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Der Bau prägt Lebensräume

Und Michael Hegenbart aus Hühndorf ist da maßgeblich mit dabei. Er ist neuer Bauamtsleiter in der Gemeinde Klipphausen...

...Seit Anfang April 2021 ist Michael Hegenbart neuer Bauamtsleiter in der Gemeinde Klipphausen. Der 38-Jährige: „Ich weiß, worauf ich mich da einlasse. Ich kenne die Gemeinde gut, bestehende Verwaltungsprozesse, aber auch die Optimierungspotenziale“, sagt er. Der Hühndorfer hat klare Vorstellungen, wie er mit seinem Team im Bauamt den Alltag der Bürger verbessern will. Das sind gegenwärtig solche Großprojekte wie der Breitband-ausbau mit Glasfaserkabeln für ein schnelles Internet in den 43 Ortsteilen, die Abwassererschließung in Robschütz, das Baufinale bei der neuen Oberschule in Ullendorf oder die Planungen für die Modernisierungen im Miltitzer Jahnbad. Aber auch die Erweiterung der Gewerbegebiete in Röhrsdorf und Klipphausen, der Bau von Regenwasserkanälen in Groitzsch und noch anderes mehr sind hier zu nennen. Und hinzu kommen noch die täglichen Widrigkeiten: Defekte Schleusen, Durchlässe und Lampen, Schlaglöcher und Straßenaufbrüche. „Das alles hält das Bauamt ganz schön auf Trab“, sagt Michael Hegenbart. Doch der junge Bauamtsleiter meint andererseits auch: „Bei allen Tagesaufgaben, bei allem Druck, der auf uns lastet, möchte ich nicht den Blick in die Zukunft vergessen. Unsere Gemeinde soll noch lebenswerter werden und ein Umfeld haben, in dem sich der Bürger wohl fühlt“, so der Bauamtsleiter. Deshalb gehe es ihm nicht nur um die umfangreichen neuen Investitionen, sondern auch um den Erhalt der geschaffenen Infrastruktur, um die Gestaltung von Dorfkernen und Begegnungsstätten, um Wanderwege- und Radwegekonzepte, renaturierte Gewässer, Artenschutz, neue Spielplätze und auch um mehr Bäume und Sträucher und weitere Dinge. „Auch daran werden wir bei den Bürgern gemessen, wie wir das mit auf den Weg bringen“, meint der 38-Jährige. So sei in nächster Zukunft beispielsweise auch daran gedacht, moderne Vereinshäuser für den Sport in Miltitz und Garsebach zu errichten, da die bestehenden verschlissen sind.

Diese Chance verdient

Eine hohe Verantwortung als Bauamtsleiter also, die jetzt auf Michael Hegenbart zukommt. Doch die Mehrheit der Gemeinderäte, die ihn in diesem Amt wählte, traut ihm zu, dass er das packt. Prof. Dr. Münch, Gemeinderat und Ortsvorsteher von Klipphausen: „Er kennt die Gemeinde, die Abläufe in der Verwaltung, weiß um die konkreten Bedingungen in den Ortsteilen. Das ist von Vorteil. Und was zum Beispiel die Zusammenarbeit mit ihm in den vergangenen Jahren im Bereich des Ortschaftsrates Klipphausen anbetrifft, war es ein angenehmes Miteinander, sachlich wurden die Dinge gelöst. Der junge Mann hat diese Chance verdient.“

Michael Hegenbart Bauamtsleiterwurde 1982 in Meißen geboren. Aufgewachsen ist er in Hühndorf, ging in Weistropp zur Grundschule, wechselte später auf das Gymnasium in Freital-Zauckerode, das er bis zur 9. Klasse besuchte und wo er dann in der Oberschule Wilsdruff den Zehn-Klassen-Abschluss erwarb. Er lernte von 1999 bis 2002 Maurer bei der Firma Röber in Weistropp und arbeitete dort bis 2009, wobei er in diesem Zeitraum auch für ein Jahr bei einem Bauunternehmen in Schwäbisch Gmünd tätig war. Das ganze Spektrum der Bauarbeiten beim Hoch- und Tiefbau lernte er in dieser praktische Zeit kennen: Er errichtete mit neue Ein- und Mehrfamilienhäuser oder sanierte diese. Michael Hegenbart baute mit Kanäle, Terrassen, Stützmauern, Außenanlagen, war auch im Trockenbau tätig. „Vorrangig arbeiteten wir im Landkreis Meißen, in Dresden oder auch im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge“, so der Hühndorfer.

