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Fußballer sehnen Spielstart herbei

Auch der TSV Garsebach hat jetzt Zwangspause.Die Spieler trainieren allein zu Hause, um sich fit zu halten…

 

Sonst in der Gemeinschaft, doch jetzt muss sich Antonio Richter allein fit halten. Corona hat dem Freizeitsport seit Wochen ein Stoppzeichen gesetzt. So absolviert der 21-jährige Stürmer von TSV Garsebach 1990 e.VTrainerkabine. sein Training für sich zu Hause mit Laufen, Krafttraining und Schnelligkeitsübungen. „Wenn es wieder losgeht mit den Spielen, wollen wir keine Nachteile haben“, sagt der Verwaltungsfachangestellte. Denn TSV Garsebach spielt mit der 1. Fußballmannschaft in der Fußball-Kreisoberliga, der höchsten Spielklasse im Kreismaßstab. Der Aufsteiger aus der Kreisliga hat momentan den sechsten Tabellenplatz von 16 Teams inne. „Gerade in puncto Kondition und Schnelligkeit liegen mit die Stärken unserer Mannschaft. Das soll auch so bleiben. Schließlich wollen wir uns in der Kreisoberliga behaupten und bei Saisonende nicht absteigen“, bemerkt Mannschaftsleiter Julien Wiesemann. So habe auch der Fitness-Trainer der Mannschaft Matthias Schröter den Spielern ein persönliches Übungsprogramm verordnet, damit sie diese unfreiwillige Pause vom Trainings- und Wettkampfgeschehen bestmöglich überbrücken können.

Ein sechster Tabellenplatz

Wie es dann generell in der Fußball-Kreisoberliga mit den ausgefallenen Spielen weitergeht und was die ganze Saison anbelangt, ist derzeit noch unklar. Das muss der Kreisverband Fußball Meißen noch entscheiden. „Da müssen wir abwarten und uns auch nicht verrückt machen. Ruhe und Besonnenheit sind jetzt gefragt. Corona richtet sich nicht nach uns“, meint der 29-jährige Mannschaftsleiter. Natürlich seien die Spieler jetzt traurig über die Zwangspause vom Freizeitsport. Denn der TSV Garsebach war bis zum Abbruch des Spielgeschehens gut drauf. Der Aufsteiger aus der Kreisliga (dort ein Unentschieden, sonst alles gewonnen) schlug sich bislang in der Kreisoberliga bravourös. Neun Spiele wurden absolviert, wie Mannschaftsleiter Julien Wiesemann informiert. „Fünf Siege und vier Niederlagen stehen zu Buche“, so der 29-Jährige. Zum Beispiel wurde auch gegen den Mitaufsteiger LSV Barnitz 3:2 gewonnen. Die Garsebacher, unter den 16 Stammspielern sind solche erfahrenen Akteure wie Stephan Leischner aus Semmelsberg, Jens Fröbel aus Meißen oder Mario Wickert aus Seeligstadt, wollen diesmal keine Pleite erleben. Denn TSV spielte vor Jahren schon mal in der Kreisoberliga, gewann aber dort in zwei Jahren kein einziges Spiel. „Das haben alle noch im Kopf, so eine Situation soll sich nicht wiederholen“, bemerkt Julien Wiesemann.Julien Einige der Spieler, sie arbeiten als Handwerker, sind Angestellte, Arbeiter, auch einen Studenten und einen Polizisten gibt es, sind schon über 30 Jahre alt, die meisten aber um die 20.  Sehr viele wohnen in Orten der Gemeinde. Kapitän ist Martin Walther (26) aus Seeligstadt. „Alle haben sich gut zusammengefunden, verstehen sich im Team“, sagt der Mannschaftsleiter, der seit 2018 in diesem Amt ist. Cheftrainer ist Uwe Saalbach aus Meißen, Co-Trainer sind Rico Herrmann aus Polenz und Matthias Schröter aus Meißen. Sie haben die Mannschaft gut eingestellt.

Unter Flutlicht spielen?

