Obstbäume verschönern Wanderweg

 Am beliebten Weg zwischen Sora und Röhrsdorf auf der ehemaligen Kleinbahntrasse wurden jetzt vom Bauhof der Gemeinde an die 30 Obstbäume gepflanzt

 Sie werden an heißen Tagen Schatten spenden und in ein paar Jahren auch Kirschen, Äpfel und Birnen zur Ernte. Am Rad- und Wanderweg auf der ehemaligen Kleinbahntrasse zwischen Sora und Röhrsdorf wurden Ende November 26 Bäume vom Bauhof der Gemeinde gepflanzt. Ihre Namen sind vielversprechend. Da ist die Gute Graue darunter, eine robuste TafelbirneUhle plus Bagger, säuerlich-süß, saftreich. Eine sehr alte Sorte, schon 1675 war sie bekannt. Auch die Gelbmöstler Birne ist eine sehr alte Sorte, um 1800 fand sie zunächst in der Schweiz starke Verbreitung. Fast ausschließlich dient diese Frucht zur Mostgewinnung. Auch die Kassins Frühe Herzkirsche ist mit mehreren Exemplaren an diesem Wanderweg inmitten von Feldern anzutreffen, eine reichtragende, dunkelrote Frühkirsche, die schon im Juni geerntet werden kann.  Die Knorpelkirsche Große Prinzessin wird später am besten frisch vom Baum schmecken, aber durch ihr tolles Aussehen eignet sie sich auch zur Verzierung von Kuchen oder zur Verarbeitung. Auch die Apfelsorten sind interessant. Der Boskoop ist mit darunter, auch der Rote Münsterländer, eine sehr alte deutsche Sorte. Nach der Blüte reifen schöne runde dunkelrote Äpfel heran. Der Herbstapfel Goldrenette von Blenheim wächst hier ebenfalls, dank seiner geschmacksintensiven Früchte gehört er zu den wertvollsten Tafeläpfeln. Wenn sie im Oktober ihre Genussreife erreichen, erscheinen sie in einem leuchtenden Goldgelb.

300 Meter lange Baumreihe

„Wir haben bei den Obstbäumen auf eine ausgewogene Sortenauswahl geachtet, auf Vielfalt und Reifezeit“, sagt Bauhofchef Andreas UhlmannMller. Auf insgesamt etwa 300 Metern Länge wurden an der rechten Seite dieses Weges von Sora nach Röhrsdorf bis kurz vor dem gelben Markierungspfahl des Abzweigs der Gasleitung EUGAL die neuen Bäume in den Boden gesetzt. „Wir wollen damit nicht nur für mehr Grün und eine abwechslungsreiche Landschaft sorgen, sondern gleichzeitig diesen beliebten Wanderweg auf der früheren Kleinbahntrasse aufwerten“, bemerkt der Bauhofleiter.

Dem Team vom Bauhof merkte man bei der Pflanzaktion am 25. November an, wie engagiert und fachmännisch die Mitarbeiter da bei der Sache waren. Andreas Uhlmann bugsierte mit einem Traktor mit Hubarm die Bäume vom Bauhof an Ort und Stelle. Die Pflanzgruben im Zehn-Meter-Abstand hatte Mitarbeiter Wolfgang Lützner mit einem Bagger ausgehoben. Seine Kollegen Thomas Müller und  Ulli Borgwardt sowie der 16-jährige Praktikant Florian Schönherr vom BSZ in Großenhain sezten dann die Bäume sorgsam in den Boden. Anschließend wurden diese von Steffen Möring gewässert. Etwa 30 Liter bekam jedes Exemplar zur Begrüßung an seinem neuen Standort.

