Rastplätze an schönen Wanderrouten

Sechs neue überdachte Sitzgarnituren in der Natur laden jetzt Wanderer und Touristen zum Verweilen ein. Bauhof und DRK-Behindertenwerkstatt verwirklichten das Projekt...

 

Schmuck sehen die neuen Rastplätze aus. Und stabil sind sie - Bohlen, dicke Bretter, lange Bänke, ein solider Tisch sowie eine Überdachung. Geölt ist das Holz auch, um es gegen die Witterung zu schützen. Bis zwölf Leute können insgesamt an den zwei Sitzbänken Platz nehmen und ihre Erfrischungen auf dem Tisch ausbreiten, um danach gestärkt ihre Wanderung fortzusetzen.


Fünf solcher überdachter Sitzgarnituren wurden jetzt an schönen Wanderrouten im Gemeindegebiet Klipphausen aufgestellt. So befindet sich eine am Blauen Bruch bei Lampersdorf, am Wanderweg wenige hundert Meter vor der Baeyerhöhe, die mit 320,5 Metern die höchste Erhebung im Landkreis Meißen ist. Auch im Saubachtal, am Wanderweg von Constappel zur Neudeckmühle sowie am Weg von Röhrsdorf zur Neudeckmühle laden nun solche Sitzgruppen zum Verweilen ein. In Scharfenberg an der Aussicht, nahe dem Totenhäuschen, wo man einen wunderbaren Blick auf die Elbe hat, ist nun ebenfalls ein solcher Rastplatz. Eine weitere Sitzgelegenheit wurde am Wanderweg zwischen Lampersdorf und Taubenheim aufgestelltHolzdach. Eine sechste überdachte Sitzgruppe wird noch in Kürze an der Route zwischen Tanneberg und Schmiedewalde auf der ehemaligen Autobahntrasse im Tanneberger Loch die Ausflügler und Wanderer erfreuen. Für Bürgermeister Mirko Knöfel sind diese neuen Rastplätze sehr wichtig. „Gemessen an Großvorhaben in der Gemeinde wie zum Beispiel Breitbandausbau oder Schulneubau sind diese Sitzgruppen wohl nur ein kleiner Beitrag bei der weiteren Verbesserung des Alltags in unserer Gemeinde. Doch gerade auch mit solchen Dingen, die von den Bürgern sicher gern genutzt werden, wird wieder ein Stück mehr für ein lebenswertes Klipphausen geschaffen“, sagt der Bürgermeister.   

 
Eine solide Arbeit

Der Bauhof der Gemeinde und die DRK-Behindertenwerkstätten in Meißen verwirklichten gemeinsam dieses Projekt. „Wir haben an den Standorten die Erde ausgehoben, setzten die Streifenfundamente, regulierten das Gelände und schütteten dort Schotter auf“, sagte Bauhofmitarbeiter Steffen MöringSteffen Mhring, der mit einem Kollegen hier zu Werke ging. Behinderte, die in der DRK-Werkstatt für Holzarbeiten tätig sind, haben seit Sommer dieses Jahres an diesem Auftrag gearbeitet und die einzelnen Sitzgruppen gefertigt. In den letzten Wochen waren dann Mitarbeiter dieser DRK-Holzwerkstatt an Ort und Stelle in der Natur und komplettierten die Rastplätze aus den einzelnen hergestellten Segmenten.

„Solide gearbeitet, da passt alles und sieht wunderbar aus. Wir sind sehr zufrieden“, sagte Klipphausens Bauhofchef Andreas Uhlmann über die neuen Errungenschaften an den Wanderwegen. Der Bauhof hatte die neuen Rastplatz-Standorte ausgewählt, die landschaftlich in reizvoller Lage liegen. Da nahm der Bauhof auch in Kauf, dass er für die Zu- und Abfahrt des DRK-Transporters bei der Montage der Rastplätze an einigen Orten, zum Beispiel an den Wegen in Richtung Neudeckmühle, auch mit dem Traktor aushelfen musste, damit auf schwierigem Gelände die Fuhre nicht steckenblieb. „Es ging mit den DRK-Werkstätten alles Hand in Hand. Konkrete Absprachen, eine gute Zusammenarbeit“, bemerkte Steffen Möring.