Danach setzte er sich wieder auf die Schulbank. Von 2009 bis 2011 besuchte er die Fachschule „Berufliches Schulzentrum für Bau und Technik“ in Dresden und erwarb mit sehr gutem Abschluss den Staatlich geprüften Techniker für Bautechnik. Anschließend war er bei einem Unternehmen in Sachsen tätig, das Trockenbaustoffe im Landkreis Meißen vertrieb und arbeitete danach noch zwei Jahre in der Bauleitung einer Dresdner Firma, die mit dem Neubau und der Sanierung von großen Wohnimmobilien befasst war.

Viele Bauprojekte begleitet

2015 wurde er Mitarbeiter im Bauamt der Gemeinde Klipphausen. Seit dieser Zeit hat er auch als Projektleiter viele Investitionen im Gemeindegebiet mit begleitet. Nur einige Beispiele: Das neue Feuerwehrgerätehaus in Robschütz oder die neue Kita in Taubenheim wären da zu nennen, die Abwassermodernisierung in Triebischtal und in Klipphausen, die Erschließung der Rothschönberger Straße in Groitzsch, der neue Spielplatz in Burkhardswalde, der Straßen- und Trassenbau in Obermunzig und der Schlossumbau in Klipphausen. Aber auch den Bau von Bushaltestellen sowie etliche Vorhaben zur Hochwasser-Schadensbeseitigung hatte Michael Hegenbart mit in Regie. Zuletzt gehörten der Neubau der Oberschule in Ullendorf und die Neugestaltung des Außengeländes an der Kita in Naustadt mit zu seinen Aufgaben. Seit 2015 engagiert er sich außerdem für das Kommunale Energiemanagement in der Gemeinde. Die Sächsische Energieagentur SAENA verlieh Klipphausen als eine der ersten Kommunen im Freistaat Sachsen das Zertifikat für energieeffizientes Wirtschaften.

„Ich habe mir in dieser Zeit viele Erfahrungen in der Leitung und Planung von Bauprozessen angeeignet, war auch mit Planern, Bauleuten, Behörden und Bürgern in engem Kontakt“, sagt Michael Hegenbart. Denn es würde ja nicht nur um das Bauvorhaben an sich gehen, um Förderanträge, Planung und Bauausführung. „Wichtig ist dabei vor allem auch, mit den Menschen im Gespräch zu sein, ihre Hinweise und die lokalen Besonderheiten aufzugreifen und bei auftretenden Problemen gemeinsam nach Lösungen zu suchen“, bemerkt er.

Rat von erfahrenen Räten

Und an seiner Seite weiß er da ein engagiertes Team im Bauamt. Sechs Mitarbeiter gehören dazu. Michael Hegenbart: „Es sind Leute, die wie ich die Gemeinde voranbringen wollen, die sich um noch mehr Effektivität bemühen, die leistungsorientiert sind und sich auch immer mehr in ihrem speziellen Fachgebiet Wissen für ein zielgerichtetes Vorgehen angeeignet haben.“ Auch das sei für ihn mit ausschlaggebend gewesen, das Bauamt zu übernehmen. Denn das Spektrum an Aufgaben, was so ein kleines Bauamt zu bewältigen hat, ist groß. Mitunter schätzen das Außenstehende nicht richtig ein, und es kommt zu ungerechtfertigten Kritiken, wenn Probleme oder Zeitverzüge auftreten. „Das schmerzt, macht traurig. Deshalb werde ich auch auf Offenheit und Transparenz gegenüber den Bürgern achten“, sagt der 38-Jährige. Er will sich jetzt schnell in sein neues Aufgabengebiet einarbeiten. Als stellvertretender Bauamtsleiter hatte er da in den vergangenen zwei Jahren schon einige Gelegenheit. Nun kommt noch Erhebliches dazu. Denn im Bauamt läuft vieles zusammen: Fördermittelanträge und -vergabe; Baurecht, private Baugenehmigungen, Bauplanung, Steuerung und Begleitung von Investitionen und Projekten, Betreuung von 50 kommunalen Liegenschaften, Grundstücksangelegenheiten und noch anderes mehr. Auch bei der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen, zum Beispiel auch bei einem einheitlichen Ablagesystem für Verfahren, will er dranbleiben. „Klipphausen ist hier schon gut vorangekommen“, sagt der neue Amtsleiter, der sich noch berufsbegleitend zum Verwaltungswirt weiterbilden möchte. In nicht wenigen Gemeinderäten hat er auch erfahrene Leute, die mit ihrem Fachwissen und einem lösungsorientierten Herangehen an kommunale Aufgaben ihm schon so manchen guten Rat gaben.   