„Die Erde hier ist super, eine gute Voraussetzung fürs Wachstum der Bäume“, sagt Thomas Müller (58), der schon seit vielen Jahren im Bauhof arbeitet. Auch Ulli Borgwardt, ebenfalls schon an die drei Jahrzehnte in Sachen Bauhof tätig, bestätigt das. „Auf diesem Wanderweg sind oft viele Leute unterwegs. Sie werden sich sicher auch über die neuen Bäume freuen“, meint der 59-Jährige. Und Wolfgang Lützner (59) ergänzt:Borgwardt „Die Pflanzen sind von guter Qualität.“

Hochstämmige Exemplare

Die Obstbäume hatte die Leutersdorfer Baumschulen GmbH geliefert. Es sind hochstämmige Exemplare. „Damit ist die Gewähr gegeben, dass wir später auch ungehindert diesen kommunalen Weg mit Technik pflegen können, zum Beispiel beim Rasenmähen“, so Andreas Uhlmann. Damit die Bauern beim Bearbeitern der Felder mit ihren Maschinen nicht versehentlich den Obstbäumen zu nahe rücken und ihnen dadurch eventuell Schäden zufügen können, setzte der Bauhof Grenzpfähle am Weg. 

Diese neuerliche Pflanzaktion des Bauhofes hat einen interessanten Hintergrund. Beim Bau der neuen Gasleitung EUGAL vor zwei Jahren war beim Aushub der Trassenführung dieser Rad- und Wanderweg mit in Mitleidenschaft gezogen worden. Einen Abschnitt setzte dann der Klipphausener Bauhof nach Abstimmung mit dem betreffenden Bauunternehmen selbst wieder instand. Dafür gab es einen finanziellen Ausgleich. „Das Geld haben wir  für den Kauf der Bäume verwendet“, sagt Andreas Uhlmann. Das schließt noch weitere zehn BäumeMhring mit ein, die vom Bauhof an anderen Stellen im Gemeindegebiet gepflanzt werden, um zum Beispiel Lücken an Alleen zu schließen.

Patenschaften für Bäume

Das Bauhof-Team wird hier selbstverständlich das Wachstum der jungen Obstbäume mit regelmäßigem Bewässern unterstützen, spricht da aber auch aus, was ihm am Herzen liegt: Mit Baum-Patenschaften für neugepflanzte Zöglinge im Gemeindegebiet, wozu der Baumschnitt und das Bewässern vor allem in der heißen Jahreszeit gehört, könnte der Bauhof entlastet werden. Schulklassen, Vereine und weitere Bürger sind hier angesprochen. Denn derzeit ist es noch vielfach Praxis, dass zwar an etlichen Stellen in der Gemeinde neue Bäume und Sträucher gepflanzt werden, was Anerkennung verdient, aber dabei mitunter von den Pflanzakteuren versäumt wird, diese neuen Bäume und Sträucher auch später zu pflegen und bei Trockenheit zu gießen. „Wir kommen als Bauhof im Sommer kaum mit dem Bewässern der jungen Bäume im Gemeindegebiet nach. Der Aufwand dafür steigt immer mehr“, bemerkt Andreas Uhlmann. Mitunter seien auch schon einige der neugepflanzten Bäume durch die anhaltende Trockenheit verdorrt gewesen. 

Der Bauhof der Gemeinde hat in vergangener Zeit schon in vielen Gegenden in der Gemeinde neue Bäume gepflanztschaufeln, um damit die Landschaft zu bereichern, so auch 2019 unter anderem an der Straße von Hühndorf in Richtung Unkersdorf, am Messweg in Sachsdorf und an der Straße von Röhrsdorf nach Klipphausen, wo es um das Schließen von Lücken ging. „Wir werden das auch künftig tun, um den Baumbestand zu erweitern“, sagt Andreas Uhlmann. Zur Verschönerung des Ganzen am Wanderweg auf der ehemaligen Kleinbahntrasse wird der Bauhof noch am Ende der jetzt neugepflanzten Baumreihe eine Ruhebank aufstellen. „Dann ist das eine runde Sache“, so Andreas Uhlmann.

fertige BumeLtzner

 Text und Fotos Dieter Hanke, 08.12.2020