 
Gelder vom Regionalbudget

Die Finanzierung dieses Vorhabens erfolgt aus dem Regionalbudget für Kleinprojekte der Leader-Aktionsgruppe Lommatzscher Pflege. Dort hatten die einzelnen Mitgliedskommunen Zuwendungen für Kleinvorhaben beantragt, Klipphausen im Frühjahr 2020 mit den Sitzgruppen. Das Leader-Entscheidungsgremium der Lommatzscher Pflege gab wenig später grünes Licht. Das Bauamt holte für dieses Projekt mehrere Angebote von Unternehmen ein. „Die DRK-Behindertenwerkstätten unterbreiteten mit etwas über 18 000 Euro das wirtschaftlich günstigste Angebot und erhielten den Zuschlag“, sagte Bauamtsleiterin Elvira Grübler. Das Vorhaben wird zu 80 Prozent aus dem Regionalbudget gefördert.

 
Wegewarte passen auf

Für den Tourismus sind diese neuen überdachten SitzgruppenHolzbank ein Gewinn. Sie ermöglichen ein gemütliches Beisammensein, bieten Schutz vor Regen und sind auch eine gute Gelegenheit zum Verschnaufen, wenn mal bei den wanderlustigen Familien mit ihren Kindern die Puste ausgeht. Die Gemeinde, so Elvira Grübler, hatte bei diesem Kleinprojekt aus dem Regionalbudget sowohl die Gäste und Wanderer des nahen und ferneren Umlandes als auch die einheimischen Menschen des Gemeindegebiets im Blick. Die Amtsleiterin: „Nicht wenige Besucher und Naturfreunde aus dem rechtselbischen Bereich, aber auch die Dresdner kommen gern in die Gemeinde Klipphausen.“


Auch Klipphausens Wanderwegewart Rainer Passek freut sich über diese neuen touristischen Verbesserungen. „Eine wunderbare Aktion, eine Aufwertung der Wanderrouten. Gerade jetzt in Corona-Zeiten sind immer mehr Menschen auch in den linkselbischen Tälern unterwegs, um in der Natur abzuschalten“, bemerkte er. Die Wanderwegewarte der Gemeinde wollen auch mit Einfluss nehmen, damit diese Rastplätze nicht verschmutzt werden. Es bleibt zu hoffen, dass nicht Vandalen über diese schönen Rastplätze herfallen.


Eifrig bei der Sache

Die Gemeinde hat mit den DRK-BehindertenwerkstättenHolzbalken einen guten Griff gemacht. Seit einigen Jahren stehen schon ähnliche Baulichkeiten an der Grundschule in Sachsdorf, die das DRK ebenfalls gemacht hat. „Auch hier ist die Qualität der Arbeiten gut“, meinte Bauhofchef Andreas Uhlmann. In der DRK-Holzwerkstatt werden neben überdachten Sitzgruppen auch Nistkästen, Vogelhäuschen, Bänke, Tische und anderes gefertigt. Zwölf Mitarbeiter sind hier tätig. „Die behinderten Menschen geben sich viel Mühe bei den Arbeiten“, sagte Gruppenleiter Sven Kunze, der hier seit 2002 dabei ist und zu DDR-Zeiten im Kabelwerk Meißen Tischler gelernt hat.


Die überdachten Sitzgruppen für Klipphausen entstanden aus Fichtenholz. Sie sind insgesamt vier Meter lang und 2,50 Meter breit. Die Tischplatte ist fast drei Zentimeter stark. Eifrig waren auch bei der Montage des Rastplatzes vor einigen Tagen am Wanderweg von Röhrsdorf zur Neudeckmühle die DRK-Mitarbeiter bei der Sache, gut angeleitet vom 50-jährigen Gruppenleiter. Michael (21), Tim (25), Christoph (32) und Daniel (33) freuten sich natürlich auch, dass es zu Mittag Würstchen vom Grill gab.


Text und Fotos Dieter Hanke, 27.11.2020