„Für mich ist Michael Hegenbart ein kompetenter Partner, der sich in den vergangenen Jahren viel Wissen und Erfahrung im kommunalen Geschehen angeeignet und bei der Leitung von Bauvorhaben Sachkenntnis und Umsicht gezeigt hat. Er ist gewissermaßen mit seinen Aufgaben gewachsen. Ich freue mich darauf, mit ihm als Bauamtsleiter zusammenzuarbeiten“, sagt Bürgermeister Mirko Knöfel, der schon, als er noch Gemeinderat war, den Hühndorfer als Bauamtsmitarbeiter für seine Leistungen geschätzt hat.

Seine Frau beim Fußball kennengelernt

In Hühndorf, wo Michael Hegenbart bei den Eltern in einem alten Dreiseithof groß geworden ist, fühlt er sich wohl. „Ein schöner Ort, das Miteinander ist hier noch ausgeprägt“, sagt der 38-Jährige. Nur eines ärgert ihn und noch viele andere Hühndorfer. „Der Lärm von der nahen A 4 ist belastend. Es fehlt ein entsprechender Lärmschutz“, bemerkt er. Die Gemeinde hat sich zwar schon seit mehreren Jahren gemeinsam mit den Nachbarkommunen Nossen und Wilsdruff für einen Lärmschutzwall und andere Maßnahmen eingesetzt, um die Belastungen der Bürger zu minimieren. Doch bislang ohne Erfolg. Bundes- und Landesbehörden gaben da wenig Unterstützung. Mit dem weiteren Ausbau der A 4 in diesem Bereich in der Perspektive will sich auch Michael Hegenbart dafür einsetzen, dass endlich dieses Ärgernis der Bürger der Vergangenheit angehört.

Der neue Bauamtsleiter ist verheiratet, hat zwei Jungs (Luca ist fünf, Noah zwei Jahre alt). Seite Frau arbeitet bei der Bombastus Werke AG in Freital, ein Unternehmen, das sich seit vielen Jahrzehnten auf natürliche Heilmethoden und pflanzliche Inhaltsstoffe spezialisiert hat und vor allem Salbei und weitere Kräuter anbaut. Seine Frau ist hier im Qualitätsmanagement tätig.

Viele Jahre hat Michael Hegenbart Fußball gespielt, seit 1997 bei der Jugend, später in den Männermannschaften beim Weistropper SV bis 2018, der seit einigen Jahren mit dem SV Gauernitz vereint ist. Der Bauamtsleiter ist seit 2015 hier Vereinsvorsitzender (über 200 Mitglieder). „Das macht mir sehr viel Freude, zumal ich auch einen engagierten Vorstand an meiner Seite habe, der sich sehr gut um die Organisation des Vereins kümmert“, meint Michael Hegenbart. Anerkennend ist da zum Beispiel auch, dass es dort insgesamt fünf Nachwuchsmannschaften der Kinder und Jugendlichen gibt. Seine Frau hat Michael Hegenbart übrigens auch beim Fußball kennengelernt. Er war von 2005 bis 2010 Trainer der Fußball-Frauenmannschaft, wo seine Frau als Stürmerin mit dabei war.

Seine Freizeit gehört vor allem der Familie. Sie gehen gern wandern, lieben die Natur, ihren Garten. Die Kinder haben dort einen eigenen Apfelbaum, der bei ihrer Geburt gepflanzt wurde. Im Urlaub werden Seenlandschaften mit sportlichen Aktivitäten bevorzugt. Michael Hegenbart geht auch gern joggen oder treibt Sport mit Hanteln, um sich etwas fit zu halten. Die Familie wohnt in einer Mietwohnung in Hühndorf, später will sie mal in das Haus der Großeltern im Ort ziehen.

Text und Foto Dieter Hanke, 27.04.2021