bauhof der Gemeinde hat Vorbereitungen für die kalte Jahreszeit getroffen. 330 Tonnen Salz sind vorrätig...

Natürlich hoffen die Bürger in den Orten der Gemeinde und so auch die Beschäftigten des Bauhofes in Klipphausen, dass der Winter in den kommenden Monaten nicht ein Übermaß von Schnee, Eis und Kälte mit sich bringt und die winterlichen Erschwernisse in Grenzen bleiben. Dennoch: Der Bauhof ist gerüstet, etliche Vorbereitungen wurden getroffen, auch die Pläne für den Winterdienst-Einsatz stehen. „Wir möchten dazu beitragen, dass auch in dieser kalten Jahreszeit der kommunale Alltag möglichst reibungslos und ohne größere Störungen von statten geht und dass die Bürger hoffentlich nur wenige winterliche Beeinträchtigungen haben“, sagte Bauhofleiter Andreas Uhlmann.

Partner sind einbezogen

Insgesamt 160 Kilometer umfasst das kommunale Straßennetz der Gemeinde. Neben Bauhof-Mitarbeitern, die bei Notwendigkeit auch im Zwei-Schichtsystem ausrücken, um gegen Schnee und Eis auf Straßen und Plätzen anzugehen, werden drei private Vertragspartner in den Winterdienst der Gemeinde mit einbezogen. Das sind die Unternehmen von Georg Heidig aus Munzig, von Enrico Keller aus Braunsdorf und von Marvin Mäbert aus Lotzen, die mit ihrer Technik dann im Einsatz sind. Die Gemeinde selbst kann mit acht Fahrzeugen ausrücken, davon fünf Traktoren und drei Multicars mit den entsprechenden Anbau- und Aufbaugeräten zur Schneeräumung und Beseitigung von Glatteis. Der Bauhof hofft, dass diese Technik auch den Winter über durchhält, damit nicht Ausfälle durch größere Reparaturen den Ablauf erschweren und dass es auch keine gravierenden Besetzungsschwierigkeiten der Winterdienst-Schichten durch Krankheit von Mitarbeitern gibt.

Etwa 330 Tonnen Salz stehen bislang zu VerfügungSalzlager. Darunter sind an die 200 Tonnen im Lager des Bauhof-Stützpunktes in Miltitz und 27 Tonnen im Silo, das sich gegenüber dem Garten- und Baumarkt Landmaxx auf dem Platz an der Staatsstraße 177 in Ullendorf befindet. Dieses Silo stand vor einiger Zeit noch in der Außenstelle des Bauhofes in Sora, die aber geschlossen wurde.Zwar gehört diese Fläche in Ullendorf mit zur geplanten Erweiterung des Gewerbegebietes, wie Bürgermeister Mirko Knöfel informierte, doch die Silo-Umstellung an dieser Stelle sei schon vor zwei Jahren per Bauantrag und  Genehmigungsverfahren in die Wege geleitet worden. Denn kurzfristig sei es nicht möglich, dass die Gemeinde einen neuen Siloplatz und die entsprechende Baugenehmigung erhält. Weitere 100 Tonnen Salz für die Gemeinde sind beim Bau- und Gartenmarkt BayWa eingelagert.

Dosieranlagen an Streuern

„In einem normalen Winter benötigen wir etwa 250 Tonnen Salz in der Gemeinde Klipphausen“, so der Bauhof-Chef. Bei Bedarf werde bei Anbietern nachbestellt. Im letzten Winter, der insgesamt mild war, wurden insgesamt nur acht Tonnen Salz benötigt. Die Gemeinde, die ihren derzeitigen Salzvorrat zu günstigen Preisen in den Sommermonaten einkaufte, hofft, dass der Salzverbrauch auch diesmal wieder gering ist. Denn wenn der Winter mit viel Eis und Schnee zuschlägt und alle Kommunen vor dieser Situation stehen, explodieren deutschlandweit auch die Preise für eine Tonne Salz. Normalerweise kostet die Tonne Salz im Sommer an die 70 bis 90 Euro. Im strengen Winter 2010 musste dagegen bis zu 200 Euro für eine Tonne in den Wintermonaten berappt werden.

„Wir gehen sehr sparsam mit dem Salz um. Automatische Dosiereinrichtungen an den Streuern helfen dabei. Je nach Lage auf den Straßen können da von fünf bis zu 30/40 Gramm Salz auf einen Quadratmeter eingestellt werden“, bemerkte Bauhof-Mitarbeiter Steffen Möring.

