^ Nach oben

Auszeichnung für Klipphausener Stollen

Unser Bäcker bekam für seinen Markgrafenstollen das Zertifikat „Sehr gut“ vom Deutschen Brotinstitut

 

Wenig Freuden gibt es in dieser Zeit für die Bürger. Und auch dem traditionsreichen Unternehmen Unser Bäcker im Gewerbegebiet Klipphausen macht Corona zu schaffen. Strenge Hygienevorschriften, die Cafès dürfen nur für den außer Haus Verkauf öffnen, der Snackbereich ist reduziert, der Verkauf der Gebäcke in den 28 Fachgeschäften des Unternehmens in der Region schwankt. Auch das beliebte Stollenfest im November fiel aus. „Wir lassen uns aber nicht unterkriegen“, sagt Geschäftsführer Thomas Johne. Er freut sich deshalb sehr, dass die Weihnachtsbäckerei so gut floriert. Der Markgrafenstollen, ein Top-Produkt dieses mittelständischen Unternehmens, aber auch Mandelstollen sowie verschiedenes WeihnachtsgebäckKekse sind bei den Kunden sehr gefragt. Offenbar sind diese Leckereien bei den Bürgern ein willkommener Anlass, um im Kreise der Familie wenigstens etwas die derzeitigen Widrigkeiten des Alltags zu vergessen.

Am 16. November war Finale

Über 12 000 Markgrafenstollen wurden in diesem Jahr produziert. 2015 waren es noch 8 000 Stück. Am 16. November 2020 wurden die letzten der Rosinenstollen in diesem Jahr gebacken. Start war Ende August gewesen. Denn dieses von Hand geformte Weihnachtsgebäck lagert dann noch etwa sechs Wochen bei acht bis zehn Grad zur Reife im Stollenkühlraum. „Der Stollen muss gut durchziehen“, meint der 49-jährige Thomas Johne.

Auch Produktionsleiter Jens SchmorlTeig, der seit 26 Jahren im Unternehmen ist, ist froh, dass der Markgrafenstollen so gut bei den Kunden ankommt. „Das ist einmal mehr eine Bestätigung, dass wir mit diesem Produkt auf dem richtigen Weg sind“, bemerkt der langjährige Produktionsleiter, der vor Jahren dieses Weihnachtsgebäck nach einem speziellen Rezept mit entwickelt hat und auch 2020 genau darauf achtete, dass dessen Qualität bei jedem einzelnen Stollen stimmt. „Sehr schön feucht, nicht trocken. Nur natürliche Zutaten, keine Zusatzstoffe, kein Palmfett. Mit Butter gebacken, mit natürlichem Puderzucker bestäubt, bildet sich eine schöne Butterkruste auf dem Stollen“, sagt Jens Schmorl. Und er lacht: „Da bekommen sie kein Sodbrennen, wenn sie sogar fünf Scheiben essen.“

Volle Punktzahl erreicht

Gewissermaßen eine Bestätigung seiner Worte ist da die Würdigung durch das Deutsche Brotinstitut im November 2020. Dieses führt deutschlandweit Qualitätsprüfungen von Backwaren durch. Das Klipphausener Unternehmen erhielt für den Markgrafenstollen das Zertifikat „Sehr gut“. Von 100 zu erreichenden Punkten bekam Unser Bäcker für dieses Produkt sächsischer Handwerkskunst 100 Punkte. Mehr geht also nicht. Im Wettbewerb der Stollen-Mitkonkurrenten in Sachsen liegt somit Unser Bäcker ganz weit vorn. Geschäftsführer Thomas Johne schmunzelt: „Das Rezept des Markgrafenstollens ist Betriebsgeheimnis.“ Soviel verrät er aber: „Auch spezielle Zutaten wie zum Beispiel die Muskat-Blüte Macis geben diesem Erzeugnis eine besondere Note.“

Anfang November wurde in der Bäckerei am Hamburger Ring 19 auch mit der Produktion von Mandelstollen begonnen, ebenso von Mohnstollen. „Wöchentlich stellen wir an die 500 Mandelstollen her, bei Mohnstollen sind es etwa 300 Stück“, informiert Geschäftsführer Thomas Johne. Auch in Sachen Mandelstollen wurde das Klipphausener Unternehmen vom Deutschen Brotinstitut ausgezeichnet. Es erhielt dafür ebenfalls das Zertifikat mit der Note „Sehr gut“.

Striezel ist Renner

Die Beschäftigten des Unternehmens freuen sich auch darüber, dass ihr Produkt Mohnstriezel in der Kundengunst immer weiter zulegt. „Der Striezel ist ein Renner. Wir steigern deshalb die Stückzahlen“, sagt Thomas JohneChef.

Aber auch weiteres Wintergebäck mit den typischen Gewürzen wie unter anderem Zimt und Koriander, Nelken, Kardamom oder auch Nüssen kommt bei den Kunden gut an. Ob Vanillekipfel, Zimtstern, Dinkel- oder Nuss-Gebäck, Amarenas, Schoko-Marzipan-Taler und weitere Erzeugnisse – damit kann Unser Bäcker etwas die Umsatzeinbußen verringern, die die Corona-Pandemie auch hier in den vergangenen Monaten verursachte. Dem Unternehmen gehören mehr als 200 Mitarbeiter an, die außer in der Klipphausener Produktionsstätte auch in den 28 eigenen Fachgeschäften in der Region tätig sind.

Geschäftsführerin Rommy Schumann ist mit der Resonanz auf den Werksverkauf als Alternative zum jährlichen Stollenfest bisher sehr zufrieden. Im Zeitraum vom 7. November bis zum 5. Dezember können die Kunden in der Bäckerei am Hamburger Ring 19 in Klipphausen sonnabends von 8 bis 12 Uhr ihre gewünschten Stollen/Gebäcke abholen. Zehn Prozent Rabatt gibt es in jedem Fall, 15 Prozent ab fünf Stück. „Auch der Online-Versand des Weihnachts-Sortimentes mit der Lieferung des Stollens wohin der Kunde es wünscht, sprach an“, informiert die Geschäftsführerin und fügt noch an: „2021 feiern wir hoffentlich wieder gemeinsam mit unserer Kundschaft das traditionelle Stollenfest.“

Text und Fotos Dieter Hanke, 25.11.2020