Abgesehen von der Corona-Zwangspause liegt den Fußballern vom TSV Garsebach in Sachen Trainingsbedingungen eine Sache sehr am Herzen. Den Winter über können sie in der Turnhalle der Grundschule in Naustadt trainieren (die Robschützer Sporthalle ist zu klein). „Doch wir möchten uns zu dieser Jahreszeit auch im Freien auf dem Platz auf die Spiele vorbereiten“, sagt der Mannschaftsleiter. Doch die Anlage in Garsebach hat kein Flutlicht, und abends im Dunkeln ist dort ein Training schwerlich möglich. So war jüngst eine Abordnung von TSV beim Klipphausener Bürgermeister, um nachzufragen, ob die Mannschaft nicht künftig auch den neuen Kunstrasenplatz mit Flutlicht neben dem Schulhaus der Evangelischen Oberschule in Ullendorf nutzen kann. Das wäre möglich wie auch die Nutzung der neuen angrenzenden Vereinssporthalle, so die Gemeinde, doch die Garsebacher müssen sich da vorerst noch einige Zeit gedulden. Am Kunstrasenplatz liegen zwar schon die Elektroleitungen fürs Flutlicht, doch es fehlen die Masten. Die Gemeinde will diese in Zukunft, wenn es die finanziellen Möglichkeiten zulassen, noch installieren lassen. Ein Lichtblick also für den TSV, zumal die meisten Mannschaften in der Kreisoberliga auf Plätzen mit Flutlicht trainieren können und der TSV keine Wettbewerbsnachteile haben will.

In die Jahre gekommen

 Hoffnung haben die Garsebacher auch, dass mal in der Perspektive ein neues VereinshausSportlerheim an ihrem Sportplatz nahe der Preiskermühle entsteht. Denn das vorhandene ist in die Jahre gekommen, es stammt noch aus DDR-Zeit. Die Umkleidekabinen reichen nicht aus, die Duschen auch nicht. Und auch sonst müsste dort noch vieles andere einen zeitgemäßen Zuschnitt erhalten. Da schauen die Sportler auch mit Wehmut im Herzen nach Weistropp oder Constappel, wo die Vereine moderne Vereinshäuser haben.

Vielleicht klappt es auch mal in Garsebach, so denkt auch Mannschaftsleiter Julien Wiesemann, wenn sich die finanzielle Situation in der Gemeinde wieder zum Besseren wendet. Das wäre auch eine Anerkennung für den TSV. Denn in der Fußball-Nachwuchsarbeit engagiert sich Garsebach ebenfalls sehr und zählt im Kreismaßstab da mit zu den besten Vereinen. Neben der 2. Mannschaft, die in der 2. Kreisklasse spielt, kicken in Garsebach noch eine Bambini-Mannschaft (jünger als zehn Jahre) sowie Teams der E-, D-, C- und B-Jugend. Es gibt hier insgesamt elf Übungs- und Mannschaftsleiter. Auch aus der AG Fußball der Burkhardswalder Grundschule rücken da mitunter Spieler nach. Etwa 200 Mitglieder zählt die Fußball-Abteilung von TSV Garsebach. Abteilungsleiter ist Steffen Gogolin, Platzwart Hans-Jürgen Seifert aus Robschütz, der früher auch Spieler und Trainer war und sich seit geraumer Zeit beharrlich um eine gute Pflege des Naturrasenplatzes bemüht. Dem TSV gehören außer Fußball noch die Abteilungen Kegeln und Gymnastik an (etwa 50 Mitglieder).

Dank vom Bürgermeister

Es ist momentan keine gute Zeit für den Freizeitsport, für Kultur und andere Freizeitaktivitäten. Durchhalten ist angesagt. Klipphausens Bürgermeister Mirko Knöfel möchte deshalb dem TSV Garsebach stellvertretend für alle Vereine, die sich ehrenamtlich mit viel Mühe und Elan um Sport, Kultur und einem guten Zusammenleben der Bürger in den Orten kümmern, ein Dankeschön sagen. „Die Gemeinde weiß, wie wichtig deren Aktivitäten im Alltag für ein harmonisches Miteinander der Bürger und deren Wohlfühlen in den Orten sind. Gerade in solch schwierigen Zeiten mit den Beschränkungen wird einmal mehr deutlich, welch hohen Stellenwert die ehrenamtliche Tätigkeit der Vereine hat“, sagt der Bürgermeister. 

Text und Fotos: Dieter Hanke, 24.11.2020