Schneezäune aufgestellt

Neben dem Landkreis Meißen, der unter anderem an der Staatsstraße 177 Schneezäune aufstellte, hat das die Gemeinde auch an ihrem Straßennetz gemacht, vor allem an Stellen, wo es oft Verwehungen durch starken Wind gibt. Bis zum 15. November waren zum Beispiel in Triebischtal fast 20 Zäune installiert worden, unter anderem in Kettewitz, Weitzschen und Rothschönberg. Aber auch an solchen Straßenbereichen wie Röhrsdorf-Taubenheim, Röhrsdorf-Hartha, Lampersdorf-Lotzen, Sachsdorf-Wilsdruff, Pegenau-Gauernitz, Hühndorf-Autobahnraststätte und an weiteren Standorten sollen nach Möglichkeit Schneezäune die winterlichen Erschwernisse mindern.

Kategorien für Straßennetz

Fakt ist, bei beträchtlichem Schneefall, bei Eisglätte, Verwehungen und anderen unschönen Mitbringseln des Winters haben die Mitarbeiter des Winterdienstes der Gemeinde einschließlich ihrer Vertragspartner Schwerstarbeit zu verrichten. Offiziell von 6 bis 20 Uhr ist der Winterdienst-einsatz, doch schon viel eher, in den Gewerbegebieten meist schon ab 4 Uhr und an den Straßen zu Kindertagesstätten und Schulen nicht viel später, sind die Männer unterwegs. Auch oftmals bis in die späten Abend- und Nachtstunden geht der Einsatz, wenn es erforderlich ist. Gleichzeitig können sie aber nicht auf einmal alle Erschwernisse abmindern. „Wir haben deshalb das Straßennetz in Kategorien eingeteilt“, so Bauhof-Chef Andreas Uhlmann.

Danach gehören zur Kategorie eins die Straßen und Plätze in den Gewerbegebieten, so beispielsweise in Klipphausen und Röhrsdorf, die früh am Morgen als Erstes betreut werden. Dazu gehören ferner Straßen, wo Busse und so auch Schulbusse fahren sowie Straßenverbindungen zu Schulen und Kindertagesstätten und andere wichtige Strecken. Die Kategorie zwei umfasst Nebenstraßen, die anschließend an der Reihe sind, und die dritte Kategorie schließt Nebenwege und Gassen und auch Parkplätze ein. In den Gewerbegebieten ist der Winterdienst meist schon gegen vier Uhr im Einsatz. Oft wird auch weit bis in die Abendstunden Schnee geräumt, wenn der Anfall zu stark ist.

Der Winterdienst des Landkreises Meißen hat die B 6, Staatsstraßen wie die S 177 von Meißen nach Wilsdruff, die S 83 zwischen Meißen und Nossen oder die S 36 zwischen Wilsdruff und Nossen in Regie. Dazu kommen noch Kreisstraßen im Gemeindegebiet Klipphausen wie unter anderem von Röhrsdorf in Richtung Pinkowitz und Gauernitz zur B 6, oder vom Gewerbegebiet Klipphausen Meißner Straße in Richtung Sachsdorf, Hühndorf, Weistropp zur B 6 in Niederwartha oder von Ullendorf über Taubenheim nach Miltitz zur S 83. „Wenn es in Extremsituationen nötig ist, stimmen wir uns mit dem Landkreis ab“, sagte Andreas Uhlmann.

Oft Verwehungen

Im Gemeindegebiet Klipphausen gibt es auch Straßenbereiche, wo der Wind häufig Verwehungen verursacht, was den Winterdienst vor weitere Herausforderungen stellt. Das sind zum Beispiel solche Straßenbereiche wie Klipphausen-Sora, Röhrsdorf-Klipphausen, Sachsdorf-Wilsdruff, Hühndorf zur Autobahnraststätte, Kettewitz oder Rothschönberg zur S 83.

Zum Schluss noch ein Anliegen des Bauhofes. Klipphausen hat eine Straßenreinigungs- und Winterdienstsatzung, in der auch die Pflichten für Grundstückseigentümer und Anlieger geregelt sind. Das ist die eine Seite. Doch das Leben sollte gerade auch in schwierigen Wintersituationen vom Miteinander und Verständnis der Bürger geprägt sein, von Nachbarschaftshilfe, wenn betagte Leute oder Familien mit Kindern nicht gleich früh den Schnee von Gehwegen räumen oder Eisglätte abstumpfen, von weiteren Hilfeleistungen für andere. Und es ärgert die Winterdienst-Einsatzkräfte sehr, wenn bei anhaltendem Schneefall oder tückischer Eisglätte Bürger in den Orten nur den Mund aufmachen und fragen: Wo bleibt denn der Winterdienst? Da vergessen sie, dass jene Leute nicht auf einmal in allen Orten sein können und es bei der Schneeberäumung und Beseitigung von Eisglätte auch Prioritäten gibt, wie Berufs- und Busverkehr, Schulen, Tagesstätten, Gewerbegebiete und weitere Bereiche. Besser wäre es, wenn sie da mit anpacken würden, um die Winterwidrigkeiten zu mindern.

Text und Foto: Dieter Hanke, 20.11.2020