^ Nach oben

Gauernitz hat jetzt auch ein Geschwindigkeits-Messgerät

Seit gut zwei Wochen steht an der B 6 in Gauernitz, und zwar etwa 20 Meter vor der Kreuzung am Bäcker nach Constappel ein neues mobiles Geschwindigkeits-Messgerät. Der Ortschaftsrat Gauernitz hat es sich zugelegt...

Der Bauhof der Gemeinde Klipphausen installierte es an einem Lichtmasten an dieser Fahrtrichtung der Bundesstraße nach Wildberg und Dresden. Etwa acht Wochen wird es an diesem Standort verbleiben, wie Ortschaftsratsvorsitzender Thomas Petrich informierte.

Die Gauernitzer wollen sich damit sachkundig machen, inwieweit sich die Kraftfahrer in diesem Bereich der B 6, wo bis zu 50 km/h zulässig sind, an das Geschwindigkeitslimit halten. Ziel ist es vor allem, die Schulkinder früh und nachmittags zu schützen. Denn etwa 100 Meter hinter der Kreuzung befindet sich die Bushaltestelle in Richtung Meißen. Die Schüler wollen von dort zu Bildungseinrichtungen in der Domstadt fahren oder mit der Fähre auf der Elbe übersetzen, wo sie dann Schulen in Coswig oder Radebeul besuchen. „Mitunter sind es früh an die 25 bis 30  Schüler, die die B 6 überqueren müssen, um zur Haltestelle zu gelangen. Das ist nicht ungefährlich bei dem Verkehr. Ein Teil der Kraftfahrer fährt auch zu schnell, was zusätzliche Gefährdungen mit sich bringt“, bemerkte Thomas Petrich.

Dankeschön des Ortschaftsrates

Angeregt durch die guten Erfahrungen der Gemeinde Klipphausen mit deren mobilen Geschwindigkeits-Messanlage hatte der Gauernitzer Ortschaftsrat vor einem Jahr die Idee, sich gleichfalls ein solches Gerät zuzulegen. Die Ortschaftsräte warben bei Einwohnern und ansässigen Unternehmen für ihr Vorhaben. Etwa 2 500 Euro kostet so eine Anlage. An die 30 Bürger und Firmen ermöglichten das Vorhaben durch Spenden. „Dafür allen ein großes Dankeschön im Namen des OrtschaftsratesGauernitz“, sagte Ortsvorsteher Thomas Petrich.

Der Bauhof der Gemeinde hatte die Gauernitzer bei der Beschaffung der Anlage unterstützt, und Mitarbeiter Steffen Möring, der den mobilen Geschwindigkeitsmesser der Kommune betreut, gab fachkundige Anleitung für den Betrieb und die Auswertung der Messdaten. Der Ortschaftsrat wird künftig selbst die gespeicherten Ergebnisse auswerten und diese regelmäßig den Bürgern mitteilen. Auch die Festlegung von weiteren Mess-Standorten wird in Regie des Ortschaftsrates liegen. „Wir werden jedenfalls da den Gauernitzern mit Rat und Tat zur Seite stehen“, meinte Bauhofmitarbeiter Steffen Möring.

Erzieherischer Effekt

Die Gauernitzer versprechen sich mit dieser mobilen Geschwindigkeits-Messanlage einen verkehrserzieherischen Effekt bei den Kraftfahrern. Denn es hat sich gezeigt, dass nicht wenige Kraftfahrer ein solches Gerät aktuell zum Anlass nehmen, da die Geschwindigkeit ihres Fahrzeugs zu kontrollieren, um den Verkehrsschildern und gesetzlichen Vorschriften zu entsprechen. Ortsvorsteher Thomas Petrich: „Wir möchten mit diesem Projekt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in Gauernitz beitragen.“

Einige Kilometer weiter, in Tanneberg an der S 36 von Wilsdruff nach Nossen, wird das Gauernitzer Vorgehen mit Interesse verfolgt. Gemeinderat und Schmied Uwe Krause: „Momentan ist so eine Anlage zwar bei uns in Tanneberg nicht spruchreif. Aber in der Zukunft wäre es durchaus vorstellbar, auch ein solches Vorhaben wie in Gauernitz aufzugreifen.“ Denn auch auf der S 36, wo besonders bei Stau auf der Autobahn nicht wenige Kraftfahrer diese Umleitungsstrecke benutzen, halten sich nicht alle an die vorgeschriebene Geschwindigkeit.

Zu schnell vor der Schule

Und hier noch einige weitere Fakten zum Thema Geschwindigkeitsmesser. Vom 16. November 2020 bis zum  3. Januar 2021 stand die Anlage der Gemeinde Klipphausen vor der Grundschule Burkhardswalde an der Verbindungsstraße nach Munzig. Dort gibt es eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Kraftfahrer auf 30 km/h von sechs bis 17 Uhr. Insgesamt etwa 26 750 Fahrzeuge passierten in diesem Kontrollzeitraum den Streckenabschnitt. Die durchschnittliche Geschwindigkeit aller Fahrzeuge, so ergab die Auswertung der Diagramme,  lag bei 39 km/h. „Es zeigte sich damit, dass sehr viele Kraftfahrer dort zu schnell fuhren“, sagte Bauhofmitarbeiter Steffen Möring. Spitzenwert war 86 km/h von einem Kraftfahrer gegen vier Uhr an einem Donnerstagmorgen. Insgesamt 10 000 Fahrzeuge waren mit 30 km/h unterwegs, 7 000 mit 35 km/h, 3 500 mit 40 km/h, 1 800 mit 45 km/h, und 800 Kraftfahrer hatten 50 km/h drauf. Erwähnenswert ist noch, dass 3 000 Fahrzeuge mit 25 km/h und weniger registriert wurden. An Werktagen wurden etwa 650 Fahrzeuge gezählt, an den Wochenenden waren es beträchtlich weniger.

Seit Januar steht der mobile Geschwindigkeitsmesser am Eingang des Gewerbegebietes in Klipphausen von der S 177 aus.

Text Dieter Hanke, Foto Ortschaftsrat Gauernitz, 11.